Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Bronzekämpfer Collection
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Bronzekämpfer Collection

Story:

Die 18 Kämpfer aus Bronze:
Shao Lung (Ting Peng) entkommt als kleiner Junge bei einem Attentat auf seinen Vater, General Kwan (Chang Yi), nur knapp mit dem Leben. General Kwan weigerte sich, dem gegenwärtigen Kaiser die Treue zu schwören und hatte damit sein Schicksal besiegelt. Shao Lung trainiert nun wie ein Besessener im Tempel der Shaolin. Sein Ziel ist es, die 18. Stufe der Shaolin zu erreichen. Erst wenn er sie gemeistert hat, kann er den Tempel verlassen, und ist der Aufgabe gewachsen, seinen Vater zu rächen und den Despoten im Kampf zu töten.

Die Rückkehr der 18 Bronze-Kämpfer:
Als der Kaiser der Manchu-Dynastie stirbt, gelingt es dem 4. Prinzen Ei Chin Chi (Carter Wong) mit einer List, die Thronfolge zu seinen Gunsten zu verändern. Zu dieser Zeit kommt es zu Aufständen der Shaolin gegen den Herrscher. Ei Chin Chi, selbst begeisterter Kampfsportler, beschließt Schüler der Shaolin zu werden und ihnen alle Geheimnisse bis zur letzten, der 18. Stufe, zu entreißen. Doch um die Bronzekämpfer zu besiegen und alle Prüfungen zu meistern bleiben ihm nicht mehr als drei Jahre, denn länger kann er den Hof nicht sich selbst, bzw. seinen loyalen Ministern, überlassen.



Meinung zum Film:
Sowohl "Die 18 Kämpfer aus Bronze", als auch die Fortsetzung "Die Rückkehr der 18 Bronze-Kämpfer", entstanden im Jahre 1976 unter der Regie von Joseph Kuo. Der erste Teil gilt als Grundstein für die Welle von Kampfsportfilmen, die sich mit der Thematik der Shaolinmönche auseinander setzten, und als deren Höhepunkt "Die 36 Kammern der Shaolin" angesehen wird. Der erste Teil begründete außerdem die Zusammenarbeit mit seinen beiden Stars Carter Wong und Polly Kuan, die auch im zweiten Teil mitwirkten. Als die Höhepunkte von Kuans Schaffen gelten "The 7 Grandmasters" und "Dragon's Claws".

Bei "Die 18 Kämpfer aus Bronze" steht die Geschichte um das feige Attentat und das Motiv, dieses zu rächen, klar im Vordergrund. Der Film beginnt aber mit dem Training für die einzelnen Stufen der Shaolintechniken, das mit der zugehörigen praktischen Prüfung abschließt. Die Schüler, die in der Lage sind, alle Prüfungen einschließlich der 18. erfolgreich zu absolvieren, werden selber zu Meistern der Shaolin. Obwohl Shao Lung der eigentliche Held der Geschichte ist, wird er doch von seinem Freund und Begleiter Tieh Chun (Carter Wong) ganz klar in den Schatten gestellt. Als weitere Unterstützung begleitet Shao Lung später seine zukünftige Gemahlin Miss Lu (Polly Kuan). Schnell wird deutlich, dass Shao Lung beiden in Sachen Kampftechnik unterlegen ist, so dass diese beiden alle wichtigen Kämpfe für ihn bestreiten. Die Wahl von Ting Peng ("Die Herberge zum Drachentor") als Hauptdarsteller stellt sich dann auch schnell als Fehler heraus. Ihm fehlt einerseits das Charisma von Carter Wong ("Born Invincible"), andererseits ist sein Spezialgebiet eher der Schwertkampf als Kung Fu-Techniken. Die Kämpfe sind insgesamt eher spärlich gesäht und verlaufen äußerst unblutig. Außerdem sind sie meist schon nach sehr kurzer Zeit vorbei. Einen größeren Raum nehmen lediglich die Kämpfe gegen die Bronze-Männer, die den Großteil der Prüfungen ausmachen, ein. Leider kommt es dabei zu sehr repetitiven Gefechten, denn es gibt nur zwei Gegnertypen der Männer aus Bronze, die übrigens eher goldfarben aussehen. Einerseits gibt es die eher schlanken, durchtrainierten Kämpfer, die sich auch verschiedener Waffentypen bedienen, andererseits die massigen und schwergewichtigen, gepanzerten Bronze-Kämpfer. Grundsätzlich gilt es in den Auseinandersetzungen gegen sie eine bestimmte Zeit durchzuhalten und den Kampf zu dominieren. Jeder Treffer wird dabei mit metallisch klingendem Hallen belohnt. Teilweise wird aber auch die Konstitution der Kämpfer getestet, z.B. indem sie eine bestimmte Zahl von Schlägen einstecken müssen. Dieser Trainingsteil bis zur Meisterschaft nimmt die ersten 43 Minuten des Films ein und ist trotz Wiederholungen das Highlight des Films. Danach verflacht der Film jedoch völlig und es herrscht gähnende Langeweile. Vor allem die Kämpfe sind eine Enttäuschung. Neben ihrer Kürze leiden sie auch unter mangelnder Technikvariation. Es wird meist nur mit der Handfläche oder gekrümmten Fingern gekämpft hinzu kommen einige wenige Grifftechniken und vereinzelte Sprünge. Klare Treffer sind eher die Ausnahme, es dominiert die Verteidigung. Die kaum vorhandene Story wird durch die Zankereien von Ting Peng und seiner Verlobten, sowie Attentatsversuchen auf Ting Peng, unnötig aufgehalten. Am Ende kommt es zu einem vollkommen unspektakulären Showdown, in dem alle drei vereint den Kaiser Kang Shi bekämpfen. Dieser hat in der Zwischenzeit seine Kampfkraft dadurch erheblich steigern können, dass er den Shaolin diverse Schriftstücke und Techniken durch Spione entreißen konnte.

In "Die Rückkehr der 18 Bronze-Kämpfer" spielt die Hintergrundgeschichte eine weit untergeordnetere Rolle als im ersten Teil. Beinahe den gesamten Film über wird nur das Shaolintraining thematisiert. Im Mittelpunkt stehen die Versuche von Ei Chin Chi, die einzelnen Stufen der Shaolintechniken, im praktischen Einsatz gegen die Bronze-Männer, und sich selbst, zu meistern. In gewisser Weise stellt der zweite Teil ein Remake des ersten Teils dar. Viele der Prüfungen kennt man bereits aus dem ersten Teil, oder sie werden nur leicht variiert. Die Kämpfe laufen aber in einem höheren Tempo ab, wirken variabler und spektakulärer. Das liegt vor allem daran, dass Carter Wong im zweiten Teil vom heimlichen Hauptdarsteller zum Alleinunterhalter befördert wurde und über eine deutliche größere Meisterschaft in den Kung Fu-Techniken verfügt. Leider ist die eigentliche Geschichte äußerst dünn und der Film leidet, genau wie der erste Teil, unter vielen Wiederholungen, denn auch hier gibt es wieder die äußerst beschränkte Zahl von Gegnertypen aus Bronze, deren Aufmachung allerdings im zweiten Teil doch deutlich "kunstvoller" wirkt. Die größte Schwäche des Films ist dann aber der Abschluss des Films. Hier hat man den Eindruck gerade erst den Prolog überstanden zu haben und wird vom Ende regelrecht überrascht. Die Geschichte scheint sich gerade erst ihrem Höhepunkt zu nähern und das aufgesetzte Ende lässt den Film unfertig erscheinen.

Digitale Aufarbeitung:
Die deutsche Kinofassung von "Die 18 Kämpfer aus Bronze" ist leider recht dunkel ausgefallen, in Bewegung kommt es zu Unschärfen und der Kontrast ist teilweise zu gering. Die Originalfassung, die auf der DVD von Mei Ah basiert, ist hingegen deutlich heller ausgefallen und überzeugt mit einer besseren Schärfe. Bei "Die Rückkehr der 18 Bronze-Kämpfer" ergibt sich ein umgekehrtes Bild. In der Originalfassung, die wiederum auf der DVD von Mei Ah basiert, sind die Farben ziemlich matt und wirken recht unnatürlich. Die Schärfe ist zwar gut, die Helligkeit schwankt aber. Die deutsche Kinofassung hingegen überzeugt mit noch besserer Schärfe, sowie natürlicheren und satteren Farben. Der Kontrast hingegen ist nicht immer optimal. Beide Originalfassungen liegen in Mandarin vor und sind gut verständlich, deutsche Untertitel sind optional. Auch der Ton der deutschen Kinofassungen ist klar und gut verständlich.

Der Collection liegen 8 farbige Postkarten mit Motiven aus beiden Filmen bei. Außerdem gibt es zu jedem Film einen Trailer und eine Bildergalerie. Neben den kürzeren deutschen Kinofassungen sind auch die Originalfassungen in Mandarin enthalten. "Die 18 Kämpfer aus Bronze" ist in der deutschen Kinoversion rund 15 Minuten kürzer als in der Originalversion. Es handelt sich hier um teils recht deftige Handlungsschnitte, die es fast unmöglich machen, der Geschichte komplett folgen zu können. Anders hingegen gestaltet sich die Lage bei "Die Rückkehr der 18 Bronze-Kämpfer", die deutsche Kinoversion ist nur rund 6 Minuten kürzer als die Originalversion, die entfallenen Storyelemente sind aber absolut verzichtbar, da sie für den Fortgang der Geschichte nicht relevant sind.

Fazit:
Während der erste Teil unter relativ wenig Acion und unspektakulären Kampfszenen leidet, verzichtet der zweite Teil fast komplett auf eine Story, hat ein unbefriedigendes Ende und recycelt etliche Ideen aus dem ersten Teil. Bei der Präsentation hat sich Koch Media wieder sehr viel Mühe gegeben, die Filme selbst sind aber leider eher durchschnittlich.

Technische Daten:

FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
76:25 (18 Kämpfer - Dt. Fassung) - 91:49 (18 Kämpfer - O-fassung) - 83:31 (Rückkehr - Dt. Fassung) - 89:57 (Rückkehr - O-fassung) Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Mandarin
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • 8 Postkarten
  • Trailer zu beiden Filmen
  • Bildergalerien zu beiden Filmen
  • HK-Fassungen in Mandarin zu beiden Filmen
Bronzekämpfer Collection - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die 18 Kämpfer aus Bronze / Die Rückkehr der 18 Bronze-Kämpfer
Shao Lin si shi ba tong ren / Yong zheng dai po shi ba tong ren

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Angestaubte Kampfsportklassiker mit handwerklichen Schwächen, aber technisch hochwertig präsentiert


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong/Taiwan, 1976
Regie:
Joseph Kuo Nan-Hong
Drehbuch:
Joseph Kuo Nan-Hong
Darsteller:
Carter Wong Ka-tat, Polly Shang Kuan, Ting Peng, Yau Man, Chang Yi, Yee Yuen

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
10.11.2006