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DVD-Besprechung - Countdown: Mission Terror

Story:
Eine Gruppe militanter tschetschenischer "Freiheitskämpfer" besetzt mit Hilfe arabischer Terroristen den Moskauer Staatszirkus und nimmt zahlreiche Geiseln. Das eigentliche Ziel der arabischen Terroristen ist jedoch der Anti-Terrorgipfel der G8 in Rom, der durch den Abwurf einer "schmutzigen Bombe" torpediert werden soll. Major Smolin (Aleksei Makarov) vom FSB scheint der einzige zu sein, der die Geiseln, darunter auch seine eigene Tochter, befreien und den Anschlag verhindern kann. Er selbst wurde jedoch durch eine Intrige diskreditiert und ist auf der Flucht vor den eigenen Leuten, was seine Mission zusätzlich erschwert.

Meinung zum Film:
"Countdown: Mission Terror" wird als einer der aufwendigsten und teuersten russischen Actionfilme beworben und stellt den Versuch dar, amerikanischen Großproduktionen aus diesem Bereich nachzueifern, dem Publikum jedoch einen russischen Helden zu präsentieren. Außerdem nutzt der finanziell massiv vom Militär geförderte Film die Gelegenheit, die russischen Streitkräfte und Sicherheitskräfte ins rechte Licht zu rücken, auch hier bewegt man sich also in Kontinuität zu amerikanischen Actionfilmen. Das Budget des Films soll etwa 7 Millionen Dollar betragen haben, diese konnte jedoch in Russland nicht annähernd wieder eingespielt werden und auch ein großer internationaler Erfolg blieb dem Film bisher verwehrt, zu einer in Betracht gezogenen Fortsetzung kam es daher nie und auch der Regisseur des Films verschwand danach in der Bedeutungslosigkeit.

Der Film beginnt mit einer eher unüblichen Einführung des "Helden" Major Smolin. Smolin gesteht per Videobotschaft zahlreiche Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung und wird dadurch zur unerwünschten Person. Kurz danach sieht man ihn als Gefangenen tschetschenischer Rebellen, deren Konvoi von russischen Kampfhubschraubern attackiert wird. Nach seiner Flucht muss Smolin zunächst untertauchen und harrt höherer Aufgaben. Schnell wird bei "Countdown" deutlich, dass sich der Film in übelster Schwarz-Weiß-Malerei ergeht und auch in der völligen Eindimensionalität seiner Charaktere amerikanischen Vorbildern in keinster Weise nachsteht. "Die Guten", das sind die russischen Sicherheitskräfte, Milizen und Geheimdienste, ohne sie wäre die russische Bevölkerung den arabischen Terroristen und natürlich auch der Gefahr vor der eigenen Haustür, den skrupellosen Tschetschenen, hilflos ausgeliefert. Die russischen Spezialeinheiten werden dabei als Profis dargestellt, die keine Fehler machen und "Superhelden" wie Major Smolin hervorbringen. Die "Befreiungsmission" für den Moskauer Staatszirkus verläuft dann auch völlig anders als das offensichtliche reale Vorbild, die Geiselnahme von Beslan, bei der hunderte von Menschen ums Leben kamen. "Die Bösen" werden noch vervollständigt durch einen im Exil lebenden russischen Milliardär, der die Aktion unterstützt und sie zu seinem eigenen Vorteil nutzen will. Auch hier muss man kein Genie sein, um zu erkennen, dass hier der im Londoner Exil lebende, russisch-jüdische Milliardär Boris Beresowski unfreiwilligerweise Pate stand.

Am Ende zählt aber bei einem solchen Film natürlich vor allem die Action, bzw. der Unterhaltungswert und weniger die "political correctness". Und hier kann "Countdown" wirklich glänzen. Es gibt reichlich spektakuläre Explosionen, Schlägereien und Schießereien sind ebenfalls im Programm, und dank der Unterstützung der russischen Streitkräfte wird auch einiges an militärischer Hardware zu Felde geführt. Glücklicherweise wird dabei in erster Linie auf Handarbeit der alten Schule und nicht auf CGI-Effekte gesetzt. Das Ergebnis ist äußerst ansehnlich und wird vor allem pyromanisch veranlagte Zuschauer begeistern. Hinzu kommt, dass die Auseinandersetzungen wenig zimperlich verlaufen und einige Härten aufweisen. Ein Menschenleben in "Countdown" ist im Normalfall nicht viel wert und hat eine äußerst kurze Halbwertszeit, mit Blut, Einschusswunden und ähnlichem wird nicht gespart. Optisch weiß der Film weiterhin mit seinen abwechslungsreichen, ständig wechselnden Schauplätzen auf der ganzen Welt zu überzeugen. Die Story des Films kommt ohne größere Durchhänger aus und bietet bis zum Ende gute Unterhaltung, ohne dabei ausschließlich auf Action zu setzen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild überzeugt mit satten, kräftigen Farben und einer sehr guten Schärfe. Bis auf ein leichtes Bildrauschen kann die Bildqualität voll überzeugen. Auch der Ton gibt sich keine Blöße, die Dialoge sind klar verständlich und die Explosionen hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Auf der DVD befinden sich der Trailer zum Film, wahlweise in Deutsch oder Russisch, TV-Spots zum Film und eine Kurzpräsentation der Visual Effects, diese dauert jedoch lediglich knapp über 2 Minuten und kann daher nicht überzeugen. Zusätzlich gibt es ein Making Of mit einer Laufzeit von über 22 Minuten, dieses ist jedoch beinahe völlig unkommentiert und bietet nur ein paar Impressionen vom Set. Weiterhin gibt es noch den Bereich "Interviews" mit einer Laufzeit von ebenfalls knapp über 22 Minuten, hier kommen neben dem Regisseur und dem Produzenten auch einige Schauspieler zu Wort, leider reichen die Inhalte lediglich von oberflächlichem Gefasel bis hin zu peinlichster Propaganda.

Fazit:
"Countdown" ist ein handwerklich absolut gelungener Actionfilm, der sich am ehesten als eine Mischung aus "James Bond" und "Stirb Langsam" beschreiben lässt. Wer über die offensichtliche Propaganda und die eindimensionalen Charaktere hinwegsehen kann, wird auf jeden Fall gut unterhalten! Qualitativ ist die DVD sehr gelungen, die Extras können aber nicht wirklich überzeugen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
105:52 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Russisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer (Deutsch/Russisch)
  • Making Of
  • Interviews
  • Visual Effects
  • TV-Spots
Countdown: Mission Terror - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Countdown: Mission Terror
Lichnyy nomer

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Russland besiegt den internationalen Terrorismus und geht dabei wenig zimperlich vor!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland, 2004
Regie:
Yevgeni Lavrentyev
Drehbuch:
Yevgeni Lavrentyev, Yuri Sagaidak, Ramil Yamaleyev
Darsteller:
Aleksei Makarov, Louise Lombard, Vyacheslav Razbegayev, Yegor Pozenko, Yuri Tsurilo, James Derrick

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
29.03.2007