Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Danger Man - Staffel 1 - Folgen 1-20
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Danger Man - Staffel 1 - Folgen 1-20

Story:
John Drake (Patrick McGoohan) ist Geheimagent der NATO. Immer wenn die Lage besonders delikat oder ausweglos erscheint, wird er als letzter Trumpf ins Spiel gebracht. Drake hat jedoch seinen eigenen Kopf, Schusswaffen sind bei ihm verpönt und er löst seine Aufträge lieber mit Erfindungsgeist und Raffinesse. Seine Aufträge führen ihn in die entlegensten und exotischsten Länder der Erde. Die Bandbreite seiner Aufgaben ist dabei so vielfältig wie seine Talente. Drake muss Attentate aufklären, Doppelagenten und Verräter entlarven, Überläufer außer Landes schaffen, Menschenhändler bekämpfen oder auch Anschläge auf Politiker verhindern.

Meinung zum Film:
Im Jahre 1960 startete im englischen Fernsehen die etwas andere Agentenserie, "Danger Man", mit Patrick McGoohan ("Nummer 6") in der Hauptrolle und lief mit großem Erfolg. Auch bei der Erstausstrahlung in Deutschland im Jahre 1962 konnte die Serie etliche Fans für sich gewinnen. Die besondere Persönlichkeit von John Drake, fernab jeglicher typischer Agentenklischees vom Ladykiller und der Ein-Mann-Armee, kam beim Publikum so gut an, dass es die Serie auf immerhin 84 Folgen brachte. Patrick McGoohan hatte zu diesem Zeitpunkt genug von seiner Rolle als John Drake und wollte etwas völlig Neues machen. So entstand die kürzlich ebenfalls auf DVD erschienene Serie "Nummer 6" (The Prisoner), die McGoohan höchst selbst produzierte und in der er ebenfalls die Hauptrolle übernahm. Für McGoohan war "Danger Man" der große Durchbruch und machte ihn zu einem der gefragtesten TV-Darsteller. Ohne diesen Erfolg hätte er sein Projekt "The Prisoner" wohl nie realisieren können. Patrick McGoohan war in der Rolle des Agenten dermaßen überzeugend, dass er sogar als potentieller James Bond gehandelt wurde.

John Drake ist nicht einfach nur ein x-beliebiger Geheimagent und Befehlsempfänger. Er hat seinen eigenen Kopf und ist ein Gentleman mit einem strikten Ehrenkodex. Liquidierungsaufträge lehnt er ab, Waffen benutzt er nur im äußersten Notfall. Auch die Damenwelt ist vor ihm sicher, da die Konzentration auf seine Arbeit persönlichen Bedürfnissen vorangeht. Seine Agententätigkeit ist aber mehr als nur ein Beruf für John Drake. Er ist ein Überzeugungstäter, der das Unrecht bekämpfen und die Welt mit seiner Arbeit zu einem besseren Ort machen möchte. Seine große Stärke ist dabei die Kopfarbeit. Er ist ein großartiger Schauspieler, was ihm immer wieder hilft, in bestimmte Rollen zu schlüpfen, die für seine Aufträge notwendig sind, und ein Meister der Improvisation. Er versteht es immer wieder Menschen zu manipulieren und ihr Verhalten so zu beeinflussen, dass er sie in eine Falle bugsieren, bzw. dadurch sein Auftragsziel erreichen, kann. Geht es aber doch einmal hart auf hart, scheut er keineswegs die physische Konfrontation und ist ein Meister des Nahkampfes.

Die Serie besticht durch eine temporeiche Inszenierung, unterschwelligen Humor und immer wieder überraschende Wendungen. Es handelt sich um eine Mischung aus Agenten- und Kriminalfilm, wobei die Anteile von Folge zu Folge variieren. Was man der Serie sicherlich ankreiden kann, gerade heutzutage, ist eine ziemlich naive Betrachtung von Geheimdienstaktivitäten, die hier eigentlich fast immer positive Ergebnisse mit sich bringen, und selten Unschuldige gefährden. Unrecht, oder Gefahr für die Gemeinschaft westlicher Staaten geht dabei fast immer von Entwicklungsländern und "Bananenrepubliken" aus, die natürlich grundsätzlich korrupt sind. Die westlichen Länder hingegen wissen, was das Richtige für diese Regionen ist und haben daher das Recht vor Ort, nach ihrem eigenen Gutdünken, Einfluss auszuüben und die Zustände wieder zu "demokratisieren". Wenn man die Serie aber als das sieht, was sie vor allem ist, nämlich Unterhaltung, wird man als Freund stilvoller und eher altmodischer Agenten- und Kriminalfilme vortrefflich unterhalten. Anhänger von spektakulärer Action und gewalttätigen Auseinandersetzungen sind hier allerdings definitiv an der falschen Adresse.

Digitale Aufarbeitung:
Im Grunde kann man die deutschen Folgen lediglich als Bonus betrachten. Die Folgen sind gegenüber den englischen Fassungen um einige Minuten an Laufzeit erleichtert worden und die Bildqualität ist äußerst dürftig. Es gibt ein mehr als störendes Bildrauschen, sowie zahlreiche Verschmutzungen, Beschädigungen und Längsstreifen. Der Ton ist hingegen in der deutschen Synchronisation, wie auch in der englischen, sehr gut verständlich. Die englischen Folgen sind gegenüber den deutschen Folgen ungekürzt und wurden sorgfältig restauriert. Somit gibt es nur ein leichtes, nicht störendes Bildrauschen, sowie lediglich vereinzelte Defekte. Für fünf in Deutschland nicht ausgestrahlte Folgen gibt es gar keine deutsche Tonspur, für alle Folgen gibt es aber zuschaltbare deutsche Untertitel. Es ist äußerst bedauerlich, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, die deutsche Tonspur den englischen Folgen hinzuzufügen und anzupassen, um in den fehlenden Passagen auf Untertitel zurückgreifen zu können. Aufgrund der schlechten Qualität der deutschen Fassungen muss man somit auf die deutsche Synchronisation komplett verzichten. Bei Folge 15, "Colonel Rodriguez", war es nicht möglich, nach erfolgter Auswahl die englische Tonspur abzuspielen, hier scheint ein Fehler vorzuliegen, denn die Tonspur ist auf der DVD vorhanden und lässt sich unter Umgehung der DVD-Menüs auf dem PC starten.

Als Extras gibt es lediglich eine Biographie von Patrick McGoohan, eine Fotogalerie, sowie einen Episodenführer zu den einzelnen Folgen in Form von Texttafeln, der jedoch mehr als knapp ausgefallen ist.

Fazit:
"Danger Man" besticht durch intelligente Drehbücher, mit zahlreichen, nicht vorhersehbaren Wendungen und verfügt über einen unterschwelligen, typisch britischen, Humor. Patrick McGoohan ist die Idealbesetzung für den schlagkräftigen, prinzipientreuen Agenten, der die eigenen Handlungen stets mit seinem Gewissen in Einklang bringen kann. Wer sich mit ideenreichen, kopflastigen Abenteuern im Agentenmilieu anfreunden kann, sowie ein Freund des traditionellen, britischen Stils ist, der ist bei "Danger Man" definitv bestens aufgehoben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
20 Folgen á ca. 25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Biographie von Patrick McGoohan
  • Episodenführer
  • Fotogalerie
Danger Man - Staffel 1 - Folgen 1-20 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Danger Man - Geheimauftrag für John Drake
Danger Man

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Mein Name ist Drake, John Drake!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1960-1961
Regie:
Don Chaffey, Charles Frend, Patrick McGoohan, u.a.
Drehbuch:
Ralph Smart, John Roddick, Brian Clemens, u.a.
Darsteller:
Patrick McGoohan, Richard Wattis, Warren Mitchell, Michael Ripper, Donald Pleasance, Barbara Shelley

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
16.11.2006