Anzeige
 Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Do Not Adjust Your Set
Partner von Fantastic Zero
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

In der Datenbank befinden sich derzeit 2.786 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Do Not Adjust Your Set

Story:
In der Schwarz-Weiß-Sendung "Do Not Adjust Your Set" präsentieren die Darsteller Eric Idle, Michael Palin, Terry Jones, David Jason und Denise Coffey in 9 Folgen mit einer Laufzeit von jeweils rund 25 Minuten eine Reihe von Sketchen nach Drehbüchern von Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin und Terry Gilliam. Regelmäßige Einrichtungen der Reihe sind außerdem die Fortsetzungsgeschichte "Captain Fantastic", sowie die Musiknummern der "Bonzo Dog Doo Dah Band".

Meinung zum Film:
Bevor die britische Kult-Komikertruppe "Monty Python", bestehend aus Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin ihren weltweiten Siegeszug mit der TV-Reihe "Monty Python's Flying Circus" (1969-1974), sowie späteren grandiosen Kinofilmen wie "Die Ritter der Kokosnuß" (1975) antraten, erfolgten erste Gehversuche im britischen Fernsehen. Während sich Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin und Terry Gilliam mit der vorliegenden Reihe "Do Not Adjust Your Set" von 1967-1969 ihre ersten Sporen verdienten, waren Graham Chapman und John Cleese in die "At Last The 1948 Show" involviert, die 1967 ihr Bildschirmdebüt feierte und ebenfalls von epiX veröffentlicht wird. Erst die "Begegnung" dieser beiden Shows, bzw. ihrer Mitglieder, führte schließlich zur Formierung der Komikertruppe "Monty Python".

"Do Not Adjust Your Set" wurde ursprünglich als Kindersendung konzipiert und lief auch im Nachmittagsprogramm. Nachdem die Sendung jedoch auch bei Erwachsenen großen Erfolg hatte, wurde ein zusätzlicher späterer Sendeplatz für Wiederholungen eingerichtet. Angesichts der zugrunde liegenden Konzeption und Zielgruppe ist es wenig verwunderlich, dass die Reihe von der Qualität, Skurrilität und dem anarchischen Biss späterer Erfolge der Monty Pythons meilenweit entfernt ist. Auffällig ist zunächst der hohe Anteil an musikalischen Elementen innerhalb der Sendung. Die "Bonzo Dog Doo Dah Band" hat in jeder der 9 Folgen zumindest einen großen Auftritt. Diese britische Beat-Band wurde vor allem durch ihre satirischen Texte und durch die Extravaganz ihres optischen Auftretens bekannt. Sie folgt bei jedem Auftritt einer anderen Musikrichtung, ihre Outfits wirken jedoch heutzutage bestenfalls lächerlich und erinnern eher an hochprozentige Karnevalsveranstaltungen, die Texte hingegen entbehren beinahe jeglichen Sinnes und sind ziemlich peinlich. Als "Captain Fantastic" läuft David Jason ("The Odd Job") auf, der später keine größeren Bildschirmerfolge mehr feiern konnte. Sein Metier ist eindeutig der Slapstick, die Reihe folgt dabei keinerlei Logik und versucht vor allem durch Albernheiten und merkwürdige Kostüme billigster Machart zu punkten. Hinzu kommt der Einsatz von Stock-Footage und die Dauerunterlegung mit Musik, die durch ihre Schnelligkeit und schrillen Töne den Slapstickcharakter unterstreichen soll. Leider gibt es aber trotz des Fortsetzungscharakters keinen Grund, von einem roten Faden zu sprechen und der Kommentar von Captain Fantastic zerstört die Hommage an alte Stummfilmkomödien nachhaltig.

Die Sketche lassen leider vom Genius späterer Werke noch nichts erkennen. Es dominieren Plattheiten, der "gespielte Witz" und Arrangements ohne Pointe. Die Ausstattung der Sendung, verbunden mit der Optik und den Kulissen, ist dabei unglaublich billig geraten und deutet auf ein absolutes Minimalbudget hin. Zur Qualität der Sketche sind wohl (niveaulose) Beispiele am aussagekräftigsten. So gibt es eine Gesangseinlage in der zwei Personen "Wir zwei, nur wir zwei!" anstimmen, während immer mehr Menschen sich bei ihnen einhaken, es gibt peinliche Spielereien mit Lebensmitteln und natürlich darf auch die Torte im Gesicht nicht fehlen. In einem anderen Sketch geht ein Mann zu einer Ärztin, die ihn bittet, sich komplett freizumachen. Nachdem dies geschehen ist, teilt der Mann auf die Nachfrage, was denn das Problem sei, mit, seine Frau habe Kopfschmerzen. Es handelt sich hier jedoch keineswegs um "Ausreißer" sondern um repräsentative Beispiele.

Digitale Aufarbeitung:
Dem Bild ist das Alter von rund 40 Jahren sehr deutlich anzusehen und es wurde auch nicht großartig überarbeitet. Es liegt ein extrem starkes Bildrauschen mit einigen Verschmutzungen vor, auch Störstreifen sind vorhanden. Die Schärfe kann dadurch, vor allem in Bewegung, auch nicht überzeugen. Einen besseren Eindruck macht die englische Tonspur, zwar ist sie ein wenig dumpf ausgefallen und weist hin und wieder ein leichtes Rauschen auf, eine gute Verständlichkeit ist aber immer gewährleistet. Die DVD beinhaltet deutsche Untertitel für alle Folgen.

Die zweite DVD enthält jeweils die Trailer der UK-DVDs und der US-DVDs zu "At Last The 1948 Show" und "Do Not Adjust Your Set". Weiterhin gibt es im Bonusbereich zwei Interviews, erstens ein rund 17-minütiges mit Tim Brooke-Taylor, zweitens ein etwa 15-minütgies mit Terry Jones. Das erste Interview wirkt allerdings ziemlich deplaziert, da Brooke-Taylor darin lediglich über die "At Last The 1948 Show" philosophiert. Wesentlich interessanter ist dagegen das Interview mit Terry Jones, der einige Details zur Produktion, Konzeption und Arbeitsweise bei "Do Not Adjust Your Set" beizutragen hat. Der Verkaufs-DVD soll außerdem ein Komödienstammbaum-Poster beiliegen, das zur Rezension nicht vorlag.

Fazit:
"Do Not Adjust Your Set" ist wohl vor allem aus historischen Gründen interessant, inhaltlich ist die Reihe äußerst zahm und extrem platt geraten. Anarchische Einfälle sucht man mit der Lupe, die Pointe geht oft im Verlauf des Sketches verloren oder ist schon im Ansatz erkennbar und die ständigen Musikeinlagen sind vor allem nervtötend. Insgesamt kann man hier nur von Klamauk der peinlichen Sorte sprechen und die Bildqualität präsentiert sich bei dieser Veröffentlichung qualitativ analog dazu, was aber wohl der Vorlage geschuldet sein dürfte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,33:1
1,33:1
223:35 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interview mit Tim Brooke-Taylor
  • Interview mit Terry Jones
  • US-DVD-Trailer zu "At Last the 1948 Show" + "Do Not Adjust Your Set"
  • UK-DVD-Trailer zu "At Last the 1948 Show" + "Do Not Adjust Your Set"
Do Not Adjust Your Set - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Do Not Adjust Your Set
Do Not Adjust Your Set

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Jugendsünden der Monty Pythons in schwacher technischer Präsentation


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1967-1969
Regie:
Adrian Cooper, Daphne Shadwell
Drehbuch:
Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin
Darsteller:
Eric Idle, Michael Palin, Terry Jones, David Jones, Denise Coffey, Neil Innes und die "Bonzo Dog Doo Dah Band"

Label Deutschland :
Epix
Verleihstart Deutschland :
12.04.2007
Verkaufsstart Deutschland :
14.06.2007

Vertrieb Schweiz :
Epix
Verleihstart Schweiz :
12.04.2007
Verkaufsstart Schweiz :
14.06.2007