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DVD-Besprechung - Drawn in Blood
Story:
Marian (Anna Fin) reist von New York nach Berlin, um die Leiche ihres Bruders zu überführen und seinen Besitzstand aufzulösen. Nach den Ermittlungen der Polizei hat er Selbstmord begangen und sich aus dem Fenster seines Apartments gestürzt. Marian glaubt jedoch nicht daran und entwickelt schon bald eigene Mordtheorien, die die Polizei aber nicht ernst nimmt. Ihre Nachforschungen liefern jedoch immer mehr Indizien, die auf eine wie auch immer geartete Verwicklung des Comiczeichners Eric (Tim Williams) in diese Sache hindeutet. Der Fall wird immer komplizierter und gefährlicher für Marian, als sie sich auch noch in Eric verliebt, denn mehrere seiner Gespielinnen wurden bereits das Opfer eines Psychopathen, bei dem es sich auch um Eric selbst handeln könnte.
Meinung zum Film:
"Drawn in Blood" ist eine deutsche Produktion, an der epiX beteiligt war, und die komplett in Englisch gedreht wurde. Regisseur Péter Palátsik ist bisher nur durch seine TV-Komödie "Wie man seinen Ex verlässt" in Erscheinung getreten.
Der Film trieft leider nur so vor Klischees. Wir haben hier den üblichen Selbstmord, von dem die Polizei fest überzeugt ist, der Hauptdarsteller unserer Geschichte, hier Marian, aber absolut nicht. Sie beginnt eigene Nachforschungen, die von der Polizei mal wieder nicht ernstgenommen werden und begegnet einem geheimnisvollen Unbekannten, der sich fortwährend verdächtig macht. Weiterhin verliebt sie sich und beginnt eine Affäre mit dem Hauptverdächtigen einer Reihe von brutalen Morden. Innovationen oder großartige Plot-Twists darf in diesem Film niemand ernsthaft erwarten. Der Kreis der Verdächtigen ist äußerst klein, verkleinert sich im Verlauf des Films noch weiter und am Ende ist es dann auch der, von dem man es bereits die ganze Zeit angenommen hat. Bis dahin verschenkt der Film aber noch zusätzlich einiges an Potential und verstrickt sich in kleineren Logikfehlern. Beispielsweise befindet sich Marian unter immensem Zeitdruck und muss sehr bald in die USA abreisen, um eine wichtige Kunstauktion zu leiten. Ihre Nachforschungen werden dadurch natürlich massiv beeinflusst und sie braucht schnelle Ergebnisse. Diese schnellen Ergebnisse gibt es aber nicht und plötzlich, ohne weitere Erklärungen, teilt sie ihrer Freundin Susann (Luise Bähr) lapidar mit, dass sie noch länger in Deutschland bleiben wird. Am meisten Potential wird jedoch bei der Figur des "Bergen", gespielt von Dan van Husen ("Nosferatu - Phantom der Nacht"), verschenkt. Das Drehbuch degradiert seine Figur zur Randerscheinung, obwohl er einerseits neben Eric, der ebenfalls völlig blass bleibt, als Hauptverdächtiger präsentiert wird, und andererseits einer der wenigen ist, die Marian und ihren Vermutungen Glauben schenken und ihr helfen wollen, auch wenn sie das nicht registriert.
Der Film plätschert leider bis zum Finale ohne großartige Geschehnisse oder echte Spannung vor sich hin und man hat beinahe das Gefühl, sich in einem zweitklassigen Fernsehkrimi zu befinden. Einziger Lichtblick sind die bei den Morden eingespielten, kurzen animierten Comicsequenzen, die mit sichtbar viel handwerklichem Aufwand entstanden sind und dem Film einen gewissen eigenen Stil vermitteln. Weiterhin hervorzuheben sind die in ihrer ersten Hauptrolle vollends überzeugende junge Anna Fin und die gelungene Optik des Films, die mit tristen Farben und Filtern, genau wie die dramatische Musik, die düstere Geschichte geschickt atmosphärisch untermalt.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des Films ist alles andere als überragend. Den gesamten Film durchzieht ein heftiges Rauschen, das besonders in dunkleren Szenen störend hervortritt und manchmal beinahe indiskutabel ist. Weiterhin blitzen immer wieder kleinere Defekte auf. Die deutschen und englischen Tonspuren sind hingegen zu jedem Zeitpunkt klar verständlich und überzeugen.
Die Quantität der Extras bürgt bei dieser DVD leider nicht für Qualität. Neben dem Trailer und den relativ uninteressanten Outtakes, entfallenen und erweiterten Szenen, sowie zwei Bildergalerien, gibt es auch noch einen Audiokommentar mit Péter Palátsik, Anna Fin, Tim Williams und Luise Bähr, sowie Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern Tim Williams, Tomas Spencer und Dan van Husen. Die Interviews sind leider trotz ihrer Laufzeit von immerhin 36 Minuten absolut inhaltsleer und schlecht gemacht. Péter Palátsik ermüdet durch eine sehr tranige Erzählweise mit häufigem Stocken, Tim Williams wirkt nicht nur wegen der Flasche Bier und Kippe in seiner Hand, als wäre er stark angeheitert und Tomas Spencer fehlen häufig schlichtweg die Worte. Das ebenfalls enthaltene 18-minütige Making Of kann auch nicht überzeugen, da es völlig unkommentiert verläuft. Am gelungensten ist letztlich der englische Audiokommentar. Die meiste Zeit spricht nur Péter Palátsik, hier aber zum Glück weit engagierter als im bereits erwähnten Interview. Leider gibt es keine deutschen Untertitel dazu.
Fazit:
"Drawn in Blood" ist zwar auf handwerklicher Ebene gelungen und in einigen Punkten sogar innovativ, das Drehbuch zeichnet sich aber vor allem durch Langeweile, oberflächliche Charaktere und eine absolut vorhersehbare Handlung aus und kann deshalb insgesamt als Thriller nicht überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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93:00 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Making Of
- Deleted Scenes
- Erweiterte Szenen
- Audiokommentar mit Péter Palátsik, Anna Fin, Tim Williams und Luise Bähr
- Outtakes
- Interviews mit Regisseur und Darstellern
- Bildergalerien
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Drawn in Blood
Drawn in Blood
Biederer Thriller nach altbekanntem Strickmuster, der aber immerhin optisch innovativ ist
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2005 Regie: Péter Palátsik Drehbuch: Derek Meister, Bennett Owen Darsteller: Anna Fin, Tim Williams, Dan van Husen, Luise Bähr, Sabine Vitua, Patrick Dewayne
Label :
Epix
Verkaufsstart : 12.10.2006
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