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DVD-Besprechung - Ein Gespenst geht nach Amerika
Story:
Der junge Murdoch Glourie (Robert Donat) soll im Auftrag seines Vaters die Beleidigung rächen, die diesem durch den Clan der McLaggens angetan wurde. Dummerweise wird der junge Murdoch bei dem Versuch versehentlich in die Luft gejagt. Sein Vater verflucht ihn daraufhin dazu, solange im Familienschloss herumzuspuken, bis es ihm gelingt, die Schmach gegenüber den McLaggens zu tilgen. Als der jüngste Nachfahre der Glouries, Donald (Robert Donat), rund zweihundert Jahre später in arge Geldnöte gerät, verkauft er das Schloss an eine reiche amerikanische Familie. Sie plant das Schloss abzureißen und Stein für Stein in Amerika wieder aufzubauen. Zu allem Überfluss verliebt er sich auch noch in deren junge Tochter Peggy (Jean Parker).
Meinung zum Film:
"Ein Gespenst geht nach Amerika" ist abweichend von den Erwartungen, die der Titel schüren mag alles andere als eine Gruselkomödie. Am ehesten kann man den Film wohl als altmodische, harmlose Verwechslungskomödie mit romantischem Einschlag betrachten. "Ein Gespenst geht nach Amerika" bietet äußerst seichte Unterhaltung und das, trotz der geringen Laufzeit von nur 78 Minuten, in ziemlich gemächlichem Tempo. Den Großteil seiner komödiantischen Elemente bezieht der Film aus den Situationen, in denen Peggy Geist und Nachfahren der Glouries verwechselt und somit immer wieder Missverständnisse entstehen. Weiterhin gibt es wiederholt kleine Seitenhiebe auf Konsum- und Werbewahn der Amerikaner, sowie das britische Traditionsbewusstsein. Auch wenn keines der einzelnen Elemente die ganz großen Lacher hervorruft, gibt es doch ein paar Stellen, die zum schmunzeln anregen. Somit ist der Film dann auch in der Lage, einen gewissen eigenen Charme zu entfalten, wozu auch noch die offensichtlichen Budgetrestriktionen (z.B. Spielzeugschiff bei der Überfahrt nach Amerika) beitragen. Die sich nebenher weiterentwickelnde Romanze zwischen Peggy und Donald/Murdoch wirkt nie störend oder kitschig, stellt aber insgesamt auch kein dominierendes Element des Films dar. Trotz fehlender Höhepunkte wird der Film niemals wirklich langweilig.
Hauptdarsteller Robert Donat kann leider in seiner Doppelrolle als Murdoch und Donald keinen der beiden Charaktere wirklich mit Leben füllen. Beide Figuren sind durch das Drehbuch nur äußerst oberflächlich ausgearbeitet, weshalb auch ihre trennscharfe Wahrnehmung schwer fällt. Im Grunde stellt ihre gegensätzliche Kleidung (Kilt/Anzug) den größten Unterschied dar. Das einzige wirkliche darstellerische Highlight bietet Eugene Palette ("Im Zeichen des Zorro") in der Rolle des Amerikaners Mr. Martin, dem Käufer des Schlosses. Martin ist ein stinkreicher Geschäftsmann und Besitzer einer großen Feinkostkette, dem keine Idee zu ausgefallen oder geschmacklos ist, um seine Produkte zu bewerben. Während die anderen Charaktere eher schablonenhaft ausgestaltet wurden, ist Mr. Martin das völlig überzeichnete prototypische Vorbild eines amerikanischen Self-Made-Millionärs, der aus jeder noch so abwegigen Idee ein Vermögen macht und vor allem ein Meister der Selbstinszenierung ist.
Das Gespenst Murdoch will Niemanden erschrecken, sondern flirtet lieber mit jungen Damen und möchte seinem ungewollten Schicksal möglichst schnell entrinnen. Die Rache für die Demütigung in der Vergangenheit ist dafür aber die notwendige Voraussetzung. Allerdings wird dieser wesentliche Handlungsfaden schon sehr früh fallengelassen, nur um wenige Minuten vor Schluss doch wieder aufgenommen zu werden, was dann zu einem überhastet wirkenden Ende führt. Hier gelingt es dem Film dann in wenig überzeugender, weil konstruiert wirkender Manier, beide Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen und zu einem Schluss zu bringen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist durchgehend leicht verrauscht, was aber nie wirklich störend ist. Weiterhin weist das Bild einige Verschmutzungen u.ä. auf, auch helle, senkrechte Laufstreifen sind häufiger anzutreffen. Das Bild scheint allgemein etwas zu hell geraten zu sein, die Schärfe ist vor allem bei den helleren Szenen nicht immer überzeugend und führt zusammen mit einem oft mangelhaften Kontrast zu einem unscharfen, "milchigen" Bild. Die deutsche Tonspur ist klar verständlich und kommt ohne größere Schwächen daher, die englische Tonspur hingegen hat mit einigen Problemen, wie z.B. Rauschen und Störgeräuschen zu kämpfen. Bei der Laufzeit von 61:59 Minuten existiert eine Szene von rund zehn Sekunden, die nicht synchronisiert ist und mit festen deutschen Untertiteln abläuft. Insgesamt sind Bild und Ton für einen Film dieses Alters zufriedenstellend, mit mehr Aufwand wäre aber ein noch besseres Ergebnis möglich gewesen.
Die Extras sind mehr als spärlich. Es gibt lediglich eine im Grunde überflüssige Fotogalerie mit 6 Bildern.
Fazit:
"Ein Gespenst geht nach Amerika" ist eine kleine, harmlose Komödie älteren Baujahrs, die auch für jüngere Semester geeignet ist. Freunde älterer britischer Komödien sollten ruhig mal einen Blick riskieren, sowohl Gruselfreunde als auch Liebhaber der Romantik sind hier allerdings an der falschen Adresse.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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78:44 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Ein Gespenst geht nach Amerika
The Ghost goes West
Seichte Komödie mit einem gewissen Charme, aber dramaturgischen Mängeln
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1935 Regie: Renè Clair Drehbuch: Renè Clair, Eric Keown Darsteller: Robert Donat, Jean Parker, Eugene Pallette, Everley Gregg, Elsa Lanchester, Patricia Hilliard
Label :
MC One
Verkaufsstart : 13.07.2006
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