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DVD-Besprechung - Marie Antoinette
Story:
Marie Antoinette (Kirsten Dunst) wird mit gerade einmal 15 Jahren
verheiratet und soll später an der Seite Louis XVI. (Jason Schwartzman)
die Geschicke Frankreichs als dessen Königin leiten. Doch sie stößt auf
zahlreiche Probleme am Hof. Das strenge Protokoll, ein Mann, der sie
zunächst nicht zu entjungfern vermag und böse Gerüchte, die die Runde
machen, lassen sie nur schwer in den Alltag am Hof finden. Sie schafft
es nach und nach die Probleme anzugehen und ihrem Mann drei Kinder zu
gebären. Doch dann bricht die französische Revolution aus.
Meinung zum Film:
Es ist sicher nicht das erste Mal, dass bei einem Film, der in der
Vergangenheit spielt, auf das Stilmittel des Rock'n'Roll an ganz und
gar nicht passender Stelle zurückgegriffen wird. Nun ist "Marie
Antoinette" aber nicht wie einst "Ritter der Leidenschaft" angelegt.
Der Film soll die Geschichte von Marie Antoinette recht genau
widerspiegeln, die einst an der Seite von Louis XVI. Königin von
Frankreich und während der Französischen Revolution hingerichtet wurde
und so hat man dieses Stilmittel nur begrenzt eingesetzt. Das ist in
Sachen Authentizität sicher auch gut gewesen und auf diese wurde auch
bei der Ausstattung sehr viel Wert gelegt. So ist ein Film entstanden,
dem man das gezeigte Szenario aus dem 18. Jahrhundert wirklich ansieht.
Auch die Wahl der Drehorte ist gut gewesen, es werden einige sehr
beeindruckende Schlösser gezeigt.
Doch was man bei der Authentizität in Sachen Ausstattung
richtig gemacht hat, das hat man dann beim Drehbuch selbst falsch
gemacht. Es gibt zahlreiche Fehler zu vermelden. Das fängt schon bei
der Einführung der Königin an, deren neutrale "Übergabe" von Österreich
nach Frankreich nicht in einem Wald, sondern auf einer Rheininsel
stattfand. Nicht einmal die Halsbandaffäre wird thematisiert, obwohl
sie mit eine der Grundlagen für den Hass der Bevölkerung auf die
Königin war. Maria Theresia wird darüber hinaus viel zu nett
dargestellt, sie war in Wirklichkeit keine einfache Frau. So
sympathisch, wie Kirsten Dunst ("Spider-Man") die einstige französische
Königin darstellt, wird sie nicht gewesen sein. Sie lebte
verschwenderisch und hatte kein Gefühl für die Armen. Die Aussage "Wenn
sie kein Brot haben, sollen sie eben Brioche essen" ist allerdings
nicht von ihr, sondern wurde ihr von Jean-Jacques Rousseau in den Mund
geschoben.
Was dem Film auch vollkommen abgeht, ist das Gefühl für die Weltpolitik
von einst. Nicht das verschwenderische Leben der Königin war die
Ursache für die französische Revolution. Es waren unvernünftige Kriege,
die das Land ausbluten ließen. Kriege, die hätten vermieden werden
können und vor allem Frankreichs Unterstützung für die Revolution in
Amerika. Dies wird unzureichend thematisiert und so bleibt der Film
weit hinter den Erwartungen zurück, ein glaubhaftes und vollständiges
Bild der damaligen Zeit zu zeichnen. Hier hätte man sicher mehr Zeit in
die Recherche investieren können, nein sogar müssen. Sofia Coppola
bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, die man an sie nach dem
Erfolg von "Lost in Translation" geknüpft hat. Sie versteht es nicht,
ein wirkliches Drama aus dem historisch sehr interessanten Stoff zu
machen und was noch viel schwerer wiegt: Sie bringt es nicht fertig,
ihre Darsteller ausreichend anzuleiten. Alleine Kirsten Dunst bleibt im
Gedächtnis hängen. Der Rest des Casts, allen voran Jason Schwartzman
("CQ") bleiben ausnahmslos blass. Bleibt noch zu erwähnen, dass noch
nicht einmal das Ende des Films wirklich zu überzeugen weiß.
Digitale Aufarbeitung:
Ein sehr gutes Bild mit guten Kontrasten und satten, lebendigen Farben
mischt sich mit einem gut abgemischten Ton in Dolby Digital 5.1, der in
Deutsch und Englisch vorliegt, zu einem harmonischen Gesamtbild.
Ein 25-minütiges Making Of steht dem Zuschauer zur Verfügung.
Daneben gibt es zwei Trailer, eine Übersicht über entfallene Szenen und
außerdem eine Schlossführung für MTV durch Versailles mit Ludwig XVI,
bzw. dessen Darsteller Jason Schwartzman. Insgesamt ausreichend.
Fazit:
Historisch vielfach unvollständig ist "Marie Antoinette" keine gute
Verfilmung eines Stoffes, der viel mehr hätte erwarten lassen, zumal
mit einer Regisseurin, die eigentlich schon gute Arbeit abgeliefert
hat. Hier muss man einfach auf voller Linie enttäuscht sein.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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118:33 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of Marie Antoinette
- Entfallene Szenen
- Marie Antoinette Kino Trailer
- Marie Antoinette Teaser Trailer
- Schlossführung mit Ludwig XVI
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Marie Antoinette
Marie Antoinette
Positive PR gone bad
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Sofia Coppola Drehbuch: Antonia Fraser, Sofia Coppola Darsteller: Asia Argento, Jason Schwartzman, Kirsten Dunst, Molly Shannon, Rip Torn, Steve Coogan, Tom Meighan
Label :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart : 03.04.2007
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