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DVD-Besprechung - Tomie
Story:
Die junge Tsukiko Izumisawa (Mami Nakamura) wird von Albträumen geplagt
und sie versucht herauszufinden, woher diese kommen. Unterdessen ist
Detective Harada (Tomorowo Taguchi) bemüht, einige rätselhafte
Todesfälle aufzuklären, die im Zusammenhang mit Tomie Kawakami (Miho
Kanno) stehen. Nach und nach stellt sich heraus, dass die Fälle und
Tsukikos Albträume eine Verbindung zu haben scheinen…
Meinung zum Film:
„Tomie“ ist kein einfach gestrickter Film und so kann es dem Zuschauer
schon einmal so gehen, dass er nach 90 Minuten vor dem Fernseher sitzt
und sich fragen muss, was er denn da überhaupt gesehen hat. Wo war die
Geschichte? Was war der Sinn der letzten ungefähr 90 Minuten? Hat man
hier vielleicht einfach nur den falschen Film ausgewählt und aus
Versehen das falsche Genre erwischt? Was wollte uns denn der Regisseur
überhaupt sagen? So oder so wird es sehr wahrscheinlich sein, dass dem
Zuschauer viele, viele Fragen durch den Kopf gehen werden. Und dabei
ist der Ursprung des Films doch eigentlich sehr interessant. Denn hier
wurde ein Comic verfilmt – oder besser ein Manga, wie man die Comics in
Japan nennt. Mangas gibt es in sehr vielen Genres, etwas, was wohl auch
in Deutschland zu deren Erfolg beigetragen hat. Und Horror ist „nur“
ein Thema unter Vielen. Tomie wurde zwischen 1999 und 2005 in
verschiedenen Kurzgeschichten veröffentlicht und in den Himmel gelobt.
Nun sollte man also meinen, dass ein hochgelobter Manga einen
guten Film hervorbringen sollte. Gerade Mangas sind absolut visuell
erzählte Comics, die sich vielfach gerade bei Filmen Vorbilder genommen
haben. Und doch genügt die Verfilmung von „Tomie“ noch nicht einmal den
einfachsten Anforderungen an einen guten Film, von den Voraussetzungen
für einen guten Horrorfilm sollte hier gar nicht erst gesprochen
werden. Was ganz eindeutig fehlt ist eine durchschaubare Geschichte,
bei der der Zuschauer am Schluss nicht mit den großen Fragezeichen über
dem Kopf zurückbleibt. Die Geschichte wird derart verwirrend erzählt,
dass dem Zuschauer oft nur noch eine Möglichkeit bleibt: Die
Inhaltsangabe zu lesen und das ist ja nun nicht unbedingt der Sinn
eines Filmes.
Bleibt noch die Frage nach dem Horror in der Geschichte zu
klären und auch hier versagt der Film zum Großteil. Die wirklichen
Horrorszenen kann man schon an einer Hand abzählen, die vermutlich
unheimlichste Szene ist die, in der in einer Badewanne Blut aufsteigt.
Nun ist dies aber eine Szene, die bereits zum Erbrechen in anderen
Horrorfilmen verwendet wurde und maximal eine leichte Gänsehaut
erzeugt. Der Rest ist harmlos, die Szenen mit den Leichen sind oft
genug in billiger produzierten Fernsehserien besser gemacht und
eigentlich hat der Film den Titel Horrorfilm nicht im Geringsten
verdient. Ein guter Horrorfilm lebt von seiner guten Atmosphäre, die
aber bei „Tomie“ nicht wirklich vorhanden ist, was vielleicht auch an
der ungenügenden Unterstützung durch die Musik liegt. Die
schauspielerische Leistung wertet den Film dabei auch nicht auf und
wenn überhaupt bleibt noch Mami Nakamura („Tokyo Trash Baby“) im
Gedächtnis hängen. Der Rest des Casts bleibt bis hin zur
Unkenntlichkeit blass.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild präsentiert sich recht dunkel und mit ungenügenden Kontrasten.
Es fällt schwer, in dunklen Szenen am Ball zu bleiben. Die Farben
wirken gedeckt. Auffallend bei der deutschen Synchronisation ist, dass
die Stimmen der Protagonisten etwas aufgesetzt wirken und nicht perfekt
in die Szenerie eingebettet sind. Von den Effekten her sind aber beide
Tonspuren in Deutsch und Japanisch gleichwertig und präsentieren einen
guten Surround-Soundtrack.
Das beiliegende Making Of ist kurz und nicht sonderlich informativ. Des Weiteren liegt nur noch der Trailer dem Film bei.
Fazit:
Wer den Manga gelesen hat, sollte von der Verfilmung von „Tomie“ nicht
zu viel erwarten. Wer einen Horrorfilm erwartet, der sollte gar nicht
erst zugreifen. Insgesamt sollte man sich nur dann den Film anschauen,
wenn man mal wieder eine wirklich schlechte Arbeit sehen will.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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94:58 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Japanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Behind the Scenes
- Trailer
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Tomie
Tomie
Flacher Horror
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 1999 Regie: Ataru Oikawa Drehbuch: Ataru Oikawa, Junji Ito Darsteller: Ikko Suzuki, Kae Minami, Kenji Mizuhashi, Kouta Kusano, Mami Nakamura, Miho Kanno, Tomorowo Taguchi, Yoriko Douguchi
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 23.02.2007
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