Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  The Tribe - DVD-Box 1
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - The Tribe - DVD-Box 1

Story:
Ein unvorstellbarer Virus hat auf der ganzen Welt gewütet und alle Erwachsenen sind daran gestorben. Übrig geblieben sind nur Kinder und Jugendliche, die nun ums nackte Überleben kämpfen. Strom, Wasser, die öffentliche Versorgung allgemein ist zusammen gebrochen und unter den Überlebenden haben sich verschiedene Tribes gebildet, die zum Teil gewaltsam durch die Straßen ziehen. In einer ehemaligen Mall kommen ein paar Jugendliche und Kinder unter, die keinem Tribe angehören und sich nach und nach zusammenraufen müssen. Über einen längeren Zeitraum schaffen sie es, eine verschworene Gruppe zu bilden und entgegen aller Wahrscheinlichkeit zu überleben…

Meinung zum Film:
Zwischen 1999 und 2004 wurden insgesamt 5 Seasons von "The Tribe" mit jeweils 52 Folgen gedreht und ausgestrahlt. Es gibt weltweit eine große Anzahl an Fans, die noch immer mitfiebern, darunter auch in Deutschland und so verwundert es nicht, dass es zahlreiche Fansites im Internet gibt. Die älteren Kinder des Tribes waren zu Beginn der Serie gerade einmal 15 Jahre alt, was sicher auch zur Authentizität der Serie beiträgt, denn hätte man erwachsene Darsteller genommen und diese auf jünger getrimmt, wäre das mit Sicherheit recht schnell ins Auge gefallen und hätte das Konzept der Serie umgeworfen. Die Faszination der Serie wird schnell klar. Keine Erwachsenen, nur halbwüchsige oder sogar noch kleine Kinder, das birgt jede Menge Konfliktpotential und macht jede der einzelnen Folgen sehr spannend. Werden sie es fertig bekommen, zu überleben? Von was leben sie eigentlich? Was essen und trinken sie, wie sieht es mit den einfachen Bedürfnissen des Lebens wie Waschen, Schlafen und vielleicht sogar Kinder kriegen aus? Kann sich überhaupt ein normales und geordnetes Leben einstellen? Das sind ganz elementare Fragen, die in der heutigen Zeit ganz alltäglich geregelt sind. Aber was ist nun, wenn das Leben eigentlich wieder auf Steinzeit-Niveau abgesunken ist? Denn die Kinder haben freilich nicht das Wissen, um Stromgeneratoren zu reparieren oder Wasserleitungen in Stand zu setzen.

Genau diese elementaren Dinge werden nach und nach in der Serie behandelt und es werden Lösungen erarbeitet. Da ist die Geburt des kleinen Kindes in einer der ersten Episoden, bei der es zu Komplikationen in Form eines Kindbettfiebers kommt. Zwar war der Vater eines der Kinder ein Arzt, aber das Wissen, welche Medikamente wann gegeben werden müssen, das müssen sich die Kinder erst durch Bücher und CD-ROMs aneignen. Hier wird ausgezeichnete Arbeit von den Autoren der Serie geleistet, die nicht einfach etwas als selbstverständlich hinstellen, sondern auch daran denken aufzuzeigen, wo das Wissen herkommt. Natürlich sind auch die zwischenmenschlichen Beziehungen ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Serie und auch hier wird reichlich Platz gelassen, damit sich die Charaktere frei entfalten und auch Fehler machen können. Sie sind nicht perfekt organisiert und oft genug stehen auch ihre Gefühle im Weg. Ganz so, wie man es eben von Kindern und Teenagern erwartet. Dass man als Setting der Geschichte eine ehemalige Einkaufsmall ausgesucht hat, hilft noch zusätzlich zunächst ein Wir-Gefühl in der Gruppe aufzubauen. Insgesamt merkt man der Serie an, dass man nicht einfach ohne Vorplanung hinein gegangen ist, sondern sich sehr Wohl Gedanken darüber gemacht hat, wie was zusammen gefügt werden soll. Vielleicht werden ältere Zuschauer sich an den vielen Gesprächen, den manchmal widersprüchlichen Gefühlen, die die Charaktere versprühen, stören. Aber sie sind in der Phase des Lebens, in der die Charaktere stehen, genau richtig platziert. Sicher trägt auch die schauspielerische Qualität eine große Rolle und hier muss man auch ein großes Kompliment an das Casting stellen, denn auch wenn hier "nur" Kinder zu sehen sind, sie stellen ihre Rollen hervorragend dar.

Bei allem Licht, das diese Serie versprüht, gibt es doch auch einige Schattenseiten. Und die manifestieren sich vor allem in Sachen Plausibilität und Realismus. Da muss zunächst beim Virus angesetzt werden. Es wäre durchaus denkbar, dass es ein Virus gibt, das sich anhand des hormonellen Zustands eines Menschen ausbreitet. Bekanntermaßen haben Erwachsene einen anderen Hormonspiegel als Kinder. Was ist aber mit Jugendlichen in der Pubertät? Deren Hormonspiegel unterscheidet sich weit weniger von dem eines Erwachsenen als der eines Kindes und somit müssten ja eigentlich auch die Jugendlichen von dem Virus betroffen sein. Nun hätte man diese in der Serie sicher nicht sterben lassen können, weil eine Serie über Kinder nicht nur problematisch zu drehen gewesen wäre, sondern auch viele Konflikte auf der Liebesebene ausgeschlossen hätte. Dennoch ist dieser Virus wohl in Wirklichkeit gar nicht denkbar. Dann ist es so, dass über die gesamte erste Season hinweg immer noch irgendwo kleine Feuerchen brennen. Das ist zwar atmosphärisch nett, aber nicht realistisch, da Feuer irgendwann alles aufbrauchen, von dem sie brennen und nachdem die Erwachsenen schon seit Monaten nicht mehr da sind, sollten sie schon nicht mehr wüten. Geht man mal davon aus, dass die Kriegertribes die Feuer immer wieder entfachen, sollten sie wenigstens immer mal wieder an anderen Stellen sein. Unlogisch ist sicher auch, dass die Kinder trotz des Kampfs ums Überleben immer wieder Zeit finden, sich aufzustylen. Es gibt noch einige weitere Dinge, die bei näherer Betrachtung eigentlich nur die Atmosphäre aufpeppen sollen, aber oft genug logisch nicht erklärt werden können.

Digitale Aufarbeitung:
Ob man beim Dreh schon an eine DVD-Veröffentlichung gedacht hat? Jedenfalls ist das Bild bereits ab der ersten Season im schönen Breitformat angelegt worden. Die Farben wurden kräftig, aber nicht zu aufdringlich auf die DVD übertragen, der Kontrast wurde gut gesetzt. Insgesamt präsentiert sich ein hervorragendes Bild. Der Ton liegt in Englisch und Deutsch in Dolby Digital 2.0 vor. Auffällig ist dabei, dass die englischen Stimmen deutlich erwachsener klingen als die deutschen. Ob man hier bei der Synchronisation die Stimmung künstlich verniedlichen wollte?

Der Box liegt insgesamt ein Bonusmaterial von fast einer Stunde bei. Das ist insgesamt sehr viel für eine solche Serie. Das Making Of ist sehr interessant und zeigt einige Dinge, die in dieser Box noch nicht zu sehen sind. Hier sollte man nicht unbedingt reinsehen, wenn man sich ein paar Überraschungen aufheben will. Die Outtakes mit den besten Fehlern von den Dreharbeiten sind auch sehr lang und wirklich lustig anzusehen.

Leider sind nur die ersten 26 Folgen der ersten Season enthalten, so dass man insgesamt zwei Boxen kaufen muss, um alle Folgen sehen zu können. Das ist leider inzwischen eine Normalität bei der Veröffentlichung von Serien.

Fazit:
"The Tribe" basiert auf einem interessanten Konzept und entwickelt sich nach und nach zu einer hervorragenden Serie. Die DVD ist technisch sehr gut, die Extras sind vergleichsweise üppig ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
26 Folgen à ca. 25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Outtakes  
The Tribe - DVD-Box 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Tribe - Season 1.1
The Tribe - Season 1

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Eine Welt ohne Erwachsene


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Neuseeland, 1999
Regie:
Danny Mulheron, Simon Murray
Drehbuch:
Verschiedene
Darsteller:
Caleb Ross, Dwayne Cameron, Meryl Cassie, Victoria Spence

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
12.01.2007