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DVD-Besprechung - The Tribe - DVD-Box 1
Story:
Ein unvorstellbarer Virus hat auf der ganzen Welt gewütet und alle
Erwachsenen sind daran gestorben. Übrig geblieben sind nur Kinder und
Jugendliche, die nun ums nackte Überleben kämpfen. Strom, Wasser, die
öffentliche Versorgung allgemein ist zusammen gebrochen und unter den
Überlebenden haben sich verschiedene Tribes gebildet, die zum Teil
gewaltsam durch die Straßen ziehen. In einer ehemaligen Mall kommen ein
paar Jugendliche und Kinder unter, die keinem Tribe angehören und sich
nach und nach zusammenraufen müssen. Über einen längeren Zeitraum
schaffen sie es, eine verschworene Gruppe zu bilden und entgegen aller
Wahrscheinlichkeit zu überleben…
Meinung zum Film:
Zwischen 1999 und 2004 wurden insgesamt 5 Seasons von "The Tribe" mit
jeweils 52 Folgen gedreht und ausgestrahlt. Es gibt weltweit eine große
Anzahl an Fans, die noch immer mitfiebern, darunter auch in Deutschland
und so verwundert es nicht, dass es zahlreiche Fansites im Internet
gibt. Die älteren Kinder des Tribes waren zu Beginn der Serie gerade
einmal 15 Jahre alt, was sicher auch zur Authentizität der Serie
beiträgt, denn hätte man erwachsene Darsteller genommen und diese auf
jünger getrimmt, wäre das mit Sicherheit recht schnell ins Auge
gefallen und hätte das Konzept der Serie umgeworfen. Die Faszination
der Serie wird schnell klar. Keine Erwachsenen, nur halbwüchsige oder
sogar noch kleine Kinder, das birgt jede Menge Konfliktpotential und
macht jede der einzelnen Folgen sehr spannend. Werden sie es fertig
bekommen, zu überleben? Von was leben sie eigentlich? Was essen und
trinken sie, wie sieht es mit den einfachen Bedürfnissen des Lebens wie
Waschen, Schlafen und vielleicht sogar Kinder kriegen aus? Kann sich
überhaupt ein normales und geordnetes Leben einstellen? Das sind ganz
elementare Fragen, die in der heutigen Zeit ganz alltäglich geregelt
sind. Aber was ist nun, wenn das Leben eigentlich wieder auf
Steinzeit-Niveau abgesunken ist? Denn die Kinder haben freilich nicht
das Wissen, um Stromgeneratoren zu reparieren oder Wasserleitungen in
Stand zu setzen.
Genau diese elementaren Dinge werden nach und nach in der
Serie behandelt und es werden Lösungen erarbeitet. Da ist die Geburt
des kleinen Kindes in einer der ersten Episoden, bei der es zu
Komplikationen in Form eines Kindbettfiebers kommt. Zwar war der Vater
eines der Kinder ein Arzt, aber das Wissen, welche Medikamente wann
gegeben werden müssen, das müssen sich die Kinder erst durch Bücher und
CD-ROMs aneignen. Hier wird ausgezeichnete Arbeit von den Autoren der
Serie geleistet, die nicht einfach etwas als selbstverständlich
hinstellen, sondern auch daran denken aufzuzeigen, wo das Wissen
herkommt. Natürlich sind auch die zwischenmenschlichen Beziehungen ein
wichtiger Faktor für den Erfolg der Serie und auch hier wird reichlich
Platz gelassen, damit sich die Charaktere frei entfalten und auch
Fehler machen können. Sie sind nicht perfekt organisiert und oft genug
stehen auch ihre Gefühle im Weg. Ganz so, wie man es eben von Kindern
und Teenagern erwartet. Dass man als Setting der Geschichte eine
ehemalige Einkaufsmall ausgesucht hat, hilft noch zusätzlich zunächst
ein Wir-Gefühl in der Gruppe aufzubauen. Insgesamt merkt man der Serie
an, dass man nicht einfach ohne Vorplanung hinein gegangen ist, sondern
sich sehr Wohl Gedanken darüber gemacht hat, wie was zusammen gefügt
werden soll. Vielleicht werden ältere Zuschauer sich an den vielen
Gesprächen, den manchmal widersprüchlichen Gefühlen, die die Charaktere
versprühen, stören. Aber sie sind in der Phase des Lebens, in der die
Charaktere stehen, genau richtig platziert. Sicher trägt auch die
schauspielerische Qualität eine große Rolle und hier muss man auch ein
großes Kompliment an das Casting stellen, denn auch wenn hier "nur"
Kinder zu sehen sind, sie stellen ihre Rollen hervorragend dar.
Bei allem Licht, das diese Serie versprüht, gibt es doch auch
einige Schattenseiten. Und die manifestieren sich vor allem in Sachen
Plausibilität und Realismus. Da muss zunächst beim Virus angesetzt
werden. Es wäre durchaus denkbar, dass es ein Virus gibt, das sich
anhand des hormonellen Zustands eines Menschen ausbreitet.
Bekanntermaßen haben Erwachsene einen anderen Hormonspiegel als Kinder.
Was ist aber mit Jugendlichen in der Pubertät? Deren Hormonspiegel
unterscheidet sich weit weniger von dem eines Erwachsenen als der eines
Kindes und somit müssten ja eigentlich auch die Jugendlichen von dem
Virus betroffen sein. Nun hätte man diese in der Serie sicher nicht
sterben lassen können, weil eine Serie über Kinder nicht nur
problematisch zu drehen gewesen wäre, sondern auch viele Konflikte auf
der Liebesebene ausgeschlossen hätte. Dennoch ist dieser Virus wohl in
Wirklichkeit gar nicht denkbar. Dann ist es so, dass über die gesamte
erste Season hinweg immer noch irgendwo kleine Feuerchen brennen. Das
ist zwar atmosphärisch nett, aber nicht realistisch, da Feuer
irgendwann alles aufbrauchen, von dem sie brennen und nachdem die
Erwachsenen schon seit Monaten nicht mehr da sind, sollten sie schon
nicht mehr wüten. Geht man mal davon aus, dass die Kriegertribes die
Feuer immer wieder entfachen, sollten sie wenigstens immer mal wieder
an anderen Stellen sein. Unlogisch ist sicher auch, dass die Kinder
trotz des Kampfs ums Überleben immer wieder Zeit finden, sich
aufzustylen. Es gibt noch einige weitere Dinge, die bei näherer
Betrachtung eigentlich nur die Atmosphäre aufpeppen sollen, aber oft
genug logisch nicht erklärt werden können.
Digitale Aufarbeitung:
Ob man beim Dreh schon an eine DVD-Veröffentlichung gedacht hat?
Jedenfalls ist das Bild bereits ab der ersten Season im schönen
Breitformat angelegt worden. Die Farben wurden kräftig, aber nicht zu
aufdringlich auf die DVD übertragen, der Kontrast wurde gut gesetzt.
Insgesamt präsentiert sich ein hervorragendes Bild. Der Ton liegt in
Englisch und Deutsch in Dolby Digital 2.0 vor. Auffällig ist dabei,
dass die englischen Stimmen deutlich erwachsener klingen als die
deutschen. Ob man hier bei der Synchronisation die Stimmung künstlich
verniedlichen wollte?
Der Box liegt insgesamt ein Bonusmaterial von fast einer
Stunde bei. Das ist insgesamt sehr viel für eine solche Serie. Das
Making Of ist sehr interessant und zeigt einige Dinge, die in dieser
Box noch nicht zu sehen sind. Hier sollte man nicht unbedingt
reinsehen, wenn man sich ein paar Überraschungen aufheben will. Die
Outtakes mit den besten Fehlern von den Dreharbeiten sind auch sehr
lang und wirklich lustig anzusehen.
Leider sind nur die ersten 26 Folgen der ersten Season enthalten, so
dass man insgesamt zwei Boxen kaufen muss, um alle Folgen sehen zu
können. Das ist leider inzwischen eine Normalität bei der
Veröffentlichung von Serien.
Fazit:
"The Tribe" basiert auf einem interessanten Konzept und entwickelt sich
nach und nach zu einer hervorragenden Serie. Die DVD ist technisch sehr
gut, die Extras sind vergleichsweise üppig ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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26 Folgen à ca. 25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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The Tribe - Season 1.1
The Tribe - Season 1
Eine Welt ohne Erwachsene
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Neuseeland, 1999 Regie: Danny Mulheron, Simon Murray Drehbuch: Verschiedene Darsteller: Caleb Ross, Dwayne Cameron, Meryl Cassie, Victoria Spence
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 12.01.2007
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