Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Schwarz auf Weiß
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Schwarz auf Weiß

Story:
Eduard Streußler (Hans Moser) ist Konditormeister in Wien und leitet den Familienbetrieb, der bereits seit 100 Jahren am selben Ort besteht. Doch was muss ihn da ausgerechnet zu seinem Geburtstag ereilen? Seine Tochter lernt nicht, wie sie sollte und dann zieht auch noch ein Schornsteinfeger mit einem feschen Sohn in die Wohnung über ihn ein. Der verliebt sich freilich auch noch in Streußlers Tochter. Eine Katastrophe scheint sich anzubahnen.

Meinung zum Film:
Es gibt in Bezug auf die Person Hans Moser („Opernball“) eigentlich nur zwei Meinungen: Entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht. Wer ihn nicht mag, findet ihn nervend ohne Ende und das kommt wohl auch nicht von ungefähr. Schauspielkollegen wussten, wenn sie mit ihm zusammen arbeiten mussten, dass sie jeglichen Ehrgeiz, den Weg des Films zu bestimmen, an der Studiotür abgeben mussten. Hans Moser dominierte jeden seiner Filme und das einfach dadurch, dass er eigentlich nie eine andere Rolle spielte. Immer wurde ihm die Rolle des Haustyrannen, der seine Umgebung nervte und der für etliche Verwirrungen sorgte, auf den Leib geschrieben. Ständig exaltiert, ständig wie ein HB-Männchen in der Gegend herum hüpfend und am Schluss dann doch meistens der sympathische Verlierer, der einknickte und alles mit sich geschehen ließ. Das war Mosers Rolle in den meisten seiner Filme und so ist es kein Wunder, dass „Schwarz auf Weiß“ keine Ausnahme darstellt.

Nun muss man bei der Betrachtung dieses Films die damalige Zeit mit einbeziehen. 1943 war ein entscheidendes Jahr im zweiten Weltkrieg. Ende Januar kapitulierte Generalfeldmarschall Friedrich Paulus in der Schlacht um Stalingrad, dem Wendepunkt im Krieg in Russland. In Sizilien landen die Alliierten und das deutsche Heimatland wird von schweren Bombenangriffen auf die großen Städte des Reichs erschüttert. Auch wenn die Bodenschlacht noch nicht in Deutschland angekommen war – das sollte erst ein Jahr später passieren – so hatte das deutsche Volk doch schon längst schwer am Krieg zu knabbern. Das Propaganda-Ministerium unter Josef Goebbels hatte die Produktion von Filmen schon längst unter die Fittiche genommen und fortan wurden nur noch sehr selten Filme produziert, die Probleme darstellten. Lustige Filmchen wurden im Dutzend hergestellt, meist mit derselben Geschichte, nur mit wechselnden Darstellern. Hauptsache die Bevölkerung wurde unterhalten und begehrte nicht auf. Das alte Spiel mit „Panem et circenses“ hatten die Nazis perfekt aus dem alten Rom entliehen.

Und daher ist es kein Wunder, dass auch „Schwarz auf Weiß“ diesem Schema F folgte. Irgendwie konnten sich die Zuschauer von einst mit den dort vorgestellten Personen schon identifizieren und davon träumen, dass sie auch ihr Glück fanden, zumindest für 80 Minuten. Doch heutige Zuschauer verlangen da schon etwas mehr und so genügt diese Schmonzette in Nichts dem heutigen Standard. Selbst wenn man wohlwollend die damaligen Gesichtspunkte mit einbezieht, gibt es keine wirkliche Charakterentwicklung zu beobachten, das Drama besteht alleine aus einer kleinen Verwechslung, die allzu schnell wieder aufgelöst wird. Und drum herum gibt es noch Hans Moser, der einfach mal wieder eine seiner üblichen Rollen runterspielt. Der restliche Cast bleibt blass, selbst Paul Hörbiger („Hoch klingt der Radetzky-Marsch“) kann nichts dazu beitragen, dass der Film besser wird und bleibt weitestgehend blass. Da ist es eigentlich aus heutiger Sicht schon schade um die 80 Minuten, die dieser Film lang ist. Wer eine Sammlung von Hans-Moser-Filmen anstrebt, wird aber wohl um einen Kauf nicht herum kommen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist schon sehr zerkratzt und es zieht sich ein deutlich sichtbarer Streifen in der linken Hälfte durch das Bild. Hier hätte man mit modernen Restaurierungsmethoden sicher mehr herausholen können. Der Ton liegt freilich nur in Dolby Digital 1.0 vor, klingt dabei recht blechern.

Die Biografien von Hans Moser, Paul Hörbiger und Elfriede Datzig, sowie eine Fotogalerie bilden das Zusatzmaterial.


Fazit:
Leider ist „Schwarz auf Weiß“ nur ein typischer 08/15-Film aus der Zeit des zweiten Weltkriegs und erzählt eine recht eintönige Geschichte mit wenig Inspiration. Diesen Film muss man wirklich nicht gesehen haben und er ist höchstens etwas für Hans-Moser-Fans.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,33:1
1,33:1
81:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Fotogalerie
  • Biografien zu Hans Moser, Paul Hörbiger und Elfriede Datzig  
Schwarz auf Weiß - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension

Schwarz auf Weiß

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Schmonzette in Schwarz-Weiß


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1943
Regie:
E.W. Emo
Drehbuch:
Fritz Koselka
Darsteller:
Annie Rosar, Hans Holt, Hans Moser, Paul Hörbiger, Elfriede Datzig

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
16.02.2007