 |
DVD-Besprechung - Schwarz auf Weiß
Story:
Eduard Streußler (Hans Moser) ist Konditormeister in Wien und leitet
den Familienbetrieb, der bereits seit 100 Jahren am selben Ort besteht.
Doch was muss ihn da ausgerechnet zu seinem Geburtstag ereilen? Seine
Tochter lernt nicht, wie sie sollte und dann zieht auch noch ein
Schornsteinfeger mit einem feschen Sohn in die Wohnung über ihn ein.
Der verliebt sich freilich auch noch in Streußlers Tochter. Eine
Katastrophe scheint sich anzubahnen.
Meinung zum Film:
Es gibt in Bezug auf die Person Hans Moser („Opernball“) eigentlich nur
zwei Meinungen: Entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht. Wer ihn
nicht mag, findet ihn nervend ohne Ende und das kommt wohl auch nicht
von ungefähr. Schauspielkollegen wussten, wenn sie mit ihm zusammen
arbeiten mussten, dass sie jeglichen Ehrgeiz, den Weg des Films zu
bestimmen, an der Studiotür abgeben mussten. Hans Moser dominierte
jeden seiner Filme und das einfach dadurch, dass er eigentlich nie eine
andere Rolle spielte. Immer wurde ihm die Rolle des Haustyrannen, der
seine Umgebung nervte und der für etliche Verwirrungen sorgte, auf den
Leib geschrieben. Ständig exaltiert, ständig wie ein HB-Männchen in der
Gegend herum hüpfend und am Schluss dann doch meistens der sympathische
Verlierer, der einknickte und alles mit sich geschehen ließ. Das war
Mosers Rolle in den meisten seiner Filme und so ist es kein Wunder,
dass „Schwarz auf Weiß“ keine Ausnahme darstellt.
Nun muss man bei der Betrachtung dieses Films die damalige
Zeit mit einbeziehen. 1943 war ein entscheidendes Jahr im zweiten
Weltkrieg. Ende Januar kapitulierte Generalfeldmarschall Friedrich
Paulus in der Schlacht um Stalingrad, dem Wendepunkt im Krieg in
Russland. In Sizilien landen die Alliierten und das deutsche Heimatland
wird von schweren Bombenangriffen auf die großen Städte des Reichs
erschüttert. Auch wenn die Bodenschlacht noch nicht in Deutschland
angekommen war – das sollte erst ein Jahr später passieren – so hatte
das deutsche Volk doch schon längst schwer am Krieg zu knabbern. Das
Propaganda-Ministerium unter Josef Goebbels hatte die Produktion von
Filmen schon längst unter die Fittiche genommen und fortan wurden nur
noch sehr selten Filme produziert, die Probleme darstellten. Lustige
Filmchen wurden im Dutzend hergestellt, meist mit derselben Geschichte,
nur mit wechselnden Darstellern. Hauptsache die Bevölkerung wurde
unterhalten und begehrte nicht auf. Das alte Spiel mit „Panem et
circenses“ hatten die Nazis perfekt aus dem alten Rom entliehen.
Und daher ist es kein Wunder, dass auch „Schwarz auf Weiß“
diesem Schema F folgte. Irgendwie konnten sich die Zuschauer von einst
mit den dort vorgestellten Personen schon identifizieren und davon
träumen, dass sie auch ihr Glück fanden, zumindest für 80 Minuten. Doch
heutige Zuschauer verlangen da schon etwas mehr und so genügt diese
Schmonzette in Nichts dem heutigen Standard. Selbst wenn man
wohlwollend die damaligen Gesichtspunkte mit einbezieht, gibt es keine
wirkliche Charakterentwicklung zu beobachten, das Drama besteht alleine
aus einer kleinen Verwechslung, die allzu schnell wieder aufgelöst
wird. Und drum herum gibt es noch Hans Moser, der einfach mal wieder
eine seiner üblichen Rollen runterspielt. Der restliche Cast bleibt
blass, selbst Paul Hörbiger („Hoch klingt der Radetzky-Marsch“) kann
nichts dazu beitragen, dass der Film besser wird und bleibt
weitestgehend blass. Da ist es eigentlich aus heutiger Sicht schon
schade um die 80 Minuten, die dieser Film lang ist. Wer eine Sammlung
von Hans-Moser-Filmen anstrebt, wird aber wohl um einen Kauf nicht
herum kommen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist schon sehr zerkratzt und es zieht sich ein deutlich
sichtbarer Streifen in der linken Hälfte durch das Bild. Hier hätte man
mit modernen Restaurierungsmethoden sicher mehr herausholen können. Der
Ton liegt freilich nur in Dolby Digital 1.0 vor, klingt dabei recht
blechern.
Die Biografien von Hans Moser, Paul Hörbiger und Elfriede Datzig, sowie eine Fotogalerie bilden das Zusatzmaterial.
Fazit:
Leider ist „Schwarz auf Weiß“ nur ein typischer 08/15-Film aus der Zeit
des zweiten Weltkriegs und erzählt eine recht eintönige Geschichte mit
wenig Inspiration. Diesen Film muss man wirklich nicht gesehen haben
und er ist höchstens etwas für Hans-Moser-Fans.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,33:1
|
81:02 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 1.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine Untertitel vorhanden. |
|
Bonusmaterial:
|
- Fotogalerie
- Biografien zu Hans Moser, Paul Hörbiger und Elfriede Datzig
|
|  |
Schwarz auf Weiß
Schmonzette in Schwarz-Weiß
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1943 Regie: E.W. Emo Drehbuch: Fritz Koselka Darsteller: Annie Rosar, Hans Holt, Hans Moser, Paul Hörbiger, Elfriede Datzig
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 16.02.2007
|