Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Schwejks Flegeljahre
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Schwejks Flegeljahre

Story:
Josef Schwejk (Peter Alexander) ist ein junger Mann, der nicht gerne zum Militär gehen will und er schafft es zwei Jahre lang, der Einberufung zu entgehen. Doch dann trifft es ihn doch und er muss in die Kaserne einziehen. Gewitzt wie er ist, gelingt es ihm aber mehr Zeit im Arrest beim Kartenspiel zu zubringen als auf dem Exerzierplatz. Und als Dienstbursche des Oberleutnant Gustls (Erwin Strahl) bringt er reichlich Durcheinander in dessen Liebesleben…

Meinung zum Film:
Jaroslav Hasek hatte 1912 mit „Der brave Soldat Schwejk und andere seltsame Histörchen“ eine Gestalt geschaffen, die auch in den darauf folgenden Jahren immer wieder für Aufsehen in der Welt der Literatur sorgen sollte. In einer Zeit, in der das Militär über jeden Zweifel erhaben war und in der die Vorbereitungen für den ersten Weltkrieg getroffen wurden, war es geradezu unerhört, eine Komödie über einen Soldaten zu veröffentlichen. Meinungsfreiheit war damals nicht gerade gefragt. Hasek war das aber egal und das entsprach seiner eigenen Einstellung. Eigentlich konnten den Geschichten vom Soldaten Schwejk sogar autobiografische Züge angesehen werden, denn Hasek war eine unruhige Seele mit ungewöhnlichen Einfällen und wurde des Öfteren wegen Ruhestörungen und Prügeleien festgenommen.

Nun gibt es zahlreiche Erzählungen vom Soldaten Schwejk und so hatten Filmemacher vor allem in den Fünfzigern und Sechzigern des letzten Jahrhunderts viel Freude daran, den Stoff umzusetzen. Sie mussten sich dabei noch nicht einmal überschneiden. Insbesondere Wolfgang Liebeneiner („Die Schatzinsel“), der auch bei diesem Film Regie führte, kam nicht wirklich von dem Thema los und führte erneut 1972 bei einer Fernsehserie über den Soldaten Schwejk Regie, wenn auch diesmal ohne Peter Alexander („Die Abenteuer des Grafen Bobby“). Liebeneiner hat mit dem vorliegenden Film eine lockere, leichte Komödie geschaffen, die aber auch etliche geschickt gesetzte Spitzen gegen das Militär enthält. Der Film ist nicht etwa nur ein plattes Gagfeuerwerk, sondern setzt sich sehr humoristisch mit den Gegebenheiten des Militärs auseinander und zeigt auch, dass dort die größten Hammel, Verzeihung Ordensträger nicht immer auch die Klügsten sind.

Peter Alexander hatte mit „Schwejks Flegeljahre“ eine Rolle bekommen, die ihm auf den Leib geschneidert war. Er konnte dabei alles ausleben, von seiner musikalischen, über die komödiantische hin zur schauspielerischen Seite. Wenn man das so sagen darf, so war dieser Film eine der Filme, wo er als wirklich kompletter Entertainer auftreten konnte, ohne in die üblichen Klischees zu verfallen. Neigte Alexander in anderen Filmen auch schon einmal dazu, seine Darstellung zu übersteuern und zu theatralisch aufzutreten, ist hier eine konkrete Zurückhaltung zu spüren, die dem ganzen Film zu Gute kommt. Der restliche Cast war freilich nur Staffierung um Peter Alexander herum und fällt nicht weiter ins Gesicht, wenn auch mit Rudolf Prack („Der Kurier der Kaiserin“), Gunther Philipp („Die Abenteuer des Grafen Bobby“) und Erwin Strahl („Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“) einige recht große Darsteller der damaligen Zeit mit an Bord waren.

Digitale Aufarbeitung:
Man sieht dem Film sein Alter schon an, allerdings ist das Bild dennoch in einer sehr guten Qualität übertragen worden. Kratzer und Bildstörungen tauchen eher selten auf, das Bild ist immer gleich ausgeleuchtet, besitzt keine sichtbaren Ränder oder Fleck, die für älteres Bildmaterial schon einmal typisch sind. Der Ton liegt in Mono vor, wirkt aber harmonisch und wenig blechern.

Neben dem Trailer finden sich Biografien von Peter Alexander, Rudolf Prack und Gunther Philipp, sowie eine Fotogalerie als Extra an Bord. Insgesamt das Standardprogramm bei Filmen aus dieser Zeit.

Fazit:
Auch wenn nur wenige Jahre zuvor Heinz Rühmann bereits einmal als Schwejk sehr erfolgreich war, so konnte ihm in „Schwejks Flegeljahre“ Peter Alexander locker das Wasser reichen. Dieses Remake eines wirklich guten Stoffes sollte man mindestens einmal gesehen haben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,66:1
1,66:1
88:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Fotogalerie
  • Biografien zu Peter Alexander, Rudolf Prack und Gunther Philipp  
Schwejks Flegeljahre - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Schwejks Flegeljahre
Schwejks Flegeljahre

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Remake nach Maß


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Österreich, 1963
Regie:
Wolfgang Liebeneiner
Drehbuch:
Jaroslav Hasek, Karel Kubala, Heinz Pauck
Darsteller:
Gunther Philipp, Lotte Ledl, Peter Alexander, Rudolf Prack

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
16.02.2007