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DVD-Besprechung - Schwejks Flegeljahre
Story:
Josef Schwejk (Peter Alexander) ist ein junger Mann, der nicht gerne
zum Militär gehen will und er schafft es zwei Jahre lang, der
Einberufung zu entgehen. Doch dann trifft es ihn doch und er muss in
die Kaserne einziehen. Gewitzt wie er ist, gelingt es ihm aber mehr
Zeit im Arrest beim Kartenspiel zu zubringen als auf dem Exerzierplatz.
Und als Dienstbursche des Oberleutnant Gustls (Erwin Strahl) bringt er
reichlich Durcheinander in dessen Liebesleben…
Meinung zum Film:
Jaroslav Hasek hatte 1912 mit „Der brave Soldat Schwejk und andere
seltsame Histörchen“ eine Gestalt geschaffen, die auch in den darauf
folgenden Jahren immer wieder für Aufsehen in der Welt der Literatur
sorgen sollte. In einer Zeit, in der das Militär über jeden Zweifel
erhaben war und in der die Vorbereitungen für den ersten Weltkrieg
getroffen wurden, war es geradezu unerhört, eine Komödie über einen
Soldaten zu veröffentlichen. Meinungsfreiheit war damals nicht gerade
gefragt. Hasek war das aber egal und das entsprach seiner eigenen
Einstellung. Eigentlich konnten den Geschichten vom Soldaten Schwejk
sogar autobiografische Züge angesehen werden, denn Hasek war eine
unruhige Seele mit ungewöhnlichen Einfällen und wurde des Öfteren wegen
Ruhestörungen und Prügeleien festgenommen.
Nun gibt es zahlreiche Erzählungen vom Soldaten Schwejk und so
hatten Filmemacher vor allem in den Fünfzigern und Sechzigern des
letzten Jahrhunderts viel Freude daran, den Stoff umzusetzen. Sie
mussten sich dabei noch nicht einmal überschneiden. Insbesondere
Wolfgang Liebeneiner („Die Schatzinsel“), der auch bei diesem Film
Regie führte, kam nicht wirklich von dem Thema los und führte erneut
1972 bei einer Fernsehserie über den Soldaten Schwejk Regie, wenn auch
diesmal ohne Peter Alexander („Die Abenteuer des Grafen Bobby“).
Liebeneiner hat mit dem vorliegenden Film eine lockere, leichte Komödie
geschaffen, die aber auch etliche geschickt gesetzte Spitzen gegen das
Militär enthält. Der Film ist nicht etwa nur ein plattes Gagfeuerwerk,
sondern setzt sich sehr humoristisch mit den Gegebenheiten des Militärs
auseinander und zeigt auch, dass dort die größten Hammel, Verzeihung
Ordensträger nicht immer auch die Klügsten sind.
Peter Alexander hatte mit „Schwejks Flegeljahre“ eine Rolle
bekommen, die ihm auf den Leib geschneidert war. Er konnte dabei alles
ausleben, von seiner musikalischen, über die komödiantische hin zur
schauspielerischen Seite. Wenn man das so sagen darf, so war dieser
Film eine der Filme, wo er als wirklich kompletter Entertainer
auftreten konnte, ohne in die üblichen Klischees zu verfallen. Neigte
Alexander in anderen Filmen auch schon einmal dazu, seine Darstellung
zu übersteuern und zu theatralisch aufzutreten, ist hier eine konkrete
Zurückhaltung zu spüren, die dem ganzen Film zu Gute kommt. Der
restliche Cast war freilich nur Staffierung um Peter Alexander herum
und fällt nicht weiter ins Gesicht, wenn auch mit Rudolf Prack („Der
Kurier der Kaiserin“), Gunther Philipp („Die Abenteuer des Grafen Bobby“)
und Erwin Strahl („Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“) einige
recht große Darsteller der damaligen Zeit mit an Bord waren.
Digitale Aufarbeitung:
Man sieht dem Film sein Alter schon an, allerdings ist das Bild dennoch
in einer sehr guten Qualität übertragen worden. Kratzer und
Bildstörungen tauchen eher selten auf, das Bild ist immer gleich
ausgeleuchtet, besitzt keine sichtbaren Ränder oder Fleck, die für
älteres Bildmaterial schon einmal typisch sind. Der Ton liegt in Mono
vor, wirkt aber harmonisch und wenig blechern.
Neben dem Trailer finden sich Biografien von Peter Alexander,
Rudolf Prack und Gunther Philipp, sowie eine Fotogalerie als Extra an
Bord. Insgesamt das Standardprogramm bei Filmen aus dieser Zeit.
Fazit:
Auch wenn nur wenige Jahre zuvor Heinz Rühmann bereits einmal als
Schwejk sehr erfolgreich war, so konnte ihm in „Schwejks Flegeljahre“
Peter Alexander locker das Wasser reichen. Dieses Remake eines wirklich
guten Stoffes sollte man mindestens einmal gesehen haben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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88:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Fotogalerie
- Biografien zu Peter Alexander, Rudolf Prack und Gunther Philipp
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Schwejks Flegeljahre
Schwejks Flegeljahre
Remake nach Maß
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Österreich, 1963 Regie: Wolfgang Liebeneiner Drehbuch: Jaroslav Hasek, Karel Kubala, Heinz Pauck Darsteller: Gunther Philipp, Lotte Ledl, Peter Alexander, Rudolf Prack
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 16.02.2007
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