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DVD-Besprechung - Flags of Our Fathers/Letters from Iwo Jima - Collector's Edition
Story:
In Schlacht um die Insel Iwo Jima während des 2. Weltkriegs standen sich Amerikaner und Japaner erstmals auf originär japanischem Boden gegenüber. Diese Schlacht währte vom 19. Februar bis zum 26. März 1945 und forderte in dieser Zeit auf japanischer Seite über 22.000 Opfer und bei den Amerikanern mehr als 6.800 Tote. "Flags of Our Fathers" setzt sich besonders mit den Ereignissen rund um das Hissen der amerikanischen Flagge über der Insel auseinander. Der Film begleitet die nachfolgende Tournee für Kriegsanleihen, kreuz und quer durch die USA, mit den vermeintlichen "Helden" von Iwo Jima. "Letters from Iwo Jima" hingegen beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der verzweifelten Abwehrschlacht der Japaner, die um ihr Heimatland zu schützen bis zum äußersten kämpften und denen bereits bewusst war, dass sie zum Sterben auf die Insel kamen.
Meinung zum Film:
"Flags of Our Fathers" und "Letters from Iwo Jima" sind Schwesterfilme über den gleichen Konflikt, mit der Besonderheit, dass dieser einmal aus der Perspektive der Amerikaner und einmal aus der Perspektive der Japaner geschildert wird. "Flags of Our Fathers" beruht dabei auf dem gleichnamigen Buch von James Bradley. Interessant ist, dass beide Filme parallele Handlungsstränge aufweisen, so erlebt man z.B. in "Flags..." einen Angriff auf einen japanischen Bunker aus der Sicht der angreifenden Amerikaner, während man in "Letters..." den Angriff aus dem Inneren des japanischen Bunkers, aus Sicht der Verteidiger, miterlebt. Diese Dualität der Ereignisse führt zu einer sehr differenzierten Gegenüberstellung von Selbst- und Fremdbild des Feindes. "Flags of Our Fathers" war 2007 für die Oscars in den Kategorien "Bester Ton" und "Bester Tonschnitt" nominiert. Beim Golden Globe 2007 wurde Clint Eastwood als bester Regisseur nominiert. "Letters from Iwo Jima" gewann den Oscar in der Kategorie "Bester Tonschnitt" und wurde für Oscars in den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie" und "Bestes Originaldrehbuch" nominiert. Beim Golden Globe 2007 gewann er in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film".
"Flags..." ist erstaunlicherweise der schwächere der beiden Filme. Er leidet vor allem darunter, dass sich der Film auf drei verschiedenen Zeitebenen abspielt und ständig hin- und herspringt. Daraus ergeben sich mehrere Probleme: Der Film wirkt nicht aus einem Guss, sondern abgehackt und hektisch, außerdem sehr langatmig, da Ereignisse die längst aus einer der späteren Zeitebenen rekonstruierbar sind, in einer vorherigen Zeitebene Stück für Stück wieder eingebaut werden. Auch die Szenen vom Schlachtfeld sind deutlich weniger zahlreich als in "Letters...". Im Mittelpunkt steht bei "Flags..." Kritik an der zu Propagandazwecken geschürten Heldenverehrung, so dass die Tournee der Kriegshelden durch die USA im Mittelpunkt steht und weniger die Kämpfe um die Insel selbst. Leider erschöpft sich diese Kritik relativ schnell, das Innenleben der einzelnen Beteiligten tritt zu sehr in den Vordergrund und die Kritik wird am Ende des Films sogar noch abgemildert.
"Letters..." ist schon aufgrund des gerade für US-Kriegsfilme ungewohnten Perspektivenwechsels, auf die Seite der Japaner, der interessantere der beiden Filme. Bei "Letters..." dominieren vor allem zwei Elemente den Film, einmal die sehr einfühlsam beschriebenen Charaktere, ihre Handlungsweisen und ihr seelisches Innenleben. Hier vor allem verkörpert anhand des Generals der Inselverteidigung, eines Offiziers und eines einfachen, sehr jungen Soldaten, sowie den zahlreichen Szenen vom Schlachtfeld. Was die Darstellung von Gewalt angeht, z.B. einen Massenselbstmord mit Handgranaten, ist "Letters..." noch deutlich drastischer ausgefallen als "Flags....". Diese Szenen sind aber nie reiner Selbstzweck, sondern eher verstörend. "Letters..." gelingt es sehr gut die auswegslose Lage der japanischen Soldaten zu schildern, die die Verteidigung ihres Heimatlandes bis zum Tod geschworen haben. Eine große Leistung der Filme ist es, dass beide Seiten, trotz ihrer großen kulturellen Unterschiede und differierenden Lebenseinstellungen vor allem als Menschen dargestellt werden, die mit ähnlichen Emotionen und Problemen zu kämpfen haben. Diese werden mit der japanischen Propaganda und dem "verordneten Heldentum" kontrastiert und führen zu einer sehr differenzierten Betrachtung der japanischen Seite.
Digitale Aufarbeitung:
Leider kann bei beiden Filmen die Kompression für einen solch neuen Blockbuster nicht überzeugen. Sie sorgt für stärkeres Blockrauschen und bei schnelleren Bewegungen/Bildwechseln finden sich Artefakte. Der Ton hinterlässt einen überzeugenderen Eindruck. Die Dialoge sind zu jeder Zeit gut verständlich, in den Schlachtszenen bieten die Filme einen hervorragenden Raumklang mit krachenden Explosionen und eine satte, sowie realistisch anmutenden Soundkulisse.
Die Extras zu "Letters from Iwo Jima" sind mit dem US-Kinotrailer sowie dem Feature "Rote Sonne, schwarzer Sand: Making Of Letters from Iwo Jima", eher spärlich ausgefallen, wobei das Making Of auch nur etwa 20 Minuten dauert und sich vor allem mit der Authentizität (Uniformen, Waffen, etc.) als oberstem Prinzip beschäftigt. Zu "Flags of Our Fathers" gibt es ziemlich umfangreiche Extras. Neben dem US-Kinotrailer und einer Einleitung von Clint Eastwood kommen in "Wörter auf Papier" vor allem der Autor der Buchvorlage, James Bradley", sowie der Drehbuchautor zu Wort. "Sechs tapfere Männer" befasst sich mit den sechs historischen "Fahnenaufstellern" und die drei Hauptdarsteller äußern sich ausführlich zu ihren Charakteren. Das beste Feature, mit einer Laufzeit von etwa 30 Minuten, ist "Die Entstehung eines Epos", darin geht es u.a. um das Casting der Darsteller, den Schnitt der Szenen, Vorbereitung der Massenszenen, Spezialeffekte und die Auswahl der Drehorte. Auch "Die Visuellen Effekte" bietet interessante Einblicke in die digitale Nachbearbeitung des Films, "Das Hissen der Flagge" hingegen ist ziemlich überflüssig. Den Abschluss bilden etwa 10 Minuten historische US-Wochenschauaufnahmen der Ereignisse in "Ein Blick in die Vergangenheit".
Fazit:
"Flags of Our Fathers" und "Letters from Iwo Jima" gelingt das einmalige Experiment, eine große Schlacht aus der Perspektive beider, sich feindlich gegenüberstehenden, Konfliktteilnehmern zu schildern, ohne dabei für eine Seite Partei zu ergreifen, und stattdessen den einfachen Menschen, bzw. Soldaten, in den Vordergrund zu stellen. "Letters from Iwo Jima" ist dabei eindeutig der bessere der beiden Filme und durchaus als Meisterwerk zu bezeichnen. Er ist sowohl einfühlsamer, als auch von der Erzählweise her deutlich flüssiger. Leider sind die Extras zu "Letters..." sehr knapp ausgefallen, während die zu "Flags..." deutlich umfangreicher sind. Die Bildqualität beider Filme ist gut, für ziemlich neue Blockbuster jedoch alles andere als optimal.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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126:22 (Flags...) - 134:46 (Letters...) Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Japanisch Dolby Digital 5.1 |
Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Portugiesisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- "Rote Sonne, schwarzer Sand: Making Of Letters from Iwo Jima"
- US-Kinotrailer zu "Letters from Iwo Jima" und "Flags of Our Fathers"
- Einleitung von Clint Eastwood
- "Wörter auf Papier"
- "Sechs tapfere Männer"
- "Die Entstehung eines Epos"
- "Das Hissen der Flagge"
- "Die Visuellen Effekte"
- "Ein Blick in die Vergangenheit"
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Flags of Our Fathers/Letters from Iwo Jima
Flags of Our Fathers/Letters from Iwo Jima
Eine Schlacht, zwei Perspektiven - Ein Konzept das hervorragend aufgeht und interessante Einblicke liefert
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Clint Eastwood Drehbuch: William Broyles Jr., Paul Haggis, James Bradley, Ron Powers, Iris Yamashita, Tadamichi Kuribayashi, Tsuyoko Yoshido Darsteller: Paul Walker, Ryan Phillippe, Jesse Bradford, Adam Beach, Ken Watanabe, Tsuyoshi Ihara, Kazunari Ninomiya, Ryo Kase
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 22.06.2007
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