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DVD-Besprechung - Im Zeichen des Drachen

Story:
Die Leben von Filippo Dandolo (Hans-Werner Meyer), der als "der Doge" in Venedig seinen schmutzigen Geschäften nachgeht und Kommissar Stefano Renzi (Pietro Sermonti) sind auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden. Und doch ist der Kommissar hinter dem Verbrecherboss her und scheint ihn auch fast schon zu haben, als dieser doch noch entkommen kann. Im Osten Europas taucht Dandolo unter und betreibt von dort aus weiterhin den Handel mit Menschen, mit Sklaven aus China. Immer wieder kann er Renzi ein Schnippchen schlagen, bis sie zum finalen Duell in Tanger aufeinander treffen...


Meinung zum Film:
Ohne Frage hat das italienische Fernsehen bereits einige sehr gute Serien bzw. Miniserien zum Thema Mafia herausgebracht. "Allein gegen die Mafia", im Italienischen "La Piovra" war zwar nicht immer größtes Kino und hatte auch so einige Schwächen, aber man konnte von der Serie mit Fug und Recht behaupten, dass sie spannend war und die Handlung sich nur wenig vorhersagbar entfaltete. So gab es Viele, die mit den Ohren wackelten und unruhig mit den Hufen scharrten, als mit "Im Zeichen des Drachen" ein Nachfolger angekündigt wurde. Ein Nachfolger, der auch noch von den Machern von "Allein gegen die Mafia" stammen sollte. Das konnte, so die Meinung der Fans, doch eigentlich nur ein gewaltiger Erfolg werden. Doch man hatte wohl nicht damit gerechnet, dass das ganze Thema schon zu oft durchgenudelt worden war. "Im Zeichen des Drachen" ist eine reichlich uninspirierte Miniserie, die keine wirklichen Höhepunkte bereithält. Im Gegensatz zum Vorgänger hat man sich zu sehr bemüht, wieder einmal einen Helden aufzubauen, der alleine gegen die ganze Mafia antritt und nach Möglichkeit viele Schicksalsschläge erleidet. Doch man hat sich verrechnet. Das war alles schon einmal da und sowohl filmisch, schauspielerisch als auch von der Geschichte her besser produziert worden.

"Im Zeichen des Drachen" kommt mit reichlich vielen logischen Fehlern daher. Da wird schon zu Beginn eine viel zu offensichtliche Liebesgeschichte zwischen dem Kommissar und einer hübschen Chinesin aufgebaut, die fast schon zu einer Romeo-und-Julia-Geschichte hochgejubelt wird, um dann abrupt in einer Hochzeit zu enden. Alles dazwischen, die allmähliche Überzeugung des Onkels der Braut, die heimliche Liebe zwischen den Beiden, das wird so schnöde und lieblos abgehandelt und vor allem so stark beschleunigt, das jegliche Glaubhaftigkeit auf der Strecke bleibt. Daneben wird die kriminalistische Geschichte ebenso lieblos behandelt und kaum Spannung aufgebaut. Die übliche Herangehensweise bei einer solchen Miniserie sollte eigentlich sein, dass am Ende einer jeden Episode durch einen Cliffhanger so viel Spannung erzeugt wird, dass der Zuschauer dazu fast schon gezwungen wird, das nächste Mal zuzuschauen. Schon dieser Part wird bei "Im Zeichen des Drachen" schmerzlich vermisst, obwohl doch eigentlich die Macher es besser hätten wissen müssen. Darüber hinaus ist alles sehr vorhersehbar, so dass der Zuschauer schnell begreift, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Filmisch und von der Ausstattung her gesehen ist die Miniserie auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Man merkt der Miniserie an, dass sie mit einem geringen Budget gedreht wurde.

Die Charaktere wirken durchweg holzschnittartig und kaum glaubwürdig. Pietro Sermonti ("Always"), der eigentlich die tragende Rolle in diesem Trauerspiel hat, ist eher ein Totalausfall. Gefühle kann er eigentlich nicht darstellen, beherrscht ein eher eingeschränktes Repertoire an Gesten und fühlt sich sichtlich unwohl in seiner Rolle, die ihn in mächtig große Fußstapfen treten lässt. Hans Werner Meyer ("Charlie und Louise - Das doppelte Lottchen") bleibt vor allem durch eines im Gedächtnis: Sein überkandideltes Auftreten als Schurke, das schon comicartig wirkt und so gar nicht zu einem realistischen Drama passt. Alleine arrogant darf ein Schurke nun einmal nicht sein. Überhaupt fällt die insgesamt sehr eindimensionale Darstellung aller Charaktere auf. Zwar wird Kommissar Renzi als einzigem Charakter eine Vergangenheit gegeben, aber auch diese strotzt nur so von Klischees und oft Gesehenem. Und noch etwas kann bei den Hauptdarstellern negativ bemerkt werden. Sermonti und Meyer sind gerade einmal acht Jahre auseinander und es fällt dem Zuschauer sichtlich schwer, wenn er einen Altersunterschied von zwanzig Jahren annehmen soll. Bessere Darsteller hätten hier sicher mehr herausholen können. Und man muss auch einmal ganz deutlich sagen, dass ein deutscher Schauspieler in der Rolle eines italienischen Mafiabosses eine krasse Fehlbesetzung ist.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ordentlich, zeigt aber besonders an den Ecken einen leichten Schatten. Dies kann durchaus so gewollt sein, da es sich durch die gesamte Miniserie zieht. Der Ton ist ordentlich abgemischt, präsentiert aber in Dolby Digital 2.0 in Deutsch und Italienisch keinerlei Effekte auf den seitlichen Lautsprechern, was bei einer Actionserie nun auch nicht ganz verkehrt gewesen wäre.

Bei den Special Features findet sich lediglich eine Bildergalerie. Das ist eher ungenügend, da man sicher auch gerne mehr über die Produktion erfahren hätte.

Fazit:
"Im Zeichen des Drachen" ist kein würdiger Nachfolger von "Allein gegen die Mafia" sondern ein Totalausfall in Sachen Geschichte, Umsetzung und schauspielerischem Können. Da kann man seine Zeit wertvoller verbringen, als sich durch 360 Minuten Langeweile zu kämpfen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
4 Episoden à ca. 90 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
Im Zeichen des Drachen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Im Zeichen des Drachen
La moglie cinese

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Nicht wirklich ein Nachfolger


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Italien, 2006
Regie:
Antonio Luigi Grimaldi
Drehbuch:
Ivan Cotroneo, Mimmo Rafele, Sergio Silva
Darsteller:
Aleksandar Cvjektovic, Amy Chow, Carmine Recano, Daniele Savoca, Hans Werner Meyer, Karlheinz Hackl, Kasia Smutniak, Ottavia Piccolo, Pietro Sermonti, Rebecca Stella

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
12.01.2007