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DVD-Besprechung - Lady Henderson präsentiert...
Story:
Lady Henderson (Judi Dench) hat nach dem Tod ihres Mannes sehr viel
Geld, aber kein Hobby. Als sie an einem Theater vorbei kommt, das zum
Verkauf steht, trifft sie eine Entscheidung: Das Theater muss ihr
gehören. Dies ist der Beginn einer Erfolgsgeschichte, der sie zusammen
mit Vivian Van Damm (Bob Hoskins) nachgeht. Den Erfolg bringt eine Show
mit nackten Frauen, ein absolutes Novum im Großbritannien der dreißiger
Jahre. Auch in den Wirren des zweiten Weltkriegs kann das Theater
weiterspielen...
Meinung zum Film:
Im Prinzip gibt es zwei Arten von Filmen: Die Filme, die pure Fantasie
sind und diejenigen, die eine wahre Begebenheit nachstellen. In beiden
Hauptgenres gibt es gute und schlechte Filme, aber es fällt immer mal
wieder auf, dass Filme über wahre Geschichten öfter zu den wirklich
gelungenen Werken zählen, als dies bei purer Fantasie der Fall ist.
Vielleicht einfach deswegen, weil eine wahre Geschichte leichter
erzählt werden kann. Doch auch sie muss erzählt und mit Leben erfüllt
werden und auch das ist nicht gerade einfach. Und es ist bei "Lady
Henderson präsentiert" einmal mehr eine wahre Geschichte, die sehr gut
funktioniert und die den Zuschauer mitreißen kann. Das liegt zum einen
sicher am Setting, denn eine Geschichte aus der Zeit vor und während
des zweiten Weltkriegs ist auch dem heutigen Zuschauer noch vertraut.
Viele haben noch Großeltern, die in dieser Zeit gelebt haben, oder eben
Eltern, die noch davon berichten können. Eine der kleinen Geschichten
aus dieser Zeit nachzuerzählen stellt eine Verbindung her, die durch
Menschen nachvollzogen werden kann. Dann ist dies noch eine
Erfolgsgeschichte in einer wirklich düsteren Zeit und das zieht den
Zuschauer noch zusätzlich an.
Einen weiteren Ausschlag für den Erfolg des Films geben sicher
der Regisseur und seine Mitarbeiter. Stephen Frears ("Ein ganz normaler
Held") hat eine Atmosphäre geschaffen, die den Zuschauer wirklich in
die damalige Zeit versetzt. Das Theaterleben, die Konflikte, das wird
alles von ihm perfekt in Szene gesetzt und wenn man ihm vielleicht
einen Vorwurf machen kann, dann ist es dieser, dass er sich etwas zu
sehr auf die beiden Hauptcharaktere konzentriert hat. Die meisten der
anderen Charaktere bleiben eher unauffällig, auch wenn es mit Bertie,
gespielt von Will Young eine Figur gibt, die Respekt verdient. Respekt
für Will Young, der in seiner ersten Rolle brilliert. Young, der drei
Jahre zuvor die erste Ausgabe von "Pop Idol" gewann, dem englischen
Pendant von "Deutschland sucht den Superstar", und der in diesem Film
einen furiosen Einstand feiern kann. Sowohl sein musikalisches wie auch
schauspielerisches Talent stechen hervor. Daneben gibt es noch Kelly
Reilly ("L'auberge espagnole")
und Christopher Guest ("Small Soldiers") in der Rolle des Lord
Chamberlain, die erwähnenswert sind und einen bleibenden Eindruck
hinterlassen, die eine sicher durch ihre Schönheit und ihr Talent, der
andere durch sein schauspielerisches Vermögen.
Doch die wahren Stars des Films sind zweifelsohne Judi Dench
("James Bond") und Bob Hoskins ("Böses Spiel mit Roger Rabbit") und sie
sind es auch, für die Regisseur Frears die meiste Zeit investiert hat.
Und die hat sich gelohnt: Deren Streitgespräche sind das A und O des
Films. Nicht nur, weil diese hervorragend geschrieben wurden und mit
viel Humor inszeniert sind, sondern auch weil sich die beiden
Hauptdarsteller die Bälle sehr gekonnt zuspielen. Sicher gibt es auch
ernste Szenen, die sich in einem Film dieser Zeit nicht vermeiden
lassen. Aber sie werden durch den sehr geschickten Humor im Zaum
gehalten. Der Humor kommt auch nicht mit dem Holzhammer daher, sondern
immer sehr intelligent und hintergründig verpackt, wobei Dench und
Hoskins sich fast schon darüber zu streiten scheinen, wer die besseren
Szenen hat. Und irgendwo geht dieses Urteil salomonisch aus.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wurde dem Alter des Films entsprechend in hoher Qualität auf
die DVD gebrannt. Die Farben wirken lebendig, der Kontrast ist gut
gesetzt. Der Ton liegt in Dolby Digital 5.1 in Deutsch und Englisch vor
und ist zusätzlich in Deutsch in Dolby Digital 2.0 dabei. Wer eine
Surround-Anlage hat, sollte sich den Ton auch im Surroundton anhören,
denn hier kommt die Theateratmosphäre sehr viel besser herüber und man
kann sich an zahlreichen Effekten auf den seitlichen und hinteren
Lautsprechern erfreuen.
Neben dem Trailer und einer Fotogalerie findet sich bei den
Special Features auch ein ca. 20-minütiges Making Of, das einen kleinen
Einblick in die Produktion gibt. Leider hat man vergessen hier auch die
visuellen Effekte vorzustellen, die im Film auch zum Tragen kommen und
insgesamt ist das Making Of etwas zu kurz geraten. Die einzelnen Themen
wie Kostüme und Kulissen werden zwar angerissen, aber sind insgesamt zu
kurz geraten. Da hätte man sicher mehr machen können.
Fazit:
"Lady Henderson präsentiert" ist ein herrlich humorvoller Film nach
einer wahren Geschichte mit perfekt aufgelegten Hauptdarstellern.
Schöner kann ein zeitgenössischer Film schon nicht mehr inszeniert
werden.
Technische Daten (Schweizer Version):
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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98:39 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Französisch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Fotogalerie
- Trailer
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Lady Henderson präsentiert
Mrs. Henderson presents
Das Leben ist ein Theater
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Stephen Frears Drehbuch: David Rose, Kathy Rose, Martin Sherman Darsteller: Anna Brewster, Bob Hoskins, Christopher Guest, Judi Dench, Kelly Reilly, Natalia Tena, Rosalind Halstead, Sarah Solemani, Thelma Barlow, Will Young
Label :
Universum Film
Verkaufsstart : 16.11.2006
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