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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - 8 1/2

Story:
Guido Anselmi (Marcello Mastroianni) ist Regisseur und ein Mann, der gerade eine tiefe Midlife-Crisis hat. Er soll eigentlich einen großen Film drehen, aber ihm fällt einfach nichts mehr ein, was er umsetzen könnte. Seine Kreativität ist am Tiefpunkt angelangt, ebenso wie seine Ehe und seine diversen Liebschaften mit anderen Frauen, seien sie echt oder nur eingebildet. Wird er das Tief überstehen können?

Meinung zum Film:
Federico Fellini wird in Italien noch immer als DER Star des heimischen Kinos angesehen. Seine Zeit war die der komplexen und sehr künstlerischen Filme. Nach ihm kam der Klamauk in die italienischen Filme und blieb bis heute bestehen. Wenn heute italienische Eigenproduktionen im Kino zu sehen sind, dann haben sie nur noch selten die Finesse eines Fellinis, sondern befinden sich, wenn überhaupt auf einem sehr albernen Niveau. International war Fellini vor allem durch den Film "La Dolce Vita" bekannt geworden, ein Titel, der noch immer stellvertretend genannt wird, wenn ein Deutscher das Leben in Italien zu beschreiben versucht. Und so hat Fellini besonders im deutschen Sprachraum dazu beigetragen, einen Begriff zu prägen, der selbst den jungen Menschen noch bekannt ist, obwohl diese vielleicht nicht seine Filme kennen. Dies alles betrachtet liegt natürlich die Messlatte sehr hoch, wenn man sich als unbedarfter Zuschauer "8 ½" anschaut.

Federico Fellini hat es dem durchschnittlichen Zuschauer nicht sehr einfach gemacht, sich mit diesem Film zu identifizieren. Fellini hat hier seinen Mut zu experimentellem Kino zusammen genommen und einen Film gedreht, der erst auf einen zweiten Blick hin richtig Sinn ergibt, der auf den ersten Blick allerdings verstörend wirken kann. Was will Fellini mit diesem Film sagen? Diese Frage könnte des Öfteren in den Köpfen der geneigten Zuschauer auftauchen. Sicher: Oberflächlich betrachtet könnte "8 ½" eine Komödie über die Filmwelt selbst sein. Vielleicht könnte der Film auch eine Autobiografie des Regisseurs sein, sozusagen ein Film im Film, obwohl in genau diesem Film ja auch noch ein Film gedreht wird, also ein Film im Film im Film. So oder so ist Fellini ein hochkomplexes Experiment eingegangen. Ein Experiment, das vor allem durch zwei Dinge besticht: Da ist die sehr interessante Bildsprache. Fellini schweift zusammen mit dem Zuschauer immer mal wieder vom Hauptsujet des Films ab, lässt seinen Blick schweifen und fängt dadurch nebensächliche und doch faszinierende Bilder ein. Daneben ist die Bildsprache umwerfend direkt und gerade weil Fellini auch gerne einmal alle störenden Geräusche ausblendet und nur die Akteure zu Wort kommen lässt, gibt er dem Zuschauer die Möglichkeit mit auf den Weg, sich ultimativ auf die Handlung zu konzentrieren, um dann kurze Zeit später wieder abzuschweifen.

Letztendlich ist "8 ½" aber "nur" die Geschichte eines Mannes, der jede Hoffnung fahren lässt. Er ist ein Film, wie er autobiografischer nicht sein könnte und der durch die eindrucksvolle darstellerische Leistung von Marcello Mastroianni ("Das große Fressen"), der mit 40 Jahren einen gut sechzigjährigen Mann spielen musste, untermauert wird. Alleine ihm ist es zu verdanken, dass beim zweiten Blick die wahren Absichten Fellinis zum Tragen kommen. Fellini gab in Interviews, die auf der zweiten DVD zu hören sind, selbst zu, dass er sein Leben oftmals von außen betrachtete, dass sein Leben ihn selbst lebte, und nicht er sein Leben. Eine Einstellung, die besonders in diesem Film zum Tragen kam. So kommt es aber auch, dass "8 ½" auch und besonders für den Zuschauer keine einfache Kost ist. Man muss sich versuchen auf den Film und die hintergründige Geschichte einzulassen, sonst wird man unweigerlich enttäuscht werden. "8 ½" ist kein Film für zwischendurch, hier muss man am Ball bleiben, um ein befriedigendes Ergebnis zu bekommen.

Digitale Aufarbeitung:
Der Film wurde in schwarz-weiß gedreht, ist aber sehr gut erhalten und weist nur wenige Kratzer auf. Hier wurde entweder bei der Restaurierung alles richtig gemacht, oder es wurde eine gute Kopie gefunden. Der Kontrast ist gut eingestellt, schwarz ist auch wirklich als solches zu erkennen. Der Ton liegt in Italienisch und Deutsch nur in Mono vor. In Italienisch ist er allerdings weit weniger dynamisch als in Deutsch.

Neben dem Trailer und zwei Texttafeln über Federico Fellini und Marcello Mastroianni findet sich auf der zweiten DVD dieser Special Edition auch der Film "Die letzte Sequenz". Hier hat man sich auf die Suche nach einer Szene gemacht, die heutzutage als ein alternatives Ende auf jeder DVD Platz finden würde. In dem gut 50-minütigen Film finden sich aber auch zahlreiche Interviewsequenzen mit Fellini, der in den Monaten während und nach der Erstellung dieses Films von einem amerikanischen Journalisten interviewt wurde. Und es kommen zahlreiche Zeitgenossen Fellinis zu Wort. Insgesamt ist das Material als umfangreich zu nennen.

Fazit:
"8 ½" ist kein Film für den anspruchslosen Cineasten. Hier wird einiges vom Zuschauer verlangt, insbesondere in intellektueller Hinsicht. Wer lieber Haudrauf- und Actionfilme sieht, sollte hier besser die Finger von lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,66:1
1,66:1
132:29 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Die letzte Sequenz
  • Biografie Federico Fellini
  • Starinfos Marcello Mastoianni  
8 1/2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
8 1/2
Otto e mezzo

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Von der Kreativiät eines Mannes


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / Frankreich, 1963
Regie:
Federico Fellini
Drehbuch:
Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinello
Darsteller:
Marcello Mastroianni, Anouk Aimée, Sandra Milo, Claudia Cardinale

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
19.01.2007