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DVD-Besprechung - 14 Hours
Story:
Der Tropensturm Allison fegt über Houston hinweg und wendet sich gen
Westen. Die Stadt scheint noch einmal davongekommen zu sein und das
Leben beginnt sich fast schon wieder zu normalisieren. Doch wie sich
herausstellt, war die Entwarnung zu früh gegeben worden. Allison kehrt
zurück und setzt die Stadt unter Wasser. Auch das Memorial Hermann
Hospital ist betroffen und muss evakuiert werden. Es beginnen Stunden
der Angst und der harten Arbeit...
Meinung zum Film:
Eigentlich gibt es beim Heimkino eine goldene Regeln: Vertraue nie der
Beschreibung der Verpackung. Vor allem dann, wenn es sich bei dieser
Beschreibung um eine wahre Begebenheit handelt, die nacherzählt wird.
Nun gut, das trifft nicht unbedingt auf alle Filme zu, es gibt auch
sehr gute Verfilmungen wahrer Ereignisse, "14 Hours" gehört da aber
definitiv nicht zu. Der Film beginnt schon komplett verkehrt. Beim Dreh
wurde auf viele Kleinigkeiten nicht im Geringsten geachtet. Da sind
schon einmal Berge im Hintergrund zu sehen, obwohl Houston in einer
Ebene liegt und viele hundert Meilen rund um die Stadt keine größeren
Erhebungen zu sehen sind. Da wird das Memorial Hermann Hospital -
immerhin eine DER Topadressen und ein gewaltiges Krankenhaus durch ein
offensichtlich viel kleineres Gebäude gedoubelt. Ganz offensichtlich
ist der Film nicht in Texas gedreht worden und schon gar nicht an den
Originalschauplätzen. Ein riesiges Manko, das nur zum Teil durch das
geringe Budget einer TV-Produktion erklärt werden kann.
Wenn man bei der Kulisse bleibt, ist es eigentlich schon
erschreckend, wie augenscheinlich wenige Schäden bei einem der
schlimmsten Wirbelstürme in der amerikanischen Geschichte (wenn man
einmal von Kathrina absieht, der New Orleans traf) entstanden sein
sollen. Ein paar Ästchen hier und da, ein bisschen Wasser hier, dort
ein wenig Regen. Es fehlt dem Film aber nicht nur der erschreckende
Bösewicht, in diesem Falle der Sturm, der mehr einem Sturm im
Wasserglas gleicht, es fehlen ihm auch die Helden. Jedenfalls die
richtigen Helden. Kris Kristofferson ("Blade") muss sich mit der
Tatsache herumschlagen, dass ein echter Krisenbewältiger eben doch sehr
hilflos dasteht, wenn ein Wirbelsturm daher kommt. Seine
Unzufriedenheit über die wenigen Zeilen, die er von sich geben darf,
ist ihm deutlich anzumerken. Rick Schroder ("NYPD Blue") müht sich zwar
redlich, kann aber seine Rolle als Arzt nicht richtig mit Leben
erfüllen. JoBeth Williams ("Wyatt Earp") kann als Einzige im Team
einige wahre Heldentaten vollbringen, als sie im überfluteten Keller
die Blutkonserven rettet. Sie ist allerdings zum Ende des Filmes hin
dazu verdammt, mit auf den Ärmeln klebenden Aufklebern die
Patientenflut, die aus dem Krankenhaus herausdrängt, zu kontrollieren.
Da bleibt nicht viel Platz für elaboriertes Schauspiel.
Dabei hätte man sicher mehr Dramatik in "14 Hours" reinbringen
können. Zu sehr konzentrierte man sich auf die Erzählung rund um das
Krankenhaus, zu wenig wurde aus dem Rest Houstons gezeigt. Und wenn
auch viele Menschenleben davon abhingen, so kamen doch erheblich mehr
im Rest der Stadt ums Leben. Davon und von der Tatsache, dass die
Nationalgarde auch hier erst recht spät eingegriffen hat, wurde kaum
etwas berichtet. Kritik am Verhalten der Regierung scheint zumindest
hier nicht gerne gesehen. Stattdessen wird das Abholen der letzten
Patientin mit einem triefenden Pathos inszeniert, wie ihn nur
US-Produktionen kennen. Vielleicht hätte mehr daraus werden können,
wenn die Laufzeit etwas länger gewesen wäre. Der Ansatz einer
spannenden Geschichte bleibt jedenfalls in vielen Allgemeinsätzen
stecken, die von den Akteuren geäußert werden. Dass diese trotz 14
Stunden Vollstress am Schluss auch noch so frisch aussehen, als wären
sie gerade aus dem Bett gestiegen, ist fast schon wieder verzeihlich
aufgrund der anderen groben Fehler.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für TV-Verhältnisse in Ordnung, zeigt aber sehr schwache
Farben. Es gibt darüber hinaus einige Szenen, die von Fernsehbildern
übernommen wurden und deutlich aus dem Gesamtbild herausstechen. Beim
Ton liegen die beiden Tonspuren in Deutsch und Englisch in Dolby
Digital 2.0 vor, was für einen Katastrophenfilm deutlich zu wenig ist,
aber aufgrund der TV-Herkunft des Films zu erklären. Die Stereotonspur
ist zumindest ordentlich abgestimmt worden.
Es sind keine Special Features auf der DVD enthalten.
Fazit:
Es gibt vielleicht schlechtere Katastrophenfilme als "14 Hours". Es
gibt aber mit Sicherheit erheblich bessere. Fehler in der Produktion
paaren sich mit handwerklichen Schwächen und einem mittelmässigen
Drehbuch zu einem Gesamtbild, das man sich sicher nicht zweimal ansehen
möchte.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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84:35 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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14 Hours
14 Hours
Tropenstürme und deren Folgen
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Gregg Champion Drehbuch: Danilo Bach Darsteller: Aaron Craven, Carrie Fleming, Dan Joffre, JoBeth Williams, Karin Konoval, Kimberly Chiang, Kirsten Robek, Kris Kristofferson, Rick Schroder, Simone Bailly
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 02.03.2006
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 02.03.2006
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