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DVD-Besprechung - Allein gegen die Mafia - Staffel 3

Story:
Corrado Cattani (Michele Placido) geht nach dem Prozeß gegen seine Erzfeinde in ein Kloster. Denn die niedrigen Haftstrafen, die im Prozess ausgesprochen wurden, haben ihn desillusioniert und er droht dem Wahnsinn zu verfallen. Er findet seine innere Ruhe wieder, wird aber kurze Zeit später von dem amerikanischen Geheimagenten Donato (Cyrus Elias) angeheuert. Der will einem großangelegten Waffenhandel auf die Spur kommen, in den Gianfranco Laudeo (Paul Guers) verwickelt ist, der aber im Gefängnis sitzt und zu dem nur Cattani Zugang bekommt. Im Laufe der Ermittlungen verliebt sich Cattani in die schöne Giulia Antinari (Giuliana De Sio), deren Familie offensichtlich auch in den Waffenhandel verstrickt ist.

Meinung zum Film:
Es ist eigentlich schon fast schade. Season 3 der Serie hätte durchaus eine sehr gute Bewertung verdient gehabt, wenn sie kürzer gewesen wäre. Doch sie ist ziemlich genau zwei Episoden zu lang. Doch der Reihe nach. Die Season beginnt furios. Cattani befindet sich in einer unangenehmen Situation, denn aufgrund der geringen Haftstrafen seiner Gegner fühlt er sich einsam. Dass er natürlich nicht lange im Kloster bleiben würde, ist jedem klar und das wäre auch für den Zuschauer vertane Zeit gewesen. Immerhin geht es hier um die Jagd nach der Mafia. Neue Personen werden schnell eingeführt, es wird nicht viel Zeit mit der Charakterisierung vergeudet. Auch das ist ein Pluspunkt, denn dafür bleibt noch genügend Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt. Ein Minuspunkt muss hier aber schon vergeben werden. Denn die dritte Staffel ist vorhersehbarer. In schneller Abfolge sterben Menschen, die kurz zuvor Cattani helfen wollen. Immer wieder ist der Zuschauer in der Situation, dass er sich sagt: "Ja, das war keine gute Idee - in Kürze bist Du tot." Es ist aber nur ein kleiner Minuspunkt, denn es verbleiben genügend Überraschungsmomente und Wendungen, auf die der Zuschauer nicht vorbereitet ist.

Überhaupt - die neuen Charaktere. Das Ensemble der ersten beiden Staffeln wurde fast vollkommen fallen gelassen und das wirkt sich positiv auf die Geschichte aus. Es entstehen neue mögliche Konfliktpunkte, es gibt neue Menschen, um die sich Cattani Sorgen machen muss - obwohl er doch eigentlich alleine ist, nachdem seine Familie starb. Die Sorgen werden bei Zuschauer und Hauptdarsteller größer, als Terrasini aus den ersten Staffeln freigelassen wird. Und obwohl Cattani nicht mehr der gradlinige Held ist, der Zuschauer wird von seinem Schicksal gefesselt, wozu Michele Placidos furioses Schauspiel ein Übriges dazu tut. Ihm zur Seite steht dabei die nicht minder furiose Giuliana De Sio ("Die Hundert Tage von Palermo"), die überzeugend ganze Tragödien durchleben muss. Die Nebendarsteller werden dadurch inspiriert und geben ebenso ihr Bestes. Jedoch gegen Mitte der Season kippt die Geschichte. Der Zuschauer hat das Gefühl, dass zuviel passiert. Dass zuviel Zeit verrinnt. Denn Cattani hat doch eigentlich eine Aufgabe. Und eigentlich war diese doch dringend und eilig. Dem Zuschauer geht auch das Zeitgefühl verloren. Sind es nun Tage, Wochen oder Monate, die im Film verstreichen? Das wird nicht so ganz klar und dadurch geht die innere Spannung zum Teil verloren.

Keine Frage, einige der Szenen, die die Episoden auffüllen, gehören zur nicht unwichtigen Charakterisierung der Rollen. Jedoch hätte so manche Charakterisierung, so mancher Mord weniger zu einer strafferen Season führen können, die mit sieben Episoden länger als ihre Vorgänger ist. Das furiose Finale hätte früher stattfinden können, ja sogar müssen. Außerdem geht Cattani zu früh der Geheimagent aus den USA verloren, so dass sich seine Gesamtsituation erneut ändern muss, damit er gegen die Mafia antreten kann. Was bleibt ist das Gefühl, dass das Ende diese Probleme auffangen und furios umwandeln kann - und dass Commissario Cattani einfach kein Happy End vergönnt sein darf. Die dritte Staffel folgt somit am Schluss dem bekannten Muster und das macht die Erkennung als Teil der Serie problemloser.

Digitale Aufarbeitung:
Während am Filmmaterial keine große Kritik geübt werden kann - es stammt aus dem Ende der achtziger Jahre und hat dadurch so manchen Kratzer abbekommen und ist nicht staubfrei - muss bei der DVD-Übertragung ein Abstrich gemacht werden. Am linken Rand zieht sich ein senkrechter Strich durchs Bild, der halbtransparent und störend ist. Die deutsche Tonspur wirkt insgesamt dynamischer und klangvoller als die italienische, die beide in Dolby Digital 2.0 vorliegen.

Es sind keine Special Features auf den DVDs enthalten.

Fazit:
Wäre "Allein gegen die Mafia 3" nicht etwas zu lang geraten, könnte diese Season durchaus als Beste der Reihe bezeichnet werden. Durch die Dynamik der neuen Charaktere und eines Commissario Cattani, der an nichts mehr gebunden scheint, entsteht ein faszinierendes neues Bild. Aber auch so bleibt diese Staffel im Gedächtnis hängen und stellt mit das beste Fernsehmaterial aus den letzten Jahrzehnten dar.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
427:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Allein gegen die Mafia - Staffel 3 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Allein gegen die Mafia - Staffel 3
La Piovra 3

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Jetzt erst recht


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1987
Regie:
Luigi Perelli
Drehbuch:
-
Darsteller:
Alain Cuny, Cyrus Elias, Francisco Rabal, Franco Trevisi, Giuliana De Sio, Lino Capolicchio, Luigi De Filippo, Michele Placido, Paul Guers

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
31.03.2005