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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Für das Leben eines Freundes

Story:
Sheriff (Vince Vaughn), Tony (David Conrad) und Lewis (Joaquin Phoenix) lernen sich auf einem Urlaubstrip in Malaysia kennen. Fünf Wochen lang sind sie die besten Freunde und das Leben ist für sie eine einzige Party. Danach trennen sich ihre Wege, wobei Lewis vor Ort bleibt. Zwei Jahre später kontaktiert eine Anwältin (Anne Heche) sowohl Sheriff als auch Tony und teilt ihnen mit, dass Lewis dort als Dealer zum Tode verurteilt wurde, weil ihre gemeinsamen Haschischvorräte von der Polizei gefunden wurden. Wenn einer von ihnen oder beide allerdings zurückkehren und den Mitbesitz zugeben, bekommen alle drei nur eine Haftstrafe.

Meinung zum Film:
Regisseur Joseph Ruben machte in jüngster Zeit vor allem durch seinen Mystery-Thriller "Die Vergessenen" mit Julianne Moore von sich reden. Zwischen diesem Film und "Für das Leben eines Freundes" liegt jedoch eine kreative Pause von sechs Jahren. Auch die beiden Drehbuchschreiber Pierre Jolivet und Olivier Schatzky machten in jüngster Zeit wenig von sich reden, bei Schatzky handelt es sich bei diesem Drehbuch sogar um seine letzte Arbeit.

Die dargestellte Geschichte über zwei Menschen, die zeigen müssen, ob sie wirklich wie Freunde handeln, oder ob sie nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und den Tod eines anderen Menschen dafür billigend in Kauf nehmen, bezieht ihren Reiz daraus, dass sie den Zuschauer in dieses moralische Dilemma mit einbeziehen will. Leider macht der Film zahlreiche Fehler bei dem Versuch, den Zuschauer emotional einzubinden. Zunächst ist die dargestellte Beziehung der drei Hauptpersonen äußerst oberflächlich und verdient wohl kaum den Namen Freundschaft. Die drei Protagonisten lernen sich zufällig in Malaysia kennen und verbringen zusammen fünf Wochen vor Ort, die sich jedoch lediglich als ein einziger Rausch aus Alkohol, Frauen und Drogen darstellen. Nach ihrer Rückkehr in die USA verlieren sich auch Sheriff und Tony völlig aus den Augen. Weiterhin wird ein Element der persönlichen Betroffenheit von Sheriff in dieser Sache bis kurz vor Schluss völlig ausgeklammert, obwohl es sich aufdrängt, so ist er nämlich die Ursache für die Durchsuchung, die erst die Drogen ausfindig machte. Weiterhin fällt es äußerst schwer, sich mit den Akteuren zu identifizieren. Joaquin Phoenix ("Hotel Ruanda") in der Rolle von Lewis hat nur sehr wenig Screen-time und man bekommt kaum Details über seine Person vermittelt, was sich sehr negativ auswirkt, da er ja die Quelle allen Mitleids verkörpern soll. Vince Vaughn ("Old School - Wir lassen absolut nichts anbrennen") alias Sheriff hat leider nicht das Format als Hauptdarsteller einen solchen ernsten Film zu tragen und die von ihm verkörperte Figur kann aufgrund ihrer emotionalen Kaltschnäuzigkeit und berechnenden Art auch beim Zuschauer keine Sympathien erwecken. David Conrad ("The Weekend") in der Rolle des Tony schließlich liefert schauspielerisch eine äußerst blasse Darstellung und wird auch vom Drehbuch sträflich vernachlässigt.

Ein weiteres großes Problem ist der völlig vernachlässigte Spannungsbogen. Nachdem nämlich zu Beginn die Grundfrage aufgeworfen wird, ob es moralisch zu verantworten ist, den "Hilferuf" zu ignorieren, und jeder Zuschauer für sich eine Entscheidung trifft, passiert zunächst beinahe nichts mehr. Sheriff ist nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen und so geht die Sache hin und her, ohne dass es zu einem Ergebnis kommt, ohne dass man sich aufgrund seines Charakters großartig in Sheriff hineinversetzen könnte. So verlagert sich die Geschichte dann auf Nebenschauplätze, ohne dass diese größere Bedeutung für die zentrale Frage hätten, als dann schließlich nach etwas mehr als der Hälfte der Spielzeit einer der beiden Akteure eine Entscheidung trifft, geht dem Film völlig die Puste aus und man quält sich mühsam bis zum Ende des Films, der zwar noch kleinere Plot-Twists bereit hält, die aber niemanden mehr groß berühren. Während des gesamten Films manifestiert sich der Eindruck, sein einziger Sinn und Zweck wäre dem Zuschauer mit der Moralkeule eins überzuziehen. Das mag dann zwar alles letztendlich gut gemeint und sehr moralisch sein, wird jedoch auf eine dermaßen plumpe, plakative und unbeholfene Art präsentiert und vermittelt, dass dem Zuschauer jeglicher Spaß an Film und Story vergeht.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der DVD ist sehr gut und begeistert vor allem durch die hervorragende Schärfe. Sowohl der Ton der deutschen Fassung als auch der englischen Originalfassung haben keine größeren Schwächen.

Es gibt keinerlei Extras auf der DVD.

Fazit:
"Für das Leben eines Freundes" enttäuscht leider auf ganzer Linie. Der Film setzt sich am Anfang einen hohen moralischen Anspruch, den er jedoch nie einlösen kann, dafür sind die Charaktere und Zusammenhänge in der Darstellung viel zu oberflächlich. Ansonsten können auch weder die schwachen Darsteller, noch die abschweifende, und an Höhepunkten arme Story den Film über die Spielzeit tragen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
107:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Russisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Spanisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch
Bonusmaterial:
Für das Leben eines Freundes - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Für das Leben eines Freundes
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Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Mit den Drogen kam der Tod...


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1998
Regie:
Joseph Ruben
Drehbuch:
Pierre Jolivet, Olivier Schatzky
Darsteller:
Vince Vaughn, Anne Heche, Joaquin Phoenix, David Conrad, Jada Pinkett Smith

Label Deutschland :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart Deutschland :
03.08.2006