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DVD-Besprechung - Gang Fight
Story:
Der hervorragende Straßenkämpfer Park Jeong-Kwon (Park Kyeon-Hyeong), der intelligente Gi Seong-Hyeon (Lee Cheon-Hee) und der schrille Yoo Gyeong-Ro (M.C. Mong) bilden zu ihrer Highschoolzeit die Führungsebene des "No Touch Clan". Ihr Revier ist der sogenannte "Deich", den sie gegen andere Clans erfolgreich verteidigt haben. Als Park die Highschool jedoch verlässt, um eine Karriere als Gangster zu starten, bricht der Clan auseinander und der "Deich" geht verloren. Während Gi ein Vorstudium der Radiologie beginnt, schlägt sich Yoo als Karaoke-Vortänzer durchs Leben. Die Macht im Viertel hat längst der Gangsterboss Lee Chi-Su (Oh Dal-Su) übernommen, doch dann taucht Park plötzlich wieder auf.
Meinung zum Film:
Innerhalb relativ kurzer Zeit ist "Gang Fight" nun bereits der dritte südkoreanische Film zum Thema Gangs im Schulmilieu, nach den kürzlich erschienenen "Gangster High" und "Once upon a time in High School". Regisseur Cho Beum-Gu drehte zuvor lediglich das in Deutschland nie veröffentlichte Drama "The Bad Utterances". Hauptdarsteller M.C. Mong wurde für seinen überdrehten Auftritt mit der Nominierung als bester Nachwuchsdarsteller bei den Grand Bell Awards 2007 belohnt. Nebendarsteller Oh Dal-Su ("Crying Fist") dürfte in Deutschland, vor allem wegen seiner Auftritte in "Oldboy" und "Lady Vengeance", das bekannteste Gesicht des Films darstellen.
"Gang Fight" stellt eine ziemlich uneinheitliche Mischung aus Gangsterfilm, Actionfilm, Drama und Komödie dar. Wie in den beiden genannten Filmen spielen die gewaltsamen Auseinandersetzungen der einzelnen Schülergruppierungen an der Highschool eine wichtige Rolle. Hier stehen sie sogar ganz klar im Mittelpunkt. Die Rahmenhandlung wirkt dagegen äußerst minimalistisch. Während andere asiatische Filme diese Tatsache jedoch durch eine beeindruckende Optik ausgleichen können, kann "Gang Fight" in dieser Beziehung qualitativ weder nach oben, noch nach unten sonderlich hervorstechen. Als Highlight des Films werden die Fights zwischen den Clans betont, für die Jung Doo-Hong ("Silmido") als Choreograph verantwortlich zeichnete, der diese Funktion u.a. auch schon bei "Tube" und "Brotherhood" bekleidete. Im Grunde verschießt der Film in diesem Bereich sein Pulver aber bereits im ersten Drittel des Films, in dem die meisten Kämpfe stattfinden. Darauf folgt eine sehr lange Kampfpause, bevor es dann gegen Ende zum abschließenden Showdown kommt, der jedoch mittendrin einfach ausgeblendet wird. Die Inszenierung der Kämpfe versteht es zwar, die Energie und Dynamik der Kämpfe gut einzufangen, das Gezeigte selbst ist aber ziemlich unspektakulär und völlig unblutig. Wirkliche Kampfkunst der Protagonisten darf man nicht erwarten.
Hauptproblem bei "Gang Fight" sind aber trotz alledem nicht die Fights, die, wenn sie zahlreicher wären, wohl halbwegs überzeugen könnten, sondern vielmehr die äußerst dünne Handlung mit vielen Längen, die unausgegorenen Versuche, dem Film einen Komödienanstrich zu verpassen und die misslungenen Dialoge. Im Grunde verlieren sich die drei Hauptakteure lediglich aus den Augen und präsentieren sich nach der Schule alle mehr oder weniger als Zivilversager. Als Park wieder auftaucht, trifft man daher den Entschluss, die alten Clanzeiten erneut aufleben zu lassen, als man noch allenthalben mit Respekt behandelt wurde. Dieses Geschehen wird noch durch bruchstückhafte Flashbacks von Park, in Schwarz-Weiß, sowie ätzende Karaokeeinlagen von Gyeong gebremst. Die humorigen Elemente zünden nie wirklich, gleiten aber auch nicht in die üblichen Albernheiten ab. Am überzeugendsten ist hier noch Gyeongs Vater Yu (Oh Dal-Su), der trotz seines fortgeschrittenen Alters als ehemaliger Gründer des Wassermühlenclans streitsüchtig den starken Mann heraushängen lässt. Aber auch hier mangelt es an Timing und der Zuspitzung der Inszenierung. Die Dialoge hingegen sind mal wieder mit primitiven und kindischen Schimpfwörtern wie "Furzgesicht" u.ä. gespickt und nerven, genau wie der völlig überdrehte Gyeong, bereits nach kürzester Zeit.
Digitale Aufarbeitung:
Bis auf ein leichtes Rauschen hat das Bild keine besonderen Schwächen und kann überzeugen. Auch die beiden Tonspuren geben sich keine besondere Blöße.
Die Verleih-DVD enthält keinerlei Extras. Die Limited Gold Edition des Films soll jedoch unter anderem ein Making Of, Deleted Scenes und eine B-Roll enthalten.
Fazit:
"Gang Fight" stellt die gewalttätigen Auseinandersetzungen der Clans derart in den Vordergrund, als würde es kein anderes Lebensziel geben. Diese Auseinandersetzungen werden aber nur zu Beginn und am Ende gezeigt, wobei deren Inszenierung auch nur solide, aber nicht überragend ist. Die Schauspieler können bis auf den nervigen M.C. Mong überzeugen, die Story des Films ist aber einfach zu dünn und langatmig, während die Dialoge sehr flach ausgefallen sind. Am Ende bleibt eine unausgegorene Genre-Mixtur mit vielen Längen und ohne echte Höhepunkte, deren Aussage schlichtweg naiv anmutet.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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91:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Koreanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Gang Fight
Ddukbang jeonseol
Pubertäre Gewaltfantasien südkoreanischer Möchtegerngangster
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2006 Regie: Cho Beum-Gu Drehbuch: Cho Beum-Gu, Park Jeong-Su, Park Su-Jin Darsteller: Lee Cheon-Hee, M.C. Mong, Park Keon-Hyeong, Oh Dal-Su, Yu Ji-Tae, Kim Su-Hyeon
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 29.06.2007
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