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DVD-Besprechung - Gangster High

Story:
Eine Gruppe von Schülern gründet ein Fußballteam und nennt sich "Die Tiger", Sang-Ho wird zu ihrem Anführer ernannt. Neben dem Fußball bildet man auch Lerngruppen und bestreitet gemeinsam seine Freizeit. Es kommt jedoch immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Schülern aus der Oberstufe. Schließlich entwickelt sich eine handfeste Schlägerei mit einigen Schülern der East High, die als Gang namens "TNT" firmieren. Von nun an schaukelt sich die Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen immer weiter hoch. Spätestens als Sang-Ho mit der Ex-Freundin des Anführers von "TNT" ausgeht ist die Situation nicht mehr gewaltlos zu bereinigen.

Meinung zum Film:
Regisseur Park Ki-Hyung wurde bisher eher durch Horrorfilme bekannt, so drehte er den ersten Teil von "Whispering Corridors", einer Reihe, die es mittlerweile auf vier Teile gebracht hat, sowie im Jahr 2003 "Acacia". Keines seiner vorherigen Werke ist bisher auf DVD in Deutschland erhältlich.

"Gangster High" wäre den Kurzinterviews mit den Darstellern nach gerne ein sozialkritisches Jugenddrama mit einer Botschaft über die Sinnlosigkeit von Gewalt. Das Problem ist jedoch, dass der Film diese Botschaft in keinster Weise vermitteln kann und diesem Anspruch auch niemals gerecht wird. Der Film beginnt recht friedfertig mit einem Fußballspiel unter Schülern. Kameratechnisch ist dieses Spiel sehr gut umgesetzt worden, es gibt sehr schöne Weitwinkelaufnahmen, ständige Perspektivenwechsel und viele Zooms. Der Schein übersteigt hier jedoch deutlich das Sein, denn die Spielszenen selber wirken wenig professionell ausgeführt. Hinzu kommt, dass diese Szene eine völlig falsche Erwartungshaltung beim Zuschauer erzeugt. Im weiteren Verlauf spielt Fußball überhaupt keine Rolle mehr, obwohl sich die Protagonisten ursprünglich zu genau diesem Zweck zusammengetan hatten. Überhaupt fällt es sehr schwer, bei "Gangster High" eine wirkliche Story auszumachen. Einige jüngere Semester schließen sich zu einem Team zusammen, bekommen immer wieder Ärger mit älteren Schülern, stehen füreinander ein und schließlich mündet alles in einer großen Auseinandersetzung mit einer gegnerischen Gang. Schuld ist letztendlich natürlich wieder einmal eine Frau - dass sich seine ehemalige Freundin ausgerechnet seinem schlimmsten Feind zuwendet, kann der Anführer von "TNT" nicht verknusen. Von der Grundkonstellation her könnte man also beinahe von einer südkoreanischen "West Side Story" sprechen. Die Liebesgeschichte ist jedoch nur aufgesetzt und wird auch nicht weiter verfolgt, sie ist lediglich Mittel zum Zweck, um den Konflikt eskalieren zu lassen.

Eine Identifizierung mit den Charakteren des Films fällt äußerst schwer. Die Kontrahenten der "Tiger" sind alle böse Buben und werden als vollkommen unsympathisch dargestellt. "Die Tiger" hingegen sind in ihrer Charakterisierung so dermaßen oberflächlich, dass sich keinerlei Identifikationspotential ergibt. Für westliche Zuschauer tritt noch das Problem hinzu, dass sich einige Charaktere optisch durch ihre Schuluniformen und Kurzhaarschnitte kaum voneinander abheben und dadurch noch austauschbarer wirken. Obwohl die schauspielerischen Darbietungen weitestgehend in Ordnung gehen, sucht man im gesamten Film vergeblich nach einer echten Persönlichkeit mit Ecken und Kanten. Ein Filmfluss kommt aber auch nie zustande, da alle paar Minuten eine Schlägerei vom Zaun gebrochen wird, welche dann auch den Hauptinhalt des Films bildet. Freunde von Martial-Arts-Filmen sollten sich aber keinerlei Illusionen machen, keiner der Akteure hat einen Kampfsporthintergrund, die Kämpfe verlaufen äußerst hektisch und wirken häufig recht unkontrolliert. Am Anfang wirken sie beinahe wie "Schulhofbalgereien", deren Härte und Intensität sich jedoch steigert. Zwar wird versucht, mit schnellen Schnitten und ein wenig Blut die Kämpfe aufzupeppen, das ganze verbleibt aber äußerst unspektakulär und amateuerhaft. Im Showdown der beiden Gangs kommen dann noch Waffen wie Messer, Äxte und Eisenrohre hinzu. Diese Auseinandersetzung wirkt extrem überspitzt und ist wohl auch der einzige Grund für die "KJ"-Freigabe, auch wenn die Darstellung nicht wirklich explizit ausfällt. Besonders negativ fällt noch die vollkommen unpassende Musikuntermalung des Films auf, bei der z.B. Kampfszenen mit klassischer Musik oder mit "I'm just a Gigolo" unterlegt werden. Das raubt den Kämpfen einerseits die letzte Dynamik und wirkt ansonsten eher peinlich. Die deutsche Synchronisation tut dazu ein übriges, verwöhnt sie den Zuschauer doch mit Stilblüten wie "Rattensau".

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild liegt im Format 2,35:1 vor und nicht wie von Splendid angegeben im Format 1,85:1. Die Schärfe des Bildes kann voll überzeugen, ein Bildrauschen ist aber ständig wahrnehmbar. Das Bild wirkt an einigen Stellen extrem aufgehellt und auch die Farbgebung erscheint nicht immer ganz natürlich, hier handelt es sich aber wohl um ein beabsichtigtes Stilmittel. Beide Tonspuren haben keine besonderen Schwächen und können voll überzeugen.

Die Extras sind äußerst dürftig ausgefallen. Neben den beiden Trailern gibt es noch eine B-Roll, die knapp über vier Minuten läuft, ein kurzes Musikvideo zum Film, sowie Interviews mit Cast und Crew, die angesichts ihrer Gesamtlänge von unter drei Minuten ebenfalls vernachlässigbar sind.

Fazit:
"Gangster High" hat lediglich eine Alibistory, einen nachvollziehbaren Spannungsbogen oder eine Weiterentwicklung der Charaktere gibt es nicht. So reiht sich eine unspektakuläre Schlägerei an die nächste und es herrscht vor allem Langeweile bis zum absehbaren Showdown. Obwohl der Film das Gegenteil von sich behauptet, ist er letztendlich vor allem gewaltverherrlichend, denn die Spirale der Gewalt wird weder unterbrochen, noch hinterfragt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
97:29 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Kino- und Teasertrailer
  • B-Roll
  • Musikvideo
  • Interviews mit Cast und Crew
Gangster High - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Gangster High
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Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Kein Film, sondern ein Schlag ins Gesicht des Zuschauers


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2006
Regie:
Park Ki-Hyung
Drehbuch:
Park Ki-Hyung
Darsteller:
Jang Hee-Jin, Park Kyeong-Ho, Lee Tae-Seong, Kim Hye-Seong, Lee Haeng-Seok, Lee Haeng-Seok

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
23.02.2007