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DVD-Besprechung - Garuda
Story:
Im Jahr 2005 wird bei Bohrungen zum Ausbau des U-Bahn-Systems in Bangkok ein Monster aus grauer Vorzeit entdeckt, der Garuda. Ein Team aus Wissenschaftlern soll die Fundstelle untersuchen. Es wird dabei jedoch von einer Spezialeinheit des Militärs begleitet, die keinen Zweifel an ihrer Weisungsbefugnis aufkommen lässt. Als der Garuda zum Leben erwacht, kommt es zum ersten Gefecht mit der Einheit. Richtig kritisch wird die Lage jedoch erst, als es dem Garuda gelingt, aus dem U-Bahn-System ins Freie zu gelangen und in Bangkok für Angst und Schrecken zu sorgen.
Meinung zum Film:
Der Garuda spielt in der thailändischen Mythologie eine hervorgehobene Rolle und ist außerdem das Wappentier Thailands. Grob beschrieben stellt er sich als eine Mischung aus Adler und Mensch dar. "Garuda" ist der erste thailändische Film, der komplett auf Digital Video gedreht wurde. Dadurch konnten auch die Kosten für den Film erheblich reduziert werden und das Budget belief sich letzten Endes lediglich auf die bescheidene Summe von 1 Million Dollar. Zumindest in Thailand konnte "Garuda" letztendlich an den Kinokassen auch einen großen Erfolg einfahren.
"Garuda" ist eine Art thailändische Antwort auf Godzilla und andere Monsterfilme ähnlicher Machart. Von einem Monsterfilm dieser Art erwartet man vor allem zwei Dinge: ein schön trashiges Monster und eine anständige Spielwiese für das Monster, auf der es sich richtig austoben, sowie spektakuläre Verwüstungen anrichten kann. Auf den ersten Punkt muss direkt verzichtet werden. Garuda wurde komplett im Computer erschaffen und man sieht ihm das geringe Budget deutlich an. Er wirkt nie wie ein natürlicher Teil des Films, seine künstliche Herkunft ist offensichtlich, der Detailgrad seines Körpers ist gering und die Bewegungen erinnern in ihrem Mangel an Geschmeidigkeit an längst vergessene Videospieltage. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Garuda für einen Monsterfilm ziemlich wenig screen-time für sich verbuchen kann. Die erste Hälfte des Films spielt überwiegend in einem dunklen U-Bahnschacht, der Garuda ist oft nur schemenhaft zu sehen und aus unerfindlichen Gründen bekommt man meistens nur Close-Ups von Kopf und Schnabel zu sehen, die wenig überzeugend aussehen. Aufgrund des Terrains in der ersten Hälfte des Films muss auch auf Zerstörungsorgien des Monsters völlig verzichtet werden. Hier erinnert der Film durch die Feuergefechte der Soldaten mit dem Garuda eher an "Aliens - Die Rückkehr", leider kommt er qualitativ aber nicht mal in dessen Nähe. Die Feuergefechte sind nicht sonderlich dynamisch, die Attacken des Garuda sind ziemlich blutleer und Folgen des Schusswaffeneinsatzes beim Garuda sind nicht erkennbar. Der Film konzentriert sich in der ersten Hälfte jedoch eh größtenteils auf Belanglosigkeiten und führt die vollkommen eindimensionalen Charaktere in die Handlung ein. Da wäre zum Beispiel Leena (Sara Legge), eine junge Forscherin, halb Thai, halb Französin, die die Theorien ihres Vaters zur Entstehungsgeschichte des Garuda beweisen und weiterentwickeln will. Ferner noch ihr Mitarbeiter Tim (Dan Fraser), ein Europäer. Beiden werden zunächst Grabungsarbeiten im U-Bahn-Schacht untersagt, weil sie keine Thailänder sind, und der Garuda für die Thailänder eine kulturell-religiös delikate Angelegenheit darstellt. Hier tritt dann der erstaunlich ausgeprägte Rassismus des Films auf den Plan, der die Vermarktungschancen auf westlichen Märkten nicht gerade vergrößert. Ständig wird Leena als minderwertiger Mischling bezeichnet, verglichen mit den "Weißen", ist aber selbst dieser Status noch Gold wert. Unterschwellig schwingt dieser Rassismus dann noch in der Figur des Tim mit, der ein Angsthase ist und sich während des gesamten Films ständig zum Affen macht.
Bei "Garuda" stimmt insgesamt fast gar nichts. Die Spezialeinheit wird auf peinliche Weise als möglichst harte Truppe präsentiert, ihr Auftauchen wird ständig von aggressiver Musik begleitet und jedes Mitglied wetteifert darum, möglichst böse und verwegen aus der Wäsche zu gucken. Tötet das Monster einige Kameraden, wird auf billigsten Pathos zurückgegriffen und der Hass auf das Monster geschürt. Die Action ist leider äußerst begrenzt und selbst als der Garuda die U-Bahn-Schächte verlässt, halten sich die Zerstörungen arg in Grenzen und wirken in ihrer CGI-Darstellung ziemlich schwach. Die Logikfehler des Films sind dabei ähnlich gravierend, wie die Dialoge abgedroschen klingen. Besonders Leenas Kommunikationsversuche mit dem Garuda wirken vollkommen hirnrissig. Sie kratzt dabei lediglich mit einer von dessen Krallen über den Boden, warum das den Garuda anlocken sollte, bleibt weitestgehend ungeklärt. Das Finale verläuft ähnlich enttäuschend wie der gesamte Film und beschert dem Zuschauer noch eine misslungene Hommage an "King Kong".
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist insgesamt sehr anständig, wenn man mit den typischen Schwächen der DV-Technik leben kann. Die Tonspuren können ebenfalls überzeugen.
Außer einem Trailer gibt es lediglich den vierseitigen Text "Garuda - Der mythologische Hintergrund".
Fazit:
Bei "Garuda" werden sich Monsterfans königlich langweilen, wenn erstmal die Enttäuschung über das schwach präsentierte Monster und den Mangel an Action und Zerstörung überwunden sind. Alle anderen ärgern sich über grenzdebile Dialoge, rassistische Untertöne, platte Charaktere, Logikfehler in Hülle und Fülle, sowie eine äußerst zähe Inszenierung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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109:22 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Thailändisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Garuda - Der mythologische Hintergrund
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Garuda
Paksa wayu
Der Garuda ist nicht Godzilla und Bangkok nicht Tokio
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Thailand, 2004 Regie: Monthon Arayangkoon Drehbuch: Monthon Arayangkoon Darsteller: Sornram Theppitak, Sara Legge, Dan Fraser, Chalad Na Songkhla, Yani Tramod, Phairote Sangwaribut
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 21.06.2007
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart : 21.06.2007
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