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DVD-Besprechung - The Good German
Story:
Der amerikanische Kriegskorrespondent Jake Geismer (George Clooney) reist im Juli 1945 in das Berlin der Nachkriegszeit um über die Potsdamer Friedenskonferenz zu berichten. Als Fahrer wird ihm Corporal Tully (Tobey Maguire) zugeteilt, der in diverse illegale Geschäfte verstrickt ist. Überraschenderweise muss Jake jedoch feststellen, dass Tully mit seiner ehemaligen Geliebten Lena Brandt (Cate Blanchett) liiert ist. Die Umstände ihrer Bindung sind jedoch ziemlich mysteriös und Lena hat sich charakterlich sehr verändert. Als in diesem Zusammenhang auch noch ein Mord geschieht ist das journalistische Interesse von Jake endgültig geweckt.
Meinung zum Film:
"The Good German" ist komplett in Schwarz-Weiß gedreht und lehnt sich stilistisch an den Film Noir der 40er und 50er Jahre an. Der Film basiert auf dem Roman "In den Ruinen von Berlin" von Joseph Kanon aus dem Jahr 2001, der zwei Jahre später auch in Deutschland erschien. Regisseur Steven Soderbergh ("Solaris") und Hauptdarsteller George Clooney ("Syriana") sind ein eingespieltes Team, das bereits sowohl in reinen Unterhaltungsfilmen, als auch eher experimentell und tiefgründig angelegten Filmen, zusammen gearbeitet hat. In die erste Kategorie fallen "Ocean`s Eleven" und seine beiden Nachfolger, in letztere Kategorie fallen "Solaris" und eben auch "The Good German". Der Film lief im Rahmen der diesjährigen Berlinale und war für den Goldenen Bären nominiert. In den US-Kinos lief er relativ erfolglos, wurde aber für den Oscar in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert.
Zunächst fällt bei "The Good German" natürlich die, heutzutage eher ungewohnte Schwarz-Weiß-Optik ins Auge. Soderbergh arbeitete mit der damaligen Kameratechnik, inklusive fester Brennweite, was in eine geringe Tiefenschärfe des Bildes mündet und die Geschehnisse im Vordergrund betont. Passend dazu wurde der Film komplett in den Warner Studios gedreht, außerdem wurden die Studioaufnahmen mit originalen, historischen Filmschnipseln, z.B. aus Wochenschauen, ergänzt, wobei der Film jedoch immer wie aus einem Guss wirkt. Weiterhin finden sich im Film die klassischen Wischblenden, also Überblendungen von Szene zu Szene, und auch die sehr emotionale, geradezu orchestrale Filmmusik von Thomas Newman inkorporiert typische Elemente des Film Noir. Abweichend von dem damals in der Filmindustrie geltenden "Hays Code", den Richtlinien zur Herstellung von US-Spielfilmen, gibt es jedoch in "The Good German" durchaus sexuelle Anspielungen und "schmuddelige" Ausdrücke zu vernehmen. Überhaupt bewegt sich Jake Geismer in einer äußerst amoralischen Welt, in der ein jeder um den eigenen Vorteil kämpft, oder auch um das blanke Überleben. Hier steht zunächst das Fressen im Mittelpunkt, die Moral hat Mittagspause. Tully z.B. behandelt Lena sehr schlecht, misshandelt sie geradezu, diese ist jedoch in der Hoffnung an ihn gebunden, er könne sie aus Berlin herausschaffen. Tully verdient sich sein Geld mit Schmuggeleien, mit welcher Seite er handelt ist ihm völlig egal, solange nur der Profit stimmt. Aber auch die Besatzungsmächte bekommen ihr Fett weg. Während die Russen ganze Industriezweige als Kompensation für ihre Kriegstoten demontieren, sind die Amerikaner darum bemüht die klügsten Köpfe der Nazis, Wissenschaftler mit moralisch fragwürdigem Hintergrund, für ihre eigenen Zwecke einzuspannen. Jakes Freund, Staatsanwalt Bernie Teitel (Leland Orser), der mit dem Ausfindigmachen und der Anklage von deutschen Kriegsverbrechern betraut ist, muss erleben, dass die eigenen Leute Verdächtige vor ihm verstecken und sie seinem Zugriff entziehen.
"The Good German" lehnt sich nicht nur optisch an alte Klassiker an, er ist auch inhaltlich eine Hommage an Filme wie "Der dritte Mann" oder auch "Casablanca", an welchen sich z.B. die Schlussszene des Films anlehnt, dabei kopiert er sie jedoch keineswegs. Jake Geismer muss nach seiner Ankunft schnell feststellen, dass er den eigenen Leuten genauso wenig trauen kann, wie der russischen Gegenseite. Der Mord soll angesichts der bevorstehenden Friedenskonferenz übergangen werden und seine Ermittlungen bringen Vertuschung, Korruption und Amoral ans Licht. Die Liebe zu Lena, die ihn erst nach Berlin geführt hat, wird von dieser zunächst nicht erwidert, die Beziehung verläuft tragisch und Lena hat offensichtlich mit ihren eigenen, inneren Dämonen zu kämpfen, offenbart sich Jake aber zunächst nicht. Am Rande des Films gibt es immer wieder Seitenhiebe auf ideologische Stereotypen. Für Jake sind zu Beginn alle Deutschen Nazis, Tully sieht in einem jüdischen Händler, nichts anderes als einen windigen Geschäftemacher, an der er keine "Judenpreise" zahlen will und die Bevölkerung will sich hinter dem Mythos verstecken, man habe doch von nichts gewusst. Vor der beeindruckenden Kulisse des in Trümmern liegenden Berlins entspinnt sich ein großes Spiel aus Intrige und Gegenintrige, in dem sich Geismer oft wie eine Marionette fühlen muss. Er hinkt seinen Widersachern stets einen Schritt hinterher und muss sich die großen Zusammenhänge erst mühsam zusammen setzen, zusätzlich scheint hinter jeder Wahrheit eine große Lüge zu stecken.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des Films ist sehr gelungen. Die Dialoge sind zu jeder Zeit gut verständlich und die Tonspuren bringen die adäquate musikalische Untermalung angenehm zur Geltung.
Es gibt keinerlei Extras.
Fazit:
"The Good German" lehnt sich optisch nahezu perfekt an den klassischen Film Noir an und auch die hervorragenden Schauspieler, besonders George Clooney und Cate Blanchett, passen sich dessen Stil in ihrer Spielart hervorragend an. Storytechnisch schlägt der Film kein besonders hohes Tempo an, überzeugt dafür aber mit vielen undurchsichtigen Charakteren, interessanten Wendungen und einer Geschichte, die erst nach und nach ihre dunklen Geheimnisse offenbart. Der Verzicht auf jegliche Extras ist bedauerlich, technisch ist die DVD aber sehr gelungen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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103:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Isländisch, Italienisch, Italienisch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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The Good German
The Good German
Optisch eine Augenweide, aber auch inhaltlich durchaus tiefgründig und spannend
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Steven Soderbergh Drehbuch: Paul Attanasio (basierend auf dem Roman von Joseph Kanon) Darsteller: George Clooney, Cate Blanchett, Tobey Maguire, Ravil Isyanov, Jack Thompson, John Roeder
Label :
Warner Home Video Germany
Verleihstart : 06.07.2007 Verkaufsstart : 06.07.2007
Vertrieb :
Warner Home Video Switzerland
Verleihstart : 06.07.2007 Verkaufsstart : 06.07.2007
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