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DVD-Besprechung - Härtetest
Story:
Jonas (Janek Rieke) ist 26 Jahre alt, wohnt noch bei seinen Eltern und ist ein äußerst ängstlicher Typ. Seine Freundin hält ihn sogar für den größten Angsthasen der Welt und lässt ihn deshalb sitzen. Seinem Vater gehört eine Flotte von Öltankern und Jonas soll später dessen Firma übernehmen, er erwartet jedoch von Jonas, dass er endlich erwachsen und selbständig wird. Das wird jedoch auch durch seine Mutter erschwert, die ihn ständig bevormundet. Dann lernt Jonas völlig unverhofft die Öko-Terroristin Lena (Lisa Martinek) kennen, die der völlige Gegensatz zu seiner eigenen Person ist. Er hat bei ihr jedoch nur dann eine Chance zu landen, wenn er beweist, dass er kein Weichei ist.
Meinung zum Film:
Janek Rieke ("Herr Lehmann") machte bereits früh durch einige Kurzfilme auf sich aufmerksam. Aufgrund dieser guten Referenzen bekam er für einen Spielfilm finanzielle Fördermittel zur Verfügung gestellt, u.a. von der Filmförderung Hamburg GmbH, der Filmstiftung NRW und der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein, obwohl überhaupt noch kein fertiges Drehbuch existierte. Das Drehbuch von "Härtetest" durchlief zahlreiche Überarbeitungen und der Film wurde schließlich mit einem Budget von weniger als einer Million Euro abgedreht. Er wurde für den deutschen Filmpreis nominiert, ebenso wie Hauptdarstellerin Lisa Martinek, außerdem gewann der Film den Publikumspreis beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken. "Härtetest" war der erste und letzte Spielfilm von Janek Rieke, der sich mittlerweile äußerst erfolgreich ausschließlich seiner Schauspielkarriere widmet.
"Härtetest" ist eine deutsche Beziehungskomödie, die sich jedoch wohltuend vom üblichen Einheitsbrei dieser in Deutschland äußerst beliebten Gattung abhebt. Jonas ist kein Held aus dem Bilderbuch, er ist ein äußerst ängstlicher Mensch, der jedem Konflikt aus dem Weg geht und der sich selten durchsetzen kann. Nachdem ihn seine Freundin eiskalt abserviert hat, versuchen seine beiden Freunde Thilo (Sebastian Münster) und Robert (Florian Lukas) ihn wieder zu verkuppeln. Jonas ist jedoch so schüchtern, dass er sich nicht traut, eine der Kandidatinnen anzusprechen. Schließlich kommt ihm jedoch der Zufall zu Hilfe und er trifft Lena. Sie ist eine äußerst lebendige und spontane Frau, die keinem Konflikt aus dem Wege geht und ständig für ihre eigene Weltanschauung einsteht. Jonas gerät durch ihr Verhalten immer wieder in äußerst heikle Situationen und ist hin- und hergerissen zwischen seinen zahlreichen Ängsten und seiner Liebe zu Lena. Aufgrund einer Intrige von Lenas Mitbewohner Max (Sigi Terpoorten) zweifelt aber auch Lena an Jonas obwohl sie sich zu ihm hingezogen fühlt, zu groß erscheinen ihr die Gegensätze. Jonas ist dadurch erstmals in seinem Leben gezwungen die Initiative zu ergreifen und sich seinen Ängsten zu stellen.
"Härtetest" überzeugt mit einem hervorragenden Ensemble an Schauspielern, die mit sichtbarer Spielfreude am Werk sind. Die Charaktere sind allesamt so liebenswert wie skurril und haben ihre Ecken und Kanten. Garniert wird die sich entfaltende Situationskomik durch trockene Kommentare aus dem Off, zu seiner verzwickten Lage, von Jonas selbst. Die größte Stärke des Films sind aber seine brillanten und äußerst amüsanten Dialoge. Beispielsweise versucht Jonas das Frühstück bei seiner Mutter abzusagen, da er gern mit Lena schlafen würde. Seine Mutter besteht jedoch erzürnt auf den Termin und fragt ihn, ob er sich für sie schämen würde. Jonas beendet das Telefongespräch recht abrupt und entschlossen, hat jedoch lediglich zusätzliche fünf Minuten herausgeschunden, was Lena mit "Dann geh doch zu deiner Mama!" quittiert. Weiterhin bietet der Film u.a. einen amüsanten Kurzauftritt von Rudi Völler, sowie eine Fäkalattacke gegen gentechnisch manipulierte Kürbisse.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von "Härtetest" weist ein deutliches Rauschen auf ist sonst aber zufriedenstellend. Auch der Ton gibt sich keine Blöße.
Die DVD enthält einen Trailer, eine Fotogalerie und Teamfotos. Weiterhin gibt es einen Audiokommentar von Regisseur Janek Rieke und ein rund halbstündiges Interview mit ihm, sowie ein Interview mit der Produzentin Helga Baehr mit einer Laufzeit von etwa 18 Minuten. Die Interviews und der Audiokommentar sind sehr informativ, engagiert und ausführlich, auch wenn manche Sachverhalte mehrfach geschildert werden. Abgerundet werden die Extras mit Kommentaren zum Storyboard von Janek Rieke, sowie seinem Kurzfilm "Jenseits von Schweden" mit einer Laufzeit von mehr als 37 Minuten. Leider werden bei diesem durchgehend feste englische Untertitel eingeblendet. Der Film ist aber recht amüsant und flott inszeniert, so dass er durchaus einen Mehrwert darstellt.
Fazit:
"Härtetest" ist eine äußerst amüsante, mit pointierten Dialogen und intelligenter Situationskomik gewürzte Beziehungskomödie jenseits der ausgetretenen Pfade dieses überstrapazierten Genres. Die Darsteller agieren sehr überzeugend und der Film überrascht immer wieder mit witzigen Einfällen. Die Extras der DVD sind ziemlich umfangreich geraten und können ebenfalls voll überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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80:20 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur Janek Rieke
- Interviews mit Janek Rieke und Helga Baehr
- Storyboard mit Kommentar von Janek Rieke
- Trailer
- Fotogalerie
- Teamfotos
- Kurzfilm "Jenseits von Schweden" mit Einführung von Janek Rieke
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Härtetest
Härtetest
Amüsante Beziehungskomödie mit witzigen Einfällen und brillanten Dialogen!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1998 Regie: Janek Rieke Drehbuch: Janek Rieke Darsteller: Janek Rieke, Lisa Martinek, Sigi Terpoorten, Gerhard Garbers, Katrin Saß, Florian Lukas
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 27.04.2007
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