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DVD-Besprechung - Hammer House of Horror

Story:
"Hammer House of Horror", dessen Titel in der deutschen TV-Ausstrahlung "Gefrier-Schocker" lautete, ist eine 13-teilige, englische Horror-Fernsehserie aus dem Jahr 1980. Jede Episode besitzt eine Laufzeit von 50-52 Minuten. Die Serie deckt dabei ein weites Spektrum klassischer Themen aus dem Genre ab. Dieses beinhaltet u.a. Hexen, verfluchte Häuser, Voodoo, Kannibalismus oder auch Werwölfe. Die deutsche Erstausstrahlung der Serie erfolgte erst im Jahre 1989.

Meinung zum Film:
Im Jahr 1979 entstand der letzte Kinofilm der legendären Hammer-Studios. Es handelte sich dabei um "Die tödliche Botschaft" ("The Lady Vanishes"). Nachdem sich jedoch auch dieser Film als Flop erwies musste Hammer-Chef Michael Carreras im Frühjahr 1979 Insolvenz anmelden. Roy Skeggs und Brian Lawrence wurden zu den Insolvenzverwaltern erklärt. Sie lizensierten den Namen "Hammer" für ihre eigene Firma "Cinema Arts". Roy Skeggs und Brian Lawrence produzierten dann die Serie "Hammer House of Horror" und konnten als wichtigsten Geldgeber auch noch die Incorporated Television Company Limited (ITC) hinzugewinnen, zu dieser Zeit der einflussreichste Hersteller britischer Fernsehserien ("Nummer 6", "Die Zwei", etc.). Für die damalige Zeit war die Serie dabei recht blutrünstig und freizügig. Einige Episoden wurden in den USA zensiert oder gar nicht erst aufgeführt. Die Serie spielt komplett in der Gegenwart, bricht hier also schon mit einer Hammer-Tradition.

In den 13 Folgen der Reihe "Hammer House of Horror" gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Schauspielern und Regisseuren aus den Hammer-Studios. Der prominenteste Darsteller gibt sich dabei in Folge 7 "Die Experimente des Mr. Blueck" ("The Silent Scream") die Ehre. Es handelt sich um niemand geringeren als Hammer-Legende Peter Cushing ("Frankensteins Fluch"). Nicht nur aus diesem Grund gilt diese Episode auch als Highlight der gesamten Serie. Regie führte Alan Gibson, vor allem bekannt durch die beiden letzten Teile der Hammer-Dracula-Reihe. In dieser Folge spielt Peter Cushing einen wahnsinnigen und sadistischen Wissenschaftler, der nach Experimenten an Tieren seine Theorien über Käfighaltung ohne Gitter anhand von Strafgefangenen verifizieren will. Sein unwissendes Opfer ist dabei der ehemalige Strafgefangene Chuck Spillers, gespielt von Brian Cox. Eben jener Brian Cox verkörperte 1986 in der Verfilmung von "Roter Drache", dem Vorläufer von "Das Schweigen der Lämmer", erstmals Hannibal Lecter. Die Namen der Regisseure der einzelnen Folgen, genau wie die der Drehbuchschreiber, haben für Hammer-Freunde einen äußerst wohligen Klang. Peter Sasdy ("Wie schmeckt das Blut von Dracula?") führte bei drei Folgen Regie, Robert Young ("Circus der Vampire") gab sich bei der Folge "Charlie Boy" die Ehre, und auch die meisten Darsteller sind durch mehr oder weniger große Rollen in Hammer-Filmen bekannt geworden.

Einige Folgen wirken heute ein wenig antiquiert. Die dargestellte Gewalt erscheint mittlerweile vergleichsweise harmlos. Tierfreunde sollten jedoch lieber Abstand von der Serie nehmen, der Großteil der dargestellten Gewalttätigkeiten richtet sich nämlich gegen Tiere, was wahrscheinlich auch kostengünstiger zu realisieren war. Die Serie spielt mit vielen klassischen Versatzstücken des Horrorgenres. Leider gelingt es ihr, trotz solider und professioneller Präsentation, jedoch nicht, das Rad neu zu erfinden. Für Freunde des Horrors sind viele der Folgen extrem vorhersehbar und das Ende wirft oft schon nach wenigen Minuten seinen Schatten voraus. Zwar werden heutige TV-Serien aus dem Horrorbereich sowohl inszenatorisch, als auch schauspielerisch locker an die Wand gespielt, mit den alten Klassikern aus den Hammer-Studios kann sich die Serie aber nicht messen. Die Qualität der einzelnen Folgen ist extremen Schwankungen unterworfen. Als weiteres Highlight der Serie ist z.B. noch "Alptraum ohne Erwachen" zu nennen. Uwe Huber bezeichnet sie zurecht als Alptraumversion von "Und täglich grüßt das Murmeltier". Eine ganz schwache Folge stellt hingegen "Das Haus des Grauens", eine misslungene Spukhausvariante, dar. "Das Vermächtnis des Falkners" schließlich wandelt eher in Krimigefilden und erscheint innerhalb der Serie als völliger Fremdkörper.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist für eine 26 Jahre alte Fernsehserie hervorragend. Einziger Kritikpunkt ist das mal stärkere, mal schwächere Bildrauschen. Die beiden Tonspuren sind sehr gut verständlich. Bei mehreren Episoden gibt es kurze englische Passagen, die deutsch untertitelt sind.

Auf der vierten und letzten DVD befindet sich eine Bildergalerie mit 55 Motiven. Der Box liegt aber auch ein 24-seitiges Booklet mit Farbfotos bei. Hier finden sich interessante Hintergrundinformationen und ein umfangreicher Episodenguide von Uwe Huber.

Fazit:
"Hammer House of Horror" ist sowohl thematisch, als auch qualitativ sehr vielschichtig. Es gibt einige schwächere Episoden, die jedoch durch die Highlights der Reihe wieder ausgeglichen werden. Insgesamt bekommt man zu einem fairen Preis 11 Stunden gepflegten Grusel auf handwerklich hohem Niveau geliefert.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
670:12 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
  • 24-seitiges Booklet
Hammer House of Horror - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hammer House of Horror
Hammer House of Horror

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Thematisch vielfältige Horrorserie mit Höhen und Tiefen, die insgesamt empfehlenswert ist


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1980
Regie:
Tom Clegg, Peter Sasdy, Don Sharp, u.a.
Drehbuch:
Gerald Savory, David Lloyd, Murray Smith, u.a.
Darsteller:
Peter Cushing, Brian Cox, Barbara Kellerman, Ian McCulloch, Suzanne Danielle, Anthony Valentine, u.a.

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
08.09.2006