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DVD-Besprechung - Heisser Verdacht - Staffel 2
Story:
In einem Vorort Londons, der als sozialer Brennpunkt mit hohem Ausländeranteil gilt, wird eine skelettierte Frauenleiche gefunden. Zunächst ist die Identität des Mordopfers ebenso unklar wie ein Motiv oder Tatverdächtiger, da der Todeszeitpunkt bereits einige Jahre zurückliegt. Neben diesem schweren Fall hat Jane Tennison (Helen Mirren) auch mit den Nachwirkungen eines Techtelmechtels mit einem ihrer Kollegen zu kämpfen. Außerdem sieht sich die Polizei, aufgrund eines zurückliegenden Falls im gleichen Wohnviertel, mit Rassismusvorwürfen konfrontiert, was die Ermittlungen weiter erschwert und viel Fingerspitzengefühl erforderlich macht.
Meinung zum Film:
Nach den hervorragenden Quoten des ersten Teils von "Heisser Verdacht" und den sehr wohlwollenden Kritiken war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Fortsetzung folgen würde. Und bereits ein Jahr später, nämlich 1992, war es dann auch soweit, Jane Tennison kehrte zurück. Die deutsche DVD-Veröffentlichung des zweiten Teils erscheint dabei zeitlich parallel zum ersten Teil, mit dem Untertitel "Operation Nadine", dem Codenamen der Ermittlungen.
Nachdem Jane Tennison ihre Feuerprobe als Hauptkommissarin mit Bravour bestanden und sich den Respekt ihrer Kollegen erworben hat, steht ihr erneut ein komplexer und vielschichtiger Fall bevor. Die Leiche eines weiblichen Teenagers, der offensichtlich vergewaltigt und ermordet wurde, wird aufgefunden, ohne dass es Anhaltspunkte für die Herkunft des Opfers gibt. Der Körper des Opfers befindet sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Verwesung, was eine aufwendige und zeitintensive Rekonstruktion des Falls notwendig macht. Der Ort, an dem die Leiche gefunden wurde, bedeutet eine weitere Erschwernis der Ermittlungen. Es handelt sich um einen sozialen Brennpunkt, in dem die herrschende Stimmung ganz klar gegen die Polizei ist. Es existieren zu diesem Zeitpunkt Vorwürfe, einer der Bewohner des Viertels sei unter Anwendung brutaler Verhörmethoden zu einem Geständnis gezwungen worden. Einige Bürgerrechtler haben den Fall aufgegriffen und instrumentalisieren ihn zu einer Kampagne, um auf die Probleme der sozial und politisch unterprivilegierten Einwandererfamilien aufmerksam zu machen. Tennisons Vorgesetzter, der selbst direkt vor einer Beförderung steht, ermahnt sie daher ausdrücklich, bei den Befragungen und Untersuchungen äußerst behutsam vorzugehen. Der kleinste Fehler der Ermittler kann das Pulverfass zum Explodieren bringen. Aus Imagegründen und um den Volkszorn etwas abzukühlen, bekommt Tennison einen farbigen Ermittler, Robert Oswalde, gespielt von Colin Salmon ("Freeze Frame"), zur Seite gestellt. Diese Konstellation birgt jedoch ihr ganz eigenes Konfliktpotential, da beide vor gar nicht langer Zeit eine gescheiterte Liaison miteinander pflegten.
Die zweite Folge von "Heisser Verdacht" erweist sich als äußerst vielschichtig. Die private und berufliche Ebene von Jane Tennison gehen, in der Person von Robert Oswalde, eine unheilige Einheit ein und beschäftigen Jane während der gesamten Ermittlungen. Sie muss sich den Vorwurf gefallen lassen, persönliche Gefühle würden ihr Urteilsvermögen beeinflussen. Das erschwert es Tennison im Laufe ihrer Nachforschungen, weiter einen kühlen Kopf zu bewahren, zumal die eh schon schwierige Lage droht, sich weiter aufzuheizen. Einer ihrer Beamten outet sich als rassistisch veranlagt und bringt es fertig, einen farbigen Jugendlichen bei einer Befragung wegen einer Lappalie einzubuchten, was wütende Proteste in der Bevölkerung und ein sehr negatives Medienecho hervorruft. Währenddessen führt "Operation Nadine" weit in die Vergangenheit. Der Schädel der Leiche muss rekonstruiert, das entstandene Modell mit Vermisstenkarteien abgeglichen und die Vorbesitzer des Grundstücks, sowie ehemalige Mieter, überprüft werden. Bei der Befragung der relevanten Zeugen und Betroffenen stößt Tennison auf eine Wand des Schweigens, der Ablehnung, sowie auf ein Gewirr von widersprüchlichen Aussagen und Lügen. Auch auf der emotionalen Ebene gestaltet sich diese Folge besonders eindringlich, Tennison sieht sich mit tiefem Leid und dunklen Geheimnissen konfrontiert, ihr Mitgefühl und ihre Belastbarkeit werden auf eine harte Probe gestellt.
Digitale Aufarbeitung:
Es gelten, angesichts des parallelen Veröffentlichungstermins wenig verwunderlich, die gleichen Kritikpunkte wie bereits für die erste Box. Das bedeutet vor allem mangelhafte Schärfe und ausgewaschene Farben sowie ein leicht reduziertes, aber weiterhin starkes Bildrauschen. Die Tonspuren zeigen sich gegenüber der ersten Box leicht verbessert und sind gut verständlich. Die englische Tonspur ist erneut die bessere Wahl, auf deutsche Untertitel wurde leider wieder verzichtet.
Es gibt keine Extras.
Fazit:
Der zweite Teil von "Heisser Verdacht" überflügelt seinen Vorgänger in jeder Hinsicht. Die Auflösung des Falls bleibt bis kurz vor Schluss offen. Erst mühsam ergeben die einzelnen Puzzleteile der Ermittlungen ein größeres Bild, das nur langsam, vor allem durch die Falsifikation von Aussagen, Konturen annimmt. Helen Mirren zeigt sich hier erneut in Bestform und der Fall zehrt an den Nerven des Publikums, ohne dabei jemals oberflächlich oder plakativ zu wirken. Leider kämpft die Box mit den gleichen technischen Schwächen wie bereits Teil 1, die Empfehlung kann daher erneut nur eingeschränkt gelten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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186:49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Heisser Verdacht - Teil 2 - Operation Nadine
Prime Suspect 2
Jane Tennison ist zurück und das besser denn je!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1992 Regie: John Strickland Drehbuch: Allan Cubitt, Lynda La Plante Darsteller: Helen Mirren, Colin Salmon, John Benfield, Jack Ellis, Craig Fairbrass, Tom Watson
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 12.01.2007
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