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DVD-Besprechung - The Unknown - Das Grauen
Story:
Eine fünfköpfige Gruppe Biologiestudenten fährt zwecks Forschungen zu einem abgelegenen Waldstück, in dem vor einigen Jahren auf mysteriöse Weise eine größere Fläche abgebrannt ist. Doch noch vor dem Beginn der eigentlichen Forschungsarbeiten entdeckt die Gruppe eine unbekannte organische Form, die man zur näheren Untersuchung mitnimmt. Eine Entscheidung, die sich nachhaltig auf das weitere Leben der 5 jungen Menschen auswirken wird.
Meinung zum Film:
Michael Hjorth und Tomas Tivemark haben sich schon immer gewundert, dass scheinbar überall in der Welt die verrücktesten Filme in kleinen Independent-Produktionen entstehen, nur ihr Heimatland Schweden findet in dieser Hinsicht so gut wie gar nicht statt. Eine Idee für einen eigenen Film fanden die beiden recht schnell und daraus entstand dann ein Drehbuch, das beide gemeinsam umsetzten. Während Hjorth sich auf den Regiestuhl setzte, agierte Tivemark in einer der 5 Hauptrollen. Epix, das Label, von dem "The Unknown" nun in die Heimkinos gebracht wird, spricht in seinen Werbetexten davon, dass der Film Schwedens Antwort auf "Blair Witch Project" und John Carpenters "Das Ding aus einer anderen Welt" ist. So ganz unrecht haben sie hierbei nicht, und zumindest was den ersten Vergleich anbetrifft, so kann dieser sogar unterstrichen werden und ist gleich in den ersten Minuten sichtbar.
Vor allem die Optik ist eindeutig vergleichbar mit der bei den Erlebnissen der drei Filmstudenten in Burkittsville, Maryland. Auf Stative oder sonstige Hilfsmittel, um Ruhe ins Bild zu bringen wird komplett verzichtet, wodurch ein ständiges Rumgewackel vorherrscht. Zudem wird sehr häufig mit schnellen Schwenks zwischen einzelnen Protagonisten gewechselt, was bei empfindlichen Menschen recht schnell ein Gefühl von Seelkrankheit hervorrufen kann, obwohl wenn man sich mitten im Laubwald befindet. Durch die Art der Kameraführung wird der gleiche Effekt wie im Vorbild erreicht, nämlich den Zuschauer direkt in die Handlung zu ziehen. Die Bewegung der Kamera entspricht der eines mitten in der Handlung befindlichen Akteurs, selbst wenn in diesem Fall kein Filmcharakter dahinter steckt, der die Kamera führt. Auffällig sind auch das teils sehr grobkörnige Bild und die matten Farben, die dem ganzen eine Mischung aus Trostlosigkeit und Homevideo verleihen, was ein Plus an Stimmung bringt. Aus diesen Gründen sollte jedem bewusst sein, dass wer schon das "Blair Wirch Project" nicht mochte, auch "The Unknown" nur mit Naserümpfen versieht.
Die Geschichte selbst ist auch nicht sonderlich originell. Das Finden eines fremden Organismus, der sich anschließend als bedrohlich herausstellt und die einzelnen Mitglieder verändert, ist alles andere als neu oder auch nur ansatzweise innovativ. Dass der Film aber dennoch seine Spannung entfalten und sein Publikum fesselt, liegt einzig an der Tatsache, dass er nicht den sicheren Luxus einer distanzierten Sichtweise aufbaut, sondern durch seine Art der Inszenierung den Zuschauer immer tiefer in die Handlung hinein zieht. Dass das ganze in vielerlei Hinsicht amateurhaft wirkt, ist hierbei ein Faktor, der mit für die Atmosphäre verantwortlich ist. Zum Glück für den Film versucht auch keiner der Darsteller groß zu schauspielern, sondern jeder ist bedacht, sich einfach so zu verhalten, wie man es vermutlich auch außerhalb des Filmes tun würde. Die Kamera wird dabei im Geiste ausgeblendet und die Situation gelebt. "The Unknown - Das Grauen" ist dadurch ein kleiner Independent-Film geworden, der die Stärken des "Blair Witch Projects" aufgreift, dabei aber darauf achtet, nicht einfach plump zu kopieren, sondern dessen Stärken in eine eigene Handlung und eine andere Art Bedrohung einzubinden. Der geneigte Horror-Fan dankt es.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist erwartungsgemäß nicht sonderlich scharf und klar. Konturen verwischen schon einmal leicht, es ist teils sehr starkes Rauschen zu erkennen und in dunklen Sequenzen fällt es teils schwer, Dinge richtig zu erkennen. Da der Film aus der Not allerdings eine Tugend macht, kann dies nicht als Kritikpunkt verstanden werden. Anzumerken ist noch, dass das Bild in einem nicht-anamorphen Format vorliegt. Der deutsche Ton in wahlweise Dolby Digital 5.1 oder Dolby Digital 2.0 ist klar zu verstehen, Raumklangwunder sollten hier allerdings nicht erwartet werden. Bei der schwedischen Tonspur werden deutsche Untertitel fest eingeblendet.
Als Extras gibt es neben dem Trailer und einem Musikvideo zum Film noch ein interessantes, deutsch untertiteltes Making Of, in dem der Regisseur und sein Co-Drehbuchautor unter anderem davon berichten, wie zur Verhinderung der Midlife-Crisis die Idee zu "The Unkown" entstanden ist.
Fazit:
Wer die experimentelle Art des Horrorerlebnisses beim "Blair Witch Project" mochte, sollte sich "The Unknown - Das Grauen" keinesfalls entgehen lassen. Wem aber jetzt noch schwindelig wird beim Gedanken an die dortige Kameraführung, sollte gar nicht erst daran denken, sich diesen Film anzusehen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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87:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Schwedisch (mit Zwangs- untertiteln) Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Musikvideo "You lose yourself" von Bravo 6
- Trailer
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The Unknown - Das Grauen
Det Okända
Mitten drin im Horror statt nur dabei am TV
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweden, 2000 Regie: Michael Hjorth Drehbuch: Michael Hjorth, Tomas Tivemark Darsteller: Jacob Ericksson, Marcus Palm, Ann-Sofie Rase, Ingar Sigvardsdotter, Tomas Tivemark
Label :
Epix
Verkaufsstart : 14.06.2007
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