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DVD-Besprechung - Schräger als Fiktion
Story:
Das Leben von Steuerprüfer Harold Crick (Will Ferrell) ist von der Anzahl der Bewegungen beim Zähneputzen bis hin zu dem punktgenauen Ablegen der Armbanduhr vor dem Schlafen gehen durchgeplant. Eines Tages beginnt er jedoch eine Stimme aus dem Off zu hören, die ihm zu allem Schrecken verkündet, dass sein baldiges Ableben unwiderruflich bevorsteht. Die Stimme gehört der seit längerem mit einer Schreibblockade belegten Schriftstellerin Karen Eiffel (Emma Thompson), die versucht ihren Roman fertig zu stellen, dessen Held ohne es zu wissen ein Abbild von Harold Crick ist. Der Haken an der Sache ist, dass die Helden in Eiffels Roman grundsätzlich am Ende des Werkes sterben und somit offensichtlich das Schicksal des Steuerprüfers bereits fest steht.
Meinung zum Film:
Der in Ulm geborene und in der Schweiz aufgewachsene Regisseur Marc Forster ("Wenn Träume fliegen lernen") hat mit "Schräger als Fiktion" einen ruhigen, mit meist subtilem Humor gespickten Film geschaffen, der sehr viele Elemente eines Dramas mit sich bringt. Das Drehbuch lieferte Neuling Zach Helm, der gleich in seinem Debütwerk sehr viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit seinen Protagonisten bewies. Auf Grund des Inhaltes könnte es schnell passieren, dass das gesamte Szenario lächerlich oder kitschig wirkt. Dies wäre fatal, da gerade die ernste Seite des Filmes, die den Umgang mit den Problemen und den Sorge der tragischen Helden zeigt, zu den starken Momenten zählt.
In den USA ist Hauptdarsteller Will Ferrell ("Buddy, der Weihnachtself") einer der führenden Komiker, während er im deutschsprachigen Raum eher nebenher läuft. So dürfte es hier auch kaum jemanden wundern, dass der für alles andere als subtilen Humor bekannte Mime diesmal sehr ruhig und emotionslos agiert. Ihm ist es zu verdanken, dass die im Grunde kitschigen Erlebnisse Harold Cricks beim Publikum eine gewisse Ernsthaftigkeit hinterlassen. Dustin Hoffmann ("Das Parfum") als Literaturprofessor, der versucht hinter das Geheimnis der literarisch wirkenden Stimme aus dem Off zu kommen, unterstützt ihn dabei meisterlich. Durch seine verschrobene Art wirkt er wesentlich mehr wie ein witziger Charakter als Crick, ohne dabei jedoch zur Witzfigur zu geraten. Maggie Gyllenhaal ("Mona Lisas Lächeln") lockert die Geschichte dadurch auf, dass sie die Welt des trockenen Steuerberaters durch ihre lebensfrohe Art mächtig durcheinander bringt. Als Nebeneffekt sorgt sie so dafür, dass Harold immer mehr zu einer liebenswert tragischen Figur wird und dass die übernatürlichen Erlebnisse immer wieder kurzzeitig in Vergessenheit geraten.
Emma Thompson ("Schatten der Vergangenheit") wirkt in der Rolle der Schriftstellerin Karen Eiffelt manchmal ein klein wenig zu überdreht. Ihre Verzweiflung über die Schreibblockade lässt sie teilweise wie eine Drogenabhängige auf Entzug erscheinen, was ihrer Figur nicht unbedingt weiter hilft. Erst zum Ende hin mäßigt sie sich wieder, was dem Gesamteindruck deutlich gut tut. Ihre Spielzeit im Film ist aber ohnehin nicht ganz so ausführlich geraten. Wodurch die meiste Zeit über feinster Humor mit leisen Tönen auf den Zuschauer wartet, der nur ganz, ganz selten durch lautere Lacher übertönt wird. Somit ist "Schräger als Fiktion" genau das Richtige für Freunde feinsinniger Komik, die von liebenswerten Charakteren in tragischen Situationen verbreitet wird. Selbst das an sich höchst übernatürliche Problem Harold Cricks wird irgendwann nicht mehr als solches wahr genommen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen guten Eindruck und lässt kaum Wünsche offen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich und wie im Genre üblich die meiste Zeit über nur aus der Front zu vernehmen. Es gibt allerdings auch den ein oder anderen lauten Effekt im Laufe des Films zu erleben, der dann im Vergleich zur Sprache doch eindeutig zu laut abgemischt wurde. Weniger laut wäre hier eindeutig wünschenswert gewesen.
Als Extra gibt es gleich zwei Audiokommentare zu genießen. Bei dem einen fanden sich Regisseur Marc Forster, Dustin Hoffman und Will Ferrell vor dem Mikrofon ein und liefern vor allem Anekdoten sowie den ein oder anderen, meist trockenen Witz. Im zweiten Kommentar geht es wesentlich trockener und technischer zu, denn Regisseur Marc Forster, Szenenbildner Kevin Thompson, Visual-Effect-Designer Kevin Haug, Kameramann Roberto Schaefer, Produzentin Lindsay Doran und der ausführende Produzenten Eric Kopeloff sprechen hier über die Entstehung des Filmes. Das Making Of ist unter dem Punkt "Dokumentationen" zu finden und gliedert sich in 5 Unterpunkte. Neben gegenseitiger Lobhudelei gibt es hier auch einige Eindrücke vom Set und Fakten zur Umsetzung von der Idee hin zum Film zu erleben. Abgerundet werden die Extras durch 8 entfallene, bzw. erweiterte Szenen.
Fazit:
"Schräger als Fiktion" bietet meist subtilen Humor, der mehr zu einem Lächeln als zu lautem Lachen anregt. Eine große Stärke des Films ist die sehr liebevolle Zeichnung der einzelnen Charaktere und die überzeugenden Leistungen von Will Ferrell, Maggie Gyllenhaal, Dustin Hoffman und mit kleinen Abstrichen auch Emma Thompson. Eine eindeutige Empfehlung für Freunde einer gelungenen Mischung aus Drama und Komödie.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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108:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Marc Forster, Dustin Hoffman und Will Ferrell
- Audiokommentar mit Regisseur Marc Forster, Szenenbildner Kevin Thompson, Visuial Effect Designer Kevin Haug, Kameramann Roberto Schaefer, Produzentin Lindsay Doran und dem ausführenden Produzenten Eric Kopeloff
- Dokumentationen: "Die Schauspieler", "Das Team", "Die Story", "Harolds Zahlenwelt - Grafische Gestaltung" und "Hinter den Kulissen"
- Entfallene & erweiterte Szenen
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Schräger als Fiktion
Stranger than Fiction
Eine gelungene Mischung aus leiser Komik und liebevoll gezeichneten Charakteren
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Marc Forster Drehbuch: Zach Helm Darsteller: Will Ferrell, Maggie Gyllenhaal, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Queen Latifah, Tony Hale, Tom Hulce
Label :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart : 10.07.2007
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