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DVD-Besprechung - Heisser Verdacht - Staffel 3

Story:
Detective Chief Inspector Tennison (Helen Mirren) wird versetzt und übernimmt innerhalb des Sittendezernats die Sonderkommission "Aktion Soko", die im großen Stil die jugendliche Stricherszene überwacht. Kurz nach ihrer Einführung steckt sie bereits mitten in dem Fall eines toten, minderjährigen Callboys, der in der Wohnung des Transvestiten Vera Reynolds (Peter Capaldi) gefunden wurde. Er ist dort verbrannt, wurde aber zuvor offenbar körperlich misshandelt. Im Laufe ihrer Nachforschungen bekommt Tennison immer wieder Steine von ihren Vorgesetzten in den Weg gelegt, die offensichtlich etwas vertuschen und bestimmte, einflussreiche Beteiligte schützen wollen.

Meinung zum Film:
"Heisser Verdacht - Aktion Soko" ist bereits der dritte Teil aus der beim Publikum erfolgreichen und von der Kritik gefeierten Reihe "Heisser Verdacht" nach "Heisser Verdacht - Teil 1" und "Heisser Verdacht - Teil 2 - Operation Nadine". Auch diese Folge wurde wieder mit zahlreichen Nominierungen und Auszeichnungen bedacht. Unter anderem wurde Helen Mirren bei den BAFTA Awards 1994 als beste Darstellerin ausgezeichnet und die Produzenten der Serie erhielten 1994 den Emmy für ihre Arbeit.

Bei der Übernahme ihrer neuen Dienststelle begegnet Chief Inspector Tennison direkt einem alten Bekannten, Sergeant Bill Otley (Tom Bell), mit dem sie bereits so manchen Konflikt auszutragen hatte. Auch in "Aktion Soko" gibt es wieder die eine oder andere Reiberei zwischen den beiden unterschiedlichen Charakteren und obwohl Otley ein harter und guter Arbeiter ist, scheint er es immer wieder zu genießen, Tennison eins auszuwischen. Die größten Probleme bekommt Tennison im Zuge ihrer Ermittlungen jedoch mit ihrem direkten Vorgesetzten, auf den wiederum Druck von dessen Vorgesetzten ausgeübt wird. Der Fall des toten Stricherjungens entwickelt sich in eine Richtung, die den Fall zunehmend als äußerst komplex erscheinen lässt und in den auch gesellschaftlich hochrangige Persönlichkeiten verwickelt zu sein scheinen. Ihr Vorgesetzter würde den Fall gerne an die Mordkommission abgeben und die Tragweite des Falls deutlich herunterkochen, Tennison, in ihrer gewohnt widerborstigen und kämpferischen Art gibt jedoch keinen Handbreit Boden nach. Tennisons Augenmerk gilt vor allem den Alibis der Hauptverdächtigen. Ihr Ziel ist es diese Stück für Stück zu widerlegen und die Verdächtigen in Widersprüchen zu verstricken. Tennison und ihre Sonderkommission müssen sich zu diesem Zweck tief in die Abgründe von Kinderprostitution und Kinderpornographie hinab begeben und es kommt zu einem weiteren Mord. "Aktion Soko" ist wohl die bisher düsterste Folge der Reihe und besitzt durchgehend eine äußerst finstere und deprimierende Atmosphäre. Obwohl zahlreiche Verdachtsmomente gegen ihre Peiniger vorliegen, lassen sich die jugendlichen Stricher aus Angst nicht ohne weiteres zum Reden bringen. Ihr Leben ist geprägt von Armut, Fremdbestimmung und Hoffnungslosigkeit. Selbst dem hartgesottenen Otley geht der Fall deutlich erkennbar an die Nieren und auch Tennison nimmt die Sache zunehmend persönlich.

Aber auch das Privatleben von Jane Tennison nimmt in dieser Folge wieder eine bedeutende Rolle ein, denn Tennison hat unter anderem mit den Folgen einer alten Affäre mit einem verheirateten Mann zu kämpfen. Sie wird in dieser Folge als sehr menschlich portraitiert und zeigt auch einige Momente von Schwäche. Trotz all ihres Ehrgeizes, den sie erneut an den Tag legt, ist ihre berufliche Position alles andere als gesichert und sie kann es sich nicht leisten ihre Schwächen und Sorgen auch nach außen zu tragen. Nachdem ihr ihre Vorgesetzten allerdings auch noch einen Spitzel vor die Nase setzen beginnt Tennison den Spieß umzudrehen und den Mann für ihre eigenen Zwecke einzuspannen. Mit ihren Maßnahmen erreichen ihre Vorgesetzten genau das Gegenteil von dem was sie bezweckten und Tennison wühlt tiefer denn je im Dreck, um nicht nur ein Bauernopfer zur Verantwortung ziehen zu können, sondern an die Hintermänner der Stricherszene heranzukommen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist, wie schon bei den ersten beiden Veröffentlichungen der Serie, ein starkes Rauschen auf und auch die Schärfe ist alles andere als optimal. Dafür wirken die Farben nicht mehr so ausgewaschen, wie bei den vorigen Episoden, und sind deutlich kräftiger ausgefallen. Sowohl die deutsche, als auch die englische Tonspur dieser dialoglastigen Episode zeichnen sich durch gute Verständlichkeit aus. Es gibt erneut keine Untertitel.

Es gibt keinerlei Extras.

Fazit:
"Heisser Verdacht - Aktion Soko" überzeugt erneut mit durchwegs hervorragenden Darstellern, einer vielschichtigen und tiefgründigen Geschichte mit zahlreichen Plot-Twists, messerscharfen Dialogen und einer gelungenen Verquickung der privaten und beruflichen Sphäre von Jane Tennison. Atmosphärisch ist diese Folge extrem düster und sozialkritisch geraten und das Ende fällt dementsprechend eher pessimistisch aus. Technisch zeigt sich die Reihe leider nur leicht verbessert, also immer noch relativ schwach, und auf Extras und Untertitel muss man erneut komplett verzichten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
205:14 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Heisser Verdacht - Staffel 3 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Heisser Verdacht - Aktion Soko
Prime Suspect 3

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Der bisher wohl düsterste Fall der Reihe im Dunstkreis von Kinderpornographie und -prostitution


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1993
Regie:
David Drury
Drehbuch:
Lynda La Plante
Darsteller:
Helen Mirren, Peter Capaldi, David Thewlis, Tom Bell, Struan Rodger, Terence Harvey

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
08.06.2007