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DVD-Besprechung - Die Herrenreiterin
Story:
Angela (Senta Berger) ist seit dem Selbstmord ihres Ehemanns verwitwet. Sie lebt nun gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter und deren drei Töchtern im Anwesen seiner Familie. Einer der Gründe für den Selbstmord war seine verzweifelte finanzielle Lage. Deshalb ist man nun auch gezwungen einen Käufer für das Anwesen zu finden. Als Käufer tritt ein Proletarier und Industrieller namens Domenico Cardona (Maurizio Arena) mit seinem Sohn Daniele (Bruno Zanin) auf den Plan. Sie übernehmen das Haus und ziehen ins Erdgeschoss, während die alten Eigentümer nun im Obergeschoss zur Miete wohnen. Angela übt auf beide Männer eine immense Anziehungskraft aus und beide versuchen ihr näherzukommen.
Meinung zum Film:
"Die Herrenreiterin" ist ein Film der scheinbar ziemlich unbekannt ist, oder für den sich niemand interessiert. Anders sind z.B. die falschen zirkulierenden Inhaltsangaben oder die unpassende Kategorisierung als Erotikfilm nicht zu erklären. Der Film entzieht sich jedoch leider auch der Zuordnung zu einem Genre. Er besitzt einerseits den Charakter einer erotisch angehauchten Teenie-Klamotte und andererseits den eher ernsten Charakter eines Dramas. Weder Drehbuchschreiber noch Regisseur wussten scheinbar welchem Genre der Film zugeordnet werden sollte. Der Eindruck der Inkonsistenz, der dadurch entsteht, verprellt dabei die Freunde aller angerissenen Genres und lässt den Film noch unausgereifter erscheinen.
Regisseur Mario Lanfranchi dürfte vor allem durch seinen kürzlich bei Koch Media veröffentlichten Italo-Western "Django - Unbarmherzig wie die Sonne" bekannt sein, Drehbuchschreiber und Routinier Pupi Avati hingegen wohl vor allem durch "Zeder", oder "The House with Laughing windows". "Die Herrenreiterin" lief bisher im TV mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren, die DVD wurde jedoch mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren versehen. Aufgrund der Tatsache, dass die Laufzeit der DVD der Premiere-Fassung entspricht und keine Schnitte erkennbar sind, ist davon auszugehen, dass der Film neu von der FSK bewertet wurde und ungeschnitten ist. Inhaltlich dreht sich der Film im Grunde in erster Linie um die Dreiecksbeziehung zwischen Angela, sowie Domenico und Daniele. Senta Berger ("Marrakesch") zeigt in diesem Film ungewöhnlich viel nackte Haut und kann in der Rolle der berechnenden und unterkühlten Angela weitestgehend überzeugen. Ihrem Charakter fehlt es jedoch, wie allen Personen im Film, an jeglicher Tiefe. Die überzeugendste Leistung vollbringt Maurizio Arena ("La Bidonata") in der völlig überzogenen Rolle des Proleten und Geschäftsmannes Domenico Cardona, dessen hervorstechendste Merkmale seine derbe Sprache und seine heftigen Gemütsschwankungen sind. Bruno Zanin ("Killer Cop") in der Rolle des Daniele bleibt hingegen eher blass. Von der Figurenkonstellation her wäre er eigentlich, durch seine Jugendzeit in diversen Internaten, das intellektuelle und soziale Gegengewicht zu seinem ungebildeten und derben Vater. Seine Charakterzüge sind jedoch eher widersprüchlich, so dass er vor allem als unreif, wenig souverän und regelrecht kindlich wahrgenommen wird, nicht aber als gebildet und weltgewandt.
Der Film wirkt wie eine relativ willkürliche Aneinanderreihung von Einzelszenen. Es gibt sehr viele Einstellungen deren übergeordneter Sinn sich dem Zuschauer nicht erschließt, da sie weder größere Bedeutung für die Charakterentwicklung der Hauptpersonen, noch für den eigentlichen Fortgang der Geschichte besitzen. Andererseits ereignen sich wichtige Geschehnisse außerhalb des Bildschirms und der Zuschauer wird später mit vollendeten Tatsachen konfrontiert, ohne diese logisch nachvollziehen zu können. Eine Dramaturgie ist deshalb quasi nicht erkennbar. Der Film plätschert über die gesamte Laufzeit vor sich hin um schließlich mit einer völlig unerwarteten Wendung der Geschehnisse zu enden. Der Zuschauer kann allerdings, angesichts eines solch plumpen und erzwungenen Abschlusses, nur verdutzt die Augenbrauen heben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist diverse Verschmutzungen in größerer Anzahl auf, sehr selten gibt es auch helle, senkrechte Laufstreifen. Das Bild ist ziemlich stark verrauscht. Dafür sind Kontrast und Schärfe als relativ gelungen zu bezeichnen. Das Bildformat wird auf der DVD mit 1,33:1 angegeben, entspricht aber real in etwa dem Verhältnis 1,66:1. Das deckt sich auch mit den bisherigen TV-Ausstrahlungen. Allerdings sind im Vorspann die Credits auf beiden Seiten abgeschnitten. Der Ton, der nur in deutscher Sprache vorliegt, ist klar und verständlich ohne Rauschen und andere Störungen. Der Film verfügt über keinerlei Untertitel.
Als Extras enthält die DVD drei Nostalgie-Reklame-Spots, sowie eine sogenannte Musik-Box, sechs alte, deutsche Lieder, die als Filmausschnitt vorliegen. Beide Extras haben mit dem eigentlichen Film absolut nichts zu tun. Weiterhin liegt der DVD ein zwölfseitiges, farbiges Booklet bei, das jedoch zur Hälfte aus Werbung besteht. Weiterhin finden sich darin Infos zur Biographien von Senta Berger und Maurizio Arena, sowie Infos über die Geschehnisse des Jahres 1976. Außerdem liegt der DVD ein Nachdruck des Filmposters als Faltblatt bei.
Fazit:
"Die Herrenreiterin" kann sich nicht für ein Genre entscheiden und verzettelt sich dadurch völlig. Das Drehbuch und die Charaktere sind völlig eindimensional, dabei jedoch inkonsistent. Das Resultat sind Langeweile und Unverständnis. Diesen Film kann man guten Gewissens eigentlich niemandem empfehlen, außer vielleicht fanatischen Fans von Senta Berger.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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87:42 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Musik-Box
- Nostalgie-Reklame
- Nachdruck Filmposter
- 12-seitiges Booklet
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Die Herrenreiterin
La Padrona e servita
Langweiliger und kruder Genre-Mix ohne roten Faden
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland/Italien, 1976 Regie: Mario Lanfranchi Drehbuch: Mario Lanfranchi, Pupi Avati Darsteller: Senta Berger, Bruno Zanin, Erika Blanc, Maurizio Arena, Barbara Nascimben
Label :
e-m-s
Verleihstart : 03.08.2006 Verkaufsstart : 03.08.2006
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verleihstart : 03.08.2006 Verkaufsstart : 03.08.2006
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