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Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

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DVD-Besprechung - The Host

Story:
Skrupellose Wissenschaftler aus einer US-Militärbasis in Seoul entsorgen einige toxische Chemikalien in den Han-Fluss, was 6 Jahre später zu einer monströsen Mutation führt, die auch an Land Jagd auf Menschen macht. Schließlich wird bei einem Landausflug des Monsters auch die Tochter von Park Gang-du (Song Kang-ho) von der Mutation entführt. Kurze Zeit später erhält Gang-du jedoch einen Anruf von seiner tot geglaubten Tochter über ihr Handy. Sie ist in einem Kanalisationsschacht gefangen, worauf sich die gesamte vierköpfige Familie Park auf den Weg macht um sie zu retten.

Meinung zum Film:
In Südkorea wurde "The Host" zum absoluten Kassenschlager. Der Film wurde mit 13 Millionen Zuschauern und einem Einspielergebnis von etwa 93 Millionen US-Dollar, bei einem Budget von nur knapp über 11 Millionen US-Dollar, zum erfolgreichsten südkoreanischen Kinofilm aller Zeiten. Regisseur Bong Joon-ho ("Barking Dogs Never Bite") sorgte bereits im Jahr 2003 mit seinem Krimi/Thriller "Memories of Murder", mit der Jagd auf den ersten koreanischen Serienkiller, für Aufsehen. Für das Design der mutierten Kreatur in "The Host" ließ man sich nicht lumpen und engagierte die Spezialeffekt-Experten des "Weta Workshop", die auch für die Effekte in der "Herr der Ringe"-Trilogie verantwortlich waren. Zudem waren noch die Profis von "The Orphanage", die u.a. an "Sin City" mitwirkten, mit an Bord und hatten die Verantwortung für die visuellen Computereffekte. Ein Hollywood-Remake des Films ist bereits in Planung und die koreanische Produktionsfirma Chungeorahm Films wird in Kürze mit einer Fortsetzung aufwarten.

"The Host" beginnt wie ein typischer Monsterfilm und er endet auch wie einer. Am Beginn taucht das mutierte Monster aus dem Han-Fluss auf und sorgt für Angst und Schrecken, am Ende des Films steht die endgültige, typische Konfrontation Mensch gegen Monster. Hier enden aber im Grunde bereits die Parallelen zum Monster-Genre, "The Host" entpuppt sich nämlich als Genre-Mischmasch sondergleichen und bewegt sich dabei in den Bereichen Drama, Komödie, Katastrophenfilm und Tierhorror. Während die erste Hälfte des Films, trotz der Entführung, noch eher einen humorvollen Charakter hat, driftet der Film in der zweiten Filmhälfte endgültig in sehr düstere Gefilde ab. In "The Host" wird das Böse, durch die Amerikaner verkörpert. Erst durch die fahrlässig entsorgten Chemikalien der US-Basis wird das Monster zum Leben erweckt und im weiteren Verlauf schüren die Amerikaner eine Seuchenangst sondergleichen, um sich weiterhin für die Südkoreaner unentbehrlich zu machen. Das gipfelt am Ende in dem Einsatz des umstrittenen, angeblich bakterientötenden "Agent Yellow". Problematisch an "The Host" ist vor allem, dass er eigentlich gar kein Monsterfilm sein will, das Monster aber bereits am Anfang in seiner vollen Pracht zur Schau stellt. Und auch wenn die Oberfläche des Monsters doch etwas zu glatt wirkt, hat man insgesamt mit dieser Mischung aus Echse, Haifisch und T-Rex, dessen Kopf-/Kiefereinsatz an einen Raketenwurm erinnert, trotz des eher niedrigen Budgets, sehr gute Arbeit geleistet. Dieser frühe, spektakuläre Auftritt des Monsters schafft jedoch eine Erwartungshaltung, die der Film im weiteren nicht einlösen kann.

Die Auftritte des Monsters bleiben eher sporadisch, ziemlich blutleer und die anfängliche Interaktion mit, bzw. Zerstörung der, Umgebung findet nicht mehr statt. Das Familiendrama rückt in den Vordergrund. Die Geschwister kommen nicht gut miteinander aus und der Vater versucht vergeblich zu schlichten. Sie finden aber erst durch die gemeinsame Jagd auf das Monster allmählich zueinander. Die Charakterisierung der Figuren ist jedoch enttäuschend oberflächlich. Deutlich besser sind da schon einige satirische Seitenhiebe auf die künstlich geschürte Massenhysterie, inklusive Kritik am Regierungsapparat und an den Medien. Leider tritt der Film bei der Suche nach dem Monster lange Zeit ziemlich auf der Stelle und wirkt künstlich gestreckt, zudem ist der Genre-Mix einfach zu unausgegoren. Beide Filmhälften wirken schwerlich vereinbar, für ein Drama sind die Charaktere zu flach, die Emotionen wirken zu aufgesetzt, für einen Katastrophenfilm fehlen die Spannung und zahlreichere Effekte und für einen Monsterfilm schließlich zeigt sich das Monster einfach zu selten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wird von einem leichten Rauschen begleitet und ist in einigen Szenen sehr hell ausgefallen, insgesamt kann die Bildqualität aber überzeugen. Die Tonspuren zeichnen sich durch gute Verständlichkeit aus, die akustischen Effekte sind aber nicht sonderlich bombastisch ausgefallen. Der Wechsel der Tonspuren ist unverständlicherweise nur über das Menü möglich.

Die Extras enttäuschen, da sie lediglich in einem Gemisch aus koreanischer und englischer Sprache, ohne jegliche Untertitel, vorliegen. Zwar kann man über die Bilder ein wenig den Inhalt erschließen, der Großteil der Informationen geht jedoch völlig verloren, da der koreanisch-sprachige Anteil deutlich dominiert. Auf der DVD findet sich ein Kinotrailer, "The Fellowship Of The Weta" beschäftigt sich rund 6 Minuten lang mit der Entstehung des Monsters, "How To Create The Creature" setzt sich rund 21 Minuten lang mit den digitalen Spezialeffekten auseinander und "Degari Head Puppet Animatronix" zeigt in rund 7 Minuten den Aktionsradius des Monsterkopfes. Ferner bekommt man in "Kevin Rafferty`s Living In Korea" Impressionen von den Dreharbeiten und Südkorea, "The Creature Luring The People" scheint vor allem Werbung zu beinhalten und unter den beiden "Overseas Release"-Punkten finden sich Eindrücke von, natürlich begeisterten, Zuschauern und Kritikern.

Fazit:
"The Host" springt fröhlich zwischen den Genres und den atmosphärischen Stimmungen hin und her, lässt dabei aber leider die Kohärenz vermissen. Das Monster ist effekttechnisch sehr gelungen, zeigt sich jedoch eher wenig. Die Kameraführung ist ebenfalls sehr gelungen, satirische und sozialkritische Untertöne des Films verebben aber leider schon im Ansatz und der Film ist einfach zu langatmig geraten. Technisch ist die DVD gut, die durch die Sprachbarriere größtenteils unbrauchbaren Extras schmälern jedoch leider das Bild.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
114:55 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Kinotrailer
  • "The Fellowship Of The Weta"
  • "How To Create The Creature"
  • "Degari Head Puppet Animatronix"
  • "Kevin Rafferty`s Living In Korea"
  • "The Creature Luring The People"
  • "Overseas Release" (Cannes Film Festival Sketch)
  • "Overseas Release" (Meet With British Film Critic)
The Host - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Host
Gwoemul

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein Monsterfilm der keiner ist und auf der Suche nach seiner wahren Identität von Genre zu Genre springt


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2006
Regie:
Bong Joon-ho
Drehbuch:
Baek Chul-hyun, Bong Joon-ho, Ha Won-jun
Darsteller:
Song Kang-ho, Byeon Hie-bong, Park Hae-il, Bae Du-na, Ko Ah-sung, David Joseph Anselmo

Label Deutschland :
MFA+
Verleihstart Deutschland :
24.07.2007
Verkaufsstart Deutschland :
20.09.2007

Vertrieb Schweiz :
Ascot Elite Switzerland
Verleihstart Schweiz :
24.07.2007
Verkaufsstart Schweiz :
20.09.2007