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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Im Schatten des Mörders

Story:
Der alte Lord Marian kommt auf seinem Landsitz "Park Manor" gewaltsam zu Tode, er wird von einem unbekannten Mörder lebendig begraben. Es gibt zunächst weder Spuren noch konkrete Verdachtsmomente gegen bestimmte Personen. Nachdem sich alle Verwandten des Lords zur Testamentsvollstreckung eingefunden haben, taucht nicht nur ein zweites Testament auf, sondern es geschehen auch weitere grausame Morde.

Meinung zum Film:
"Im Schatten des Mörders" ist ein relativ unbekanntes Werk von Vielfilmer Jess Franco ("Eugenie de Sade") aus dem Jahre 1976. Der Film präsentiert sich als eher traditionelle Kriminalgeschichte, die angeblich auf der Erzählung "The Cat and the Canary" von Edgar Allan Poe basieren soll. Franco hat aber wohl in einem Interview zugegeben, dass er eine Erzählung von Edgar Wallace für den Film verwendet hat. "The Cat and the Canary", zu Deutsch "Die Katze und der Kanarienvogel" stammt außerdem keineswegs von Poe, sondern ist ein Theaterstück von John Willard und wurde bereits mehrfach verfilmt, zuletzt 1979 von Radley Metzger ("The Punishment of Anne").

Rein atmosphärisch liegt mit "Im Schatten des Mörders" der offensichtliche Versuch vor, an die Edgar-Allan-Poe-Verfilmungen der 60er Jahre von Roger Corman ("Das Pendel des Todes") anzuschließen und den Film mit Elementen des gothischen Horrors zu versehen. Die Produktion verfügte jedoch offensichtlich über sehr begrenzte Mittel, weshalb der Film sehr stark auf Nachtszenen setzt. Bei diesen herrscht fast durchgehend ein mehr oder weniger starkes Gewitter, was die bedrohliche Atmosphäre des Landsitzes unterstreichen und das Spiel von Licht und Schatten einbeziehen soll. Zu einem atmosphärischen Kriminalfilm gehört jedoch mehr als ein Gewitter und ein altes Landhaus. Zwar spendierte Franco obendrein noch einen unerkannten Mörder mit reichlich alberner Maskerade, die Geschichte selbst krankt jedoch an Spannungslosigkeit und einer drögen Inszenierung. Das liegt nicht zuletzt auch an der völlig unspektakulären Inszenierung der eigentlich methodisch recht brutalen Morde. Der alte Lord wird lebendig begraben, ein anderes Opfer wird lebendig verbrannt, man sieht jedoch meist vor allem Dunkelheit. Spätere Messerattacken, bei denen es weitere Opfer gibt, wirken hingegen regelrecht überhastet. Weiterhin mangelt es dem Film an Sympathieträgern, die versammelte Verwandtschaft, sowie die Diener, werden zwar nur oberflächlich dargestellt, gute Absichten scheint jedoch von ihnen kaum jemand zu hegen. Baron Simon Tobias (William Berger) beispielsweise droht regelmäßig seiner Frau, sie umzubringen und Cecilia, eine weitere Verwandte des Lords, misshandelt regelmäßig dessen uneheliche Tochter Rita (Lina Romay). Die Figur der Rita hingegen taugt, obwohl eigentlich dafür vorgesehen, nicht dazu, das Mitgefühl des Zuschauers zu erregen. Zu amateurhaft und unbeholfen wirken die Schauspielversuche der jungen Lina Romay ("Die Marquise von Sade"), die piepsige, unangemessene Synchronstimme tut ein übriges.

Nachdem Inspektor Bore (Vicente Roca) zunächst relativ erfolglos allein in dem Fall ermittelt, wird ihm mit Major Brooks (Alberto Dalbès) von Scotland Yard ein erfahrener Ermittler zur Seite gestellt. Beide können jedoch nicht verhindern, dass es weitere Todesfälle gibt, offensichtlich auch von verschiedenen Tätern. Zwar versucht Franco dadurch, und durch lose gestreute Hinweise auf finstere Motive und Geheimnisse einiger beteiligter Akteure, ein wenig Spannung zu erzeugen, letztendlich verbleiben die Figuren jedoch dermaßen eindimensional und/oder unsympathisch, dass sich beim Zuschauer keinerlei Interesse am Schicksal der Protagonisten regt. Die Geschichte schleppt sich dann auch von Mord zu Mord, bis sich der Kreis der Verdächtigen immer weiter reduziert hat, ohne dass die beiden Ermittler bis dahin einen Verdacht geäußert hätten. Äußerst gezwungen wirkt auch der Versuch, eine Liebesbeziehung zwischen Rita und dem unehelichen Sohn Alfred Marian einzubauen. Sie sind zunächst Geschwister und plötzlich doch wieder nicht, was Alfred dann zu der lächerlich anmutenden Äußerung "Ich finde es gut, dass wir keine Geschwister sind" bewegt. Die Auflösung des Falls schließlich kann auch nicht mehr überzeugen, da sie einfach zu schwach vorbereitet wurde.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist, anders als vermerkt, nicht im Format 1,78:1 sondern im originalen Bildformat 2,35:1. Das Bild weist einige Verschmutzungen auf, ist teilweise zu hell, die Farben wirken recht blass und vor allem die Schärfe kann nicht wirklich überzeugen, dadurch ist das Bild sehr weich und unscharf geraten. Zusätzlich liegt ein stärkeres Bildrauschen vor und das Bild ruckelt. Die DVD verfügt neben der deutschen Tonspur auch über die originale spanische Tonspur, es liegen jedoch enttäuschenderweise keinerlei Untertitel vor. Beide Tonspuren weisen ein leichtes Rauschen auf, sind aber ansonsten gut verständlich.

Auf der DVD befinden sich Biographien zu Jess Franco, William Berger und Edgar Allan Poe, eine Fotogalerie, sowie alternative Cover. Den Abschluss bildet ein 10-seitiges Interview mit Jess Franco durch das deutsche Magazin "Deadline", ohne wirklich neue Erkenntnisse.

Fazit:
"Im Schatten des Mörders" ist ein äußerst schleppend inszeniertes Kriminalstück. Die schwerfällige Inszenierung verhindert jegliches Aufkommen von Spannung und das geringe Budget steht der Entstehung von atmosphärischen Aufnahmen im Weg. Die flachen, unsympathischen Charaktere und die völlig uninspirierte Inszenierung der Morde geben dem Film schließlich den endgültigen Todesstoss.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
78:55 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Spanisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Biographien von Jess Franco, William Berger und Edgar Allan Poe
  • Interview mit Jess Franco (10 Seiten)
  • Fotogalerie
  • Alternative Cover
Im Schatten des Mörders - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Im Schatten des Mörders
La noche de los asesinos

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Altbackener Krimi ohne Spannung und Atmosphäre


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 1976
Regie:
Jesus Franco
Drehbuch:
Jesus Franco
Darsteller:
William Berger, Dan van Husen, Lina Romay, Alberto Dalbès, Evelyn Scott, Jesus Franco

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
05.04.2007