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DVD-Besprechung - Inner Rage
Story:
Ein paar Gangster überfallen eine Scheckeinlösestelle und fliehen mit der Beute in ein Bordell. Nachdem bereits der Überfall aufgrund ihres Anführers Max (Kevin T. Collins) zu einem Blutbad ausartete, beginnt dieser auch im Bordell zunehmend dünnhäutiger zu werden und fordert ständig neue Opfer. Auch vor seinen eigenen Leuten macht er dabei nicht halt und der einzige, der in der Lage sein könnte, ihn zu stoppen ist Roy (Andrew Roth), der sich offen gegen Max auflehnt.
Meinung zum Film:
Gaspar Hernandez III ("Poker") gibt mit "Inner Rage" sein Langfilmdebüt als Regisseur und Drehbuchautor. Die lautstark beworbenen "B-Movie-Legenden" Joe Estevez ("Fatal Justice"), der Bruder von Martin Sheen, und William Smith ("Maniac Cop") haben in "Inner Rage" jedoch nur unbedeutende Kurzauftritte. Während Joe Estevez den ermittelnden Sheriff McCarthy darstellt, der keinerlei aktiven Einfluss auf die Geschichte hat, darf William Smith als Ladenbesitzer Sam ein Pornoheft lesen und wird dann erschossen.
Anhand der Geschichte ist bereits erkennbar, dass sich "Inner Rage" gerne ein bisschen durchgeknallt geben möchte und neben schrägen Charakteren vor allem mit Gewalt und Sex punkten möchte. Bereits nach wenigen Minuten des Films wird jedoch deutlich, dass es sich hier keinesfalls um ein B-Movie handelt, sondern dass man sich hier produktions- und schauspieltechnisch eher im Amateurbereich bewegt. Schon der erste Gebrauch der Schusswaffe klingt mehr nach Knallerbsen, oder bestenfalls nach einer Schreckschuss- als nach einer Automatikpistole. Die Idee, nach einem Überfall ausgerechnet in einem Bordell unterzutauchen, ist sicherlich nicht die naheliegendste, könnte aber in einem Film, der sich nicht völlig ernst nimmt, durchaus funktionieren. Die Betonung liegt jedoch auf "könnte", denn leider nimmt sich "Inner Rage" zu jeder Sekunde völlig ernst, es gibt keinerlei schwarzen Humor, Selbstironie oder Anspielungen auf Kultfilme. Leider sucht man auch in anderer Hinsicht vergeblich nach irgendwelchen Qualitäten des Films. Die Gewalttätigkeiten passieren entweder im Off, oder es wird ausschließlich von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Das verläuft dann allerdings jedes Mal auf unsäglichste Art und Weise in Kombination eines Knallerbsengeräuschs, einkopiertem Mündungsfeuer auf der Waffe, sowie einem unter der Kleidung der Opfer platzenden Blutbeutel, der weder farblich richtigem Blut nahe kommt, noch irgendwelche Löcher in der Kleidung hinterlässt. Wer jetzt dem Irrglauben verfällt, der Sexanteil wäre dafür, angesichts des Schauplatzes eines Bordells, umso höher ausgefallen, der liegt aber ebenfalls falsch. Die wenigen Sex- oder Nacktszenen sind beinahe kinderprogrammtauglich, was angesichts der aufgefahrenen Schönheiten, die wohl eben vom Hardcoredreh nebenan vorbeigeschaut haben, allerdings auch eher für Erleichterung beim Zuschauer sorgt. Das einzig besondere an den Sexszenen im Film ist die Synchronisation, die wirklich nur einem Porno zugeordnet werden kann.
Auf diesem Niveau bewegen sich auch in etwa die Dialoge, die Synchronisation ist ebenfalls schwach. Leider gelingt es dem Film auch in keiner Weise, Spannung aufzubauen, was vor allem an der quälend langatmigen Inszenierung und einigen Endloseinstellungen liegt. Völlig unwichtige Szenen werden dabei über Gebühr ausgewalzt, beispielsweise wird ein Waldabschnitt, in dem gar nichts passiert gezeigt, bis Max irgendwann endlich mal im Schneckentempo in den Vordergrund der Szene getappt kommt. Durch solche unverständlichen, zeit- und nervenraubenden Aufnahmen kommt der Film am Ende einer Laufzeit von 2 Stunden nahe, vergleichbare Filme erzählen eine solche Story, und das auf überzeugendere Art und Weise, in etwas mehr als 80 Minuten. Die Geschehnisse im Film sind außerdem völlig konstruiert, früh vorhersehbar und absolut fantasielos. Wer bis zum Ende durchhält und noch eine Pointe oder einen Story-Twist erwartet, sollte seine Zeit lieber sinnvoller nutzen, denn es gibt weder die eine noch den anderen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Schärfe des Bildes kann überhaupt nicht überzeugen, es ist viel zu weich geraten. Viele Einstellungen sind zu hell geraten, außerdem gibt es dauernde, deutlich ins Auge fallende, stehende Rauschmuster, wohl durch inadäquaten Filtereinsatz. Die Farbgebung wirkt ebenfalls alles andere als natürlich. Insgesamt ist das Bild, trotz des billigen Ursprungs des Films, im Jahr 2007 kaum noch akzeptabel zu nennen. Die beiden Tonspuren überzeugen immerhin durch gute Verständlichkeit, auch wenn die englische Tonspur etwas dumpf klingt und die eingesetzten Effekte sehr billig ausgefallen sind.
Die Extras sind ebenfalls sehr spärlich ausgefallen. Neben dem Originalteaser und dem Originaltrailer gibt es noch "Entfallene Szenen" mit einer Laufzeit von fast 4 Minuten, sowie Outtakes mit einer Länge von etwas mehr als 6 Minuten. Auf die entfallenen Szenen kann man gut verzichten und auch die Outtakes sind alles andere als amüsant. Hinzu gesellen sich noch eine Fotogalerie und einige extrem kurze Biographien.
Fazit:
"Inner Rage" ist ein komplettes Debakel. Der Film leidet unter einem geringen Budget, verbunden mit billigsten Effekten, katastrophalen Schauspielern, wobei Kevin T. Collins offensichtlich für sein Over-Acting keinerlei Drehbuch benötigt, sowie uninspirierten, geradezu dämlichen Dialogen. Es gibt weder Action, noch Spannung, die Inszenierung ist einschläfernd, die Altersfreigabe ein Witz und die DVD passt sich technisch in dieser Hinsicht bestens den nicht vorhandenen Qualitäten des Films an.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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112:36 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Originalteaser
- Originaltrailer
- Entfallene Szenen
- Outtakes
- Fotogalerie: Hinter den Kulissen
- Biographien von Gaspar Hernandez III, Joe Estevez, William Smith, Kevin T. Collins, Andrew Roth und Jayme Terrell
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Inner Rage
Inner Rage
Ein Film, der lediglich den Zuschauer zur Weißglut treibt!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Gaspar Hernandez III Drehbuch: Gaspar Hernandez III Darsteller: Kevin T. Collins, Andrew Roth, Joe Estevez, William Smith, Jayme Terrell, Joseph John Justin
Label :
Epix
Verkaufsstart : 16.08.2007
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