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DVD-Besprechung - Lovesong for Bobby Long
Story:
Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt die junge Purslane Hominy Will (Scarlett Johansson) in ihre Heimatstadt zurück, um dort in dem alten Familienhaus einzuziehen, das sie geerbt hat. Doch in dem mittlerweile heruntergekommenen Haus kann sie nicht alleine leben, da dort auch der in die Jahre gekommene Literaturprofessor Bobby Long (John Travolta) und sein Schützling Lawson Pines (Gabriel Macht) für mindestens ein Jahr laut Testament wohnen dürfen. Während Long versucht, den Eindringling aus seinem Leben und dem Haus zu vertreiben, hat Purslane die feste Absicht, ein neues Leben in ihrem Geburtsort zu starten.
Meinung zum Film:
Eines muss man Regisseurin und Drehbuchautorin Shainee Gabel lassen - in ihrem ersten Spielfilm zeigt sie eine Welt auf, die, mal abgesehen von den letzten Minuten, nur wenig Glamour zu bieten hat. Bobby Long trinkt schon nach dem Aufwachen im Bett seinen ersten alkoholischen Drink, hinterlässt meist einen ungepflegten Eindruck und führt sich zu Beginn recht ungehobelt gegenüber Purslane auf, um sie wieder aus dem Heim zu ekeln, das er als seins ansieht. Auch die Tatsache, dass er nur für ein Jahr Wohnrecht testamentarisch zugesichert bekam, verschweigt er natürlich und spricht nur von einem generellen Wohnrecht ohne zeitliche Begrenzung. Teilweise wirkt er dabei genauso abstoßend wie die Mixturen, die er und sein Zögling Lawson in sich hineinkippen. Denn wenn mal der Orangensaft zum Mixen fehlt, muss auch schon einmal der übergebliebene Saft aus dem Gurkenglas herhalten.
Der Film handelt von drei vom Leben desillusionierten Menschen, von denen zwei schon dem Alkohol verfallen sind und die sich gegenseitig am Schopf packen und aus dem Sumpf zu ziehen versuchen. Es gab schon einige Filme über Alkoholismus, aber "Lovesong for Bobby Long" behandelt diese Thematik ein wenig anders, vor allem in der Art, wie er seine Protagonisten darstellt. Es gibt kein Gut und Böse, nicht nur Weiß oder Schwarz. Alle drei Hauptcharaktere haben facettenreiche Persönlichkeiten, die natürlich und aus dem Leben gegriffen erscheinen. Die alkoholabhängigen Männer rennen nicht nur ständig volltrunken durch die Gegend und lallen vor sich hin. Sie wirken nach dem Alkoholgenuss am Beginn des Tages zwar ein wenig abwesend, aber man sieht ihnen den Zustand nicht gleich auf den ersten Blick an. Mit dem Laufe des Tages ändert es sich dann aber doch zusehends und Abends gibt es dann auch das erwartete Lallen. Purslane hat zwar nichts mit Alkohol zu tun, doch mit ihrer Sturheit und Dickköpfigkeit, gepaart mit ihren Träumen sorgt sie auf ganz andere Art und Weise für Probleme. Doch mit fortlaufender Spieldauer rauft sich die Zwecksgemeinschaft immer weiter zusammen und man beginnt von den Stärken und Erfahrungen des anderen zu profitieren.
Darstellerisch beweist John Travolta ("Pulp Fiction") wieder einmal, dass er die Merkmale eines guten alten Whiskeys hat - umso älter er wird, umso besser wird er. Die Rolle des kauzigen, alkoholabhängigen Sprechers der Straße, dem die Menschen in der Umgebung lauschen wie einst die Stammesbewohner dem weisen Alten, stellt er mit ganz großer Klasse dar. Gegen ihn verblasst selbst die ebenfalls groß aufspielende Scarlett Johansson ("Lost in Translation"), eine der wohl talentiertesten Jungschauspielerinnen dieser Zeit. Gabriel Macht ("The Recruit - Der Einsatz") hat trotz einer ordentlichen Leistung kaum eine Chance, gegen die beiden anzuspielen und geht folgerichtig ein wenig unter. "Lovesong for Bobby Long" ist ein sehr ernster und sehr ruhiger Film, der einen Blick auf das Leben in den ärmeren Vierteln New Orleans vor der Flutkatastrophe wirft und sowohl die tragischen Seiten, aber auch die lichteren Momente zum Ausdruck bringt. Ein Teils recht deprimierender Blick, der aber auch eine Menge Lichtblicke sehen lässt und am Ende sogar ein Bild der Idylle zu zeigen vermag. Wer es gerne etwas ruhiger und tiefgehender mag, ist bei dem ehemaligen Literaturprofessor Bobby Long bestens aufgehoben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz gut gelungen, lediglich die Farben wirken ein wenig blass und könnten ein wenig mehr Kraft vertragen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu vernehmen und bietet im hinteren Bereich bei Gelegenheit auch ein paar Töne.
Die "Interviews", das "Making Of" und die "Deleted Scenes" sind recht informativ, machen allerdings nur dann Sinn, wenn man der englischen Sprache mächtig ist, da keinerlei Untertitel zur englischen Sprache vorhanden sind. Nicht ganz so tragisch fällt dies bei den knapp 9 Minuten "Behind the Scenes" auf, wo ohnehin nur Schnipsel vom Dreh zu sehen sind. Es folgen noch Texttafeln zu den Hauptdarstellern, eine Bildergalerie und der Trailer zum Film.
Fazit:
"Lovesong for Bobby Long" ist ein teils recht deprimierend wirkender Film über drei Menschen, die vom Leben enttäuscht wurden oder keine Hoffnung mehr haben. Ein überragender John Travolta und eine sehr gute Scarlett Johansson machen aus einer gut erzählten Geschichte ein sehenswertes Charakterportrait. Enttäuschend sind lediglich die fehlenden Untertitel bei den Extras.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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115:25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Interviews mit Cast & Crew
- Making Of
- Behind the Scenes
- Deleted Scenes
- Trailer
- Cast & Crew
- Bildergalerie
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Lovesong for Bobby Long
A Lovesong for Bobby Long
Drei unterschiedliche Menschen am Boden helfen sich gegenseitig aus dem Tief
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Shainee Gabel Drehbuch: Shainee Gabel (nach dem Roman "Off Magazine Street" von Ronald Everett Capps) Darsteller: John Travolta, Scarlett Johansson, Gabriel Macht, Deborah Kara Unger, Dane Rhodes, David Jensen, Clayne Crawford
Label :
Universum Film
Verkaufsstart : 13.02.2006
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