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DVD-Besprechung - Mad Hot Ballroom
Story:
1994 wurde an zwei öffentlichen Schulen in New York ein Tanzprogramm für Fünftklässler eingeführt. Einige Jahre später nehmen 6000 Kinder aus über 60 Schulen in Manhattan, Brooklyn, der Bronx und Queens an diesem zehnwöchigen Kurs teil. Im abschließenden stadtweiten Wettbewerb bleibt nur das Team einer Schule übrig. Die Dokumentation "Mad Hot Ballroom" begleitet 3 teilnehmende Schulen auf ihrem Weg.
Meinung zum Film:
Tanzkurse und Tanzschulen gibt es wie Sand am Meer. Doch das Tanzprogramm an den öffentlichen New Yorker Schulen ist etwas ganz besonderes, da hier die Kinder aus ärmlicheren Verhältnissen teilnehmen können, die ansonsten auf Grund von fehlenden finanziellen Mitteln davon ausgeschlossen sind. In der Dokumentation ist dann auch sehr schnell zu erkennen, wie stolz und wie angespornt die Kinder beim Tanzen sind. Während es für andere Kinder in ihrem Alter uncool ist, eine eher für Erwachsene interessante Sportart zu betreiben, sprechen die Teilnehmer von einer Aufnahme in das Schulteam wie vom Drafting durch einen großen Club aus der NFL oder NBA. Der erste Tanz mit einem Partner ist zwar etwas befremdlich und es gibt auch eine Scheu zu überwinden, aber mit dem gemeinsamen Tanz lernt man auch, das andere Geschlecht anders wahrzunehmen und macht sich plötzlich Gedanken über das Leben und die Liebe.
Es hat natürlich immer etwas niedliches, wenn Kinder sich wie Erwachsene verhalten und wie sie sprechen. Und erwachsene Kommentare aus Kindermund gibt es so manche zu vernehmen. Die Welt aus Kinderaugen stellt sich dabei als recht vielfältig dar. Es gibt Gedanken darüber, ob man schon einen Traumpartner gesehen hat, aber auch darüber, wie mit Problemen in der Familie umgegangen wird, wie sich diese auf einen selbst auswirken und wie man sich sein eigenes Leben vorstellt. Irgendwann ist es dann so, dass ein kleines Stück Erwachsensein in die Kinder eingedrungen ist. Zum Einen entsteht dieser Eindruck natürlich durch die Kommentare, zum anderen aber auch durch das Verhalten. Denn wie in einem Wettbewerb üblich, kann nur einer gewinnen und die restlichen Teams bleiben auf der Strecke. So wird auf der Seite des ausgeschiedenen Teams erst versucht, bei anderen die Schuld zu suchen. "Die anderen waren auch nicht besser" oder "Die Punktrichter haben uns falsch bewertet" sind Aussagen, wie man sie zur Genüge von hochbezahlten Spitzensportlern kennt. Erst, als eines der Kinder sagt, dass er das Gefühl hat, vielleicht doch noch etwas besser hätte sein zu können, trauen sich auch andere, Selbstkritik zu üben und in der Niederlage Stärke zu finden, die sie für ihr weiteres Leben ganz sicher noch brauchen werden.
Wenn bekannt gegeben wird, welches Team im Viertelfinale ausscheidet, sind die Tränen bei den ausgeschiedenen Kindern groß und es gehört schon eine große Portion Selbstbeherrschung dazu, nicht selbst die ein oder andere Träne mitfließen zu lassen, wenn die Gruppe voller Enttäuschung steckender Kinder hemmungslos weint. Doch beim Verarbeiten dieses Ereignisses ist auch sehr schön zu erkennen, wie man Kraft aus dem Erlebnis schöpft und es klar wird, dass man einiges erreicht hat, auf das man stolz sein kann und dass man nach vorne schauen muss, da es immer jemanden geben wird, der besser ist. Der Olympische Grundsatz "Dabei sein ist alles", bekommt bei den Kindern noch eine Bedeutung und sie begreifen, dass der Weg manchmal das Ziel sein kann. Denn der Tanzwettbewerb ist vielmehr als nur ein Wettkampf. Er bereitet die Kinder auf das Leben vor, in dem sie noch so manche Niederlage einstecken müssen und wo es nichts hilft, den Kopf in den Sand zu stecken. Sie beginnen sich ernste Gedanken über das Leben zu machen und darüber, was man erreichen will. Für einige können solche Wettbewerbe den Unterschied zwischen einem normalen Leben und dem Leben als Stammgast in den Gefängnissen ausmachen, in denen man auf Grund von fehlenden Perspektiven landet.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt in den Farben ein wenig blass, Rottöne sind oftmals zu sehr hervorgehoben und Rauschen ist zu erkennen. Für eine Dokumentation ist es aber absolut ausreichend. Der Ton liegt nur in englischer Sprache in Dolby Digital 2.0 mit wahlweise deutschen Untertiteln vor und erfüllt seinen Zweck für eine Dokumentation.
Extras gibt es keine auf der DVD zu finden.
Fazit:
"Mad Hot Ballroom" bietet einen sehr liebevollen und warmherzigen Blick auf eine Aktion, die Kinder um die 11 Jahre für eine gewisse Zeit aus ihrem teils trostlosen Alltag herausholt, sie in die Welt der Erwachsenen schnuppern lässt und ihnen dabei hilft, Perspektiven für ihr Leben zu finden. Äußerst interessant, sehr liebevoll, oftmals rührend und garantiert sehenswert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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101:25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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Mad Hot Ballroom
Mad Hot Ballroom
Ein rührende Dokumentation über mehr als einen bloßen Tanzwettbewerb für Kinder
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Marilyn Agrelo Drehbuch: Amy Sewell Darsteller: Tara Devon Gallagher, Madeleine Hackney, Charlotte Jorgensen, Rodney Lopez, Victoria Malvagno, Stacee Mandeville, Ann Reinking, Yomaira Reynoso, Allison Sheniak, Solomon Singer, Alex Tchassov, Vanessa Villalobos
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 13.04.2006
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