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DVD-Besprechung - Magic - Die Puppe des Grauens

Story:
Corky (Anthony Hopkins) ist ein aufgehender Stern am Comedy-Himmel. Mit seiner Mischung aus einfachen Zaubertricks und zotigem Humor unter Mithilfe seiner Bauchrednerpuppe Fats begeistert er das Publikum und es scheint der Beginn einer großen Karriere zu sein. Doch mit der Zeit beginnt Fats einen immer größeren Wert im Leben von Corky zu bekommen und scheinbar ein eigenes Leben mit eigenen Wünschen und Ansichten zu führen. Zur ganz großen Gefahr wird dies, als Corky seiner Jugendliebe Peggy Ann (Ann-Margret) begegnet und mehr Zeit mit der Frau als mit der Puppe verbringt.

Meinung zum Film:
"Magic - Die Puppe des Grauens" hört sich vom deutschen Titelzusatz her wesentlich reißerischer und in Richtung Horror gehend an, als er der Film letzten Endes ist. Denn anstatt eine amoklaufende Puppe zu zeigen, die auf phantasievolle und blutige Weise Menschen verstümmelt, erzählt der Film die Geschichte eines Mannes, der sich immer mehr in den Wahnsinn steigert und unter einer tiefen Bewusstseinsspaltung leidet. An große Schockeffekte vergeudet "Magic" dabei keine große Zeit, sondern er kümmert sich sehr sorgfältig um die erschreckenden Seiten des menschlichen Charakters und schildert eindrucksvoll, wie ein Mann sich immer tiefer in den Wahnsinn fallen lässt und dabei die helfende Hand aus seinem Umfeld ignoriert.

Ein großartige Leistung bietet Sir Anthony Hopkins in der Rolle des Corky, der später mit der Figur des Hannibal Lecter in "Das Schweigen der Lämmer" eine ganz andere Sorte des Wahnsinns auf die Leinwand brachte und dafür zu Recht mit dem Oscar belohnt wurde. Unterstützt wird er durch Burgess Meredith, dem Rocky-Trainer Mickey Goldmill aus den ersten vier Teilen der Serie, der gebürtigen Schwedin Ann-Magret ("Tommy") und Ed Lauter ("Die Kampfmaschine"), die alle drei gute Leistungen abliefern, aber letzten Endes nur unterstützenden Charakter für die Rolle des tragischen und unheimlichen Corky bieten. Regie führte Sir Richard Attenborough, der mit "Gandhi" als nächsten Film nach "Magic" dafür sorgte, dass er selbst zu Oscar-ehren kam und trotz eher weniger Beiträge zu den anerkannten Regisseuren Hollywoods zählt. Auch als Darsteller konnte er sich einem breiten Publikum durch eine Rolle unsterblich machen - als John Hammond, Multimillionär mit einer großen Vision, sorgte er in "Jurassic Park" dafür, dass die Saurier wieder in unsere Welt kamen.

Aber die Geschichte passt sich in die gute Leistung der Darsteller ein. Wie William Goldmann, der zuvor mit seinen Drehbüchern zu "Der Marathon-Mann" und "Die Brücke von Arnheim" für Furore sorgte, den fortschreitenden Wahnsinn von Corky und die Besessenheit von seinem Alter Ego Fats aufbaut und zeigt ist selbst in der ruhigen Art, in der sie auf den Schirm gebracht wird, durchweg interessant und ohne Längen. Die Suspense-Spannung, die immer wieder zu spüren ist und die unheimliche Atmosphäre sorgen, unterstützt von dem stimmigen Soundtrack von Jerry Goldsmith, der sich unter anderem auch für die legendäre Star-Trek-Titelmelodie verantwortlich zeigt, für ein unheimliches Erlebnis. "Magic - Die Puppe des Grauens" ist ganz sicher nicht der große Schocker, den man an Hand des deutschen Titels vermuten könnte, dafür aber ein feinsinniges und durchweg interessantes Horror-Drama für alle, die sich gerne in die Abgründen der menschlichen Psyche wagen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt für eine ältere Produktion recht gut. Es gibt zwar immer mal wieder leichte Verschmutzungen zu erkennen und leichtes Rauschen macht sich breit, was aber nicht weiter sonderlich störend auffällt. Die Schärfe ist für damalige Verhältnisse gut. Dem deutschen Ton in Dolby Digital 2.0 ist sein Alter eher anzumerken. Er wirkt relativ dumpf, ist aber gut verständlich. Hier hat die englische Tonspur aber klar die Nase vorn, da diese mit wesentlich besseren Höhen daherkommt.

Als Extra liegt der DVD ein interessantes, aber recht kurzes Booklet bei, das sich auf zwei Seiten mit der unheimlichen Bindung von Puppe und Bauchredner in der Kinogeschichte beschäftigt und über die Künstlern ein paar Fakten bereithält.

Fazit:
"Magic - Die Puppe des Grauens" ist ein spannender Suspense-Thriller mit einigen Anleihen beim Drama. Mit guten Darstellern und einem ebensolchen Regisseur wird dem Zuschauer fesselnde Unterhaltung mit meist leisen Tönen geboten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
95:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Booklet
Magic - Die Puppe des Grauens - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Magic - Die Puppe des Grauens
Magic

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Die abgründige Psyche des Menschen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1978
Regie:
Richard Attenborough
Drehbuch:
William Goldman
Darsteller:
Anthony Hopkins, Ann-Margret, Burgess Meredith, Ed lauter, E.J. Andre

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
17.03.2006