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DVD-Besprechung - Der Manchurian Kandidat

Story:
Seit Major Bennett Marco (Denzel Washington) von seinem Einsatz in Kuwait zurück ist, plagen ihn jede Nacht fürchterliche Alpträume. Durch Zufall erfährt er, dass er nicht der einzige ist, der unter den alptraumhaften Bilden leiden muss. Marco diente im gleichen Trupp wie Sergeant Raymond Shaw (Liev Schreiber), der seinerzeit die Einheit bei einem Angriff der kuwaitischen Truppen sicherte und dafür mit der höchsten militärischen Auszeichnung, der "Medal of Honor", ausgezeichnet wurde. Mittlerweile ist Shaw in die Politik gewechselt und wurde dank der Unterstützung seiner Mutter, Senatorin Eleonora Shaw (Meryl Streep), als Kandidat für das Amt des Vize-Präsidenten aufgestellt. Bennett Marco fällt auf, dass die Schilderung der Ereignisse in Kuwait sich bis aufs kleinste Wort mit denen aller Überlebenden gleichen, was in ihm den Verdacht aufkommen lässt, dass sie manipuliert wurden.

Meinung zum Film:
"Der Manchurian Kandidat" ist ein Remake des 1962 entstandenen und in Deutschland unter dem Titel "Botschafter der Angst" bekannten Filmes mit Frank Sinatra in der Hauptrolle. Regisseur Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer") transportierte gemeinsam mit seinen Drehbuchautoren Daniel Pyne ("Der Anschlag") und Dean Georgaris ("Paycheck - Die Abrechnung") die Story aus den 60er Jahren in die Hightech-Welt des 21. Jahrhunderts. Während im Original noch von simpler Gehirnwäsche die Rede war, konnte der Filmemacher heute auf eine ganze Trickkiste von technischen Spielereien zurückgreifen, um die Wahnvorstellungen seines Hauptdarstellers greifbar zu machen und die Manipulation von Gedanken und Erinnerungen umzusetzen.

Für die Inszenierung der Geschichte stand dem Filmemacher eine hochkarätige Besetzung zur Verfügung. Denzel Washington ("Training Day") als Major Bennett Marco spielt gewohnt gut und bringt den schmalen Grat zwischen Paranoia und berechtigter Sorge ausgewogen und glaubhaft zum Ausdruck. Der heimliche Star ist aber zweifelsohne Meryl Streep ("The Hours") in der Rolle der von Machthunger zerfressenen Senatorin Eleanor Shaw. Vor allem in ihrer Rede vor dem Ausschuss zur Findung eines Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten ist sie eine Klasse für sich. Liev Schreiber ("Der Anschlag") bleibt trotz seiner wichtigen Rolle weitestgehend im Hintergrund, was allerdings seinem Charakter sehr zu Gute kommt. In Nebenrollen spielen des Weiteren Jon Voigt ("Mission: Impossible"), Dean Stockwell ("Der Regenmacher"), Miguel Ferrer ("Robocop"), Kimberly Elise ("John Q.") und Jeffrey Wright ("D-Tox").

Die Bilder, die Jonathan Demme präsentiert, sind gewohnt gut und atmosphärisch gelungen. Und so sorgen eine mehr als interessante Story, hochkarätige Darsteller und eine passende Optik für unterhaltsame 2 Stunden. Allerdings auch nicht für mehr. Denn auch wenn der Film zu keiner Sekunde langweilig wird, kann er auch niemals richtig fesseln. Es bleibt immer eine Distanz zwischen Bennett Marco und dem Publikum, eine Bindung zu der Figur will sich einfach nicht aufbauen. Viele Ereignisse und Zusammenhänge werden viel zu oberflächlich gezeigt, während andere nicht so recht nachvollzogen werden können. Die Drehbuchautoren haben es eindeutig verpasst, den Figuren Tiefe zu verleihen und die einzelnen Fäden geschickt miteinander zu verbinden. "Der Manchurian Kandidat" ist bei weitem kein schlechter Film, aber aus dem Thema hätte man gerade aus heutiger Sicht ein weitaus packenderes und nachhaltiger im Gedächtnis bleibendes Werk machen können.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen ordentlichen Eindruck. Die Farben erscheinen natürlich, Kontrast und Helligkeit gut aufeinander abgestimmt. Die Bildschärfe schwankt zwischen ausreichend und gut. Ein nicht zu übersehendes Problem sind teilweise Nachzieheffekte bei Bewegungen, die immer mal wieder zu erkennen sind. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich und nutzt in passenden Szenen auch die hintere Lautsprecher-Front.

Als Bonus gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur Jonathan Demme und Daniel Pyne, einem der beiden Drehbuchautoren. Die beiden kommentieren wahlweise auch die geschnittenen und zusätzlichen Szenen, sowie eine Politik-Debatte, die im Dialog zwischen zwei verschiedenen Rednern stattfindet. Es gibt zwei kurze Making Ofs, die sich zum einen mit dem Film, zum anderen mit den Darstellern beschäftigen. Zu guter Letzt findet sich noch eine Probeaufnahme mit Liev Schreiber unter den Extras. Ein wenig geschummelt wird bei der Laufzeit auf dem Cover - anstatt der hier angegebenen 141 Minuten, beträgt die Laufzeit lediglich rund 124 Minuten.

Fazit:
"Der Manchurian Kandidat" bietet gute Unterhaltung, verpasst allerdings die Chance, sich von dem Durchschnitt abzuheben. Der Plot weist genügend Potential auf, die Darsteller sind hochkarätig, die Bilder stimmungsvoll. Nur das oberflächliche Drehbuch schafft es nicht, die gleiche Qualität zu erreichen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
124:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Isländisch, Norwegisch, Polnisch, Rumänisch, Schwedisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Jonathan Demme und Daniel Pyne
  • Der Feind in der Mitte: Hinter den Kulissen von "Der Manchurian Kandidat"
  • Die Darsteller von "Der Manchurian Kandidat"
  • Zusätzliche Szenen
  • Schnitte
  • Probeaufnahmen mit Liev Schreiber
  • Politik-Experten
Der Manchurian Kandidat - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Manchurian Kandidat
The Manchurian Candidat

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Interessante Geschichte mit kleineren Schwächen in der Umsetzung


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
Jonathan Demme
Drehbuch:
Dean Georgaris, Daniel Pyne (nach dem Drehbuch von George Axelrod, das auf dem Roman von Richard Condon basiert)
Darsteller:
Denzel Washington, Liev Schreiber, Meryl Streep, Jon Voight, Kimberly Elise, Jeffrey Wright, Ted Levine, Miguel Ferrer, Bruno Ganz, Dean Stockwell

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
14.04.2005