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DVD-Besprechung - Journey to the End of the Night

Story:
Der Nachtclubbesitzer Rosso (Scott Glenn) gelangt zusammen mit seinem Sohn Paul (Brendan Fraser) durch glückliche Umstände in den Besitz eines Koffers mit Kokain im Wert von 1 Million Euro. Das Kokain soll bei einem Deal mit einer nigerianischen Bande zu Bargeld gemacht werden. Die Bedingung der Nigerianer ist aber ein Landsmann als Drogenkurier. Nachdem der ursprüngliche Kurier bei einem "Sexunfall" dahinscheidet wird kurzfristig Wemba (Mos Def), der für Rosso in der Küche seines Clubs arbeitet, zum Ersatzmann ernannt. Paul hat jedoch ganz eigene Pläne mit dem Geld, aber auch mit Rossos Frau, ein gewalttätiger Konflikt mit Rosso erscheint unausweichlich.

Meinung zum Film:
"Journey to the End of the Night" beginnt damit, dass die Pläne von Paul, der eine Absprache mit dem ursprünglichen Kurier eingegangen war, durch dessen Ableben durchkreuzt werden. Aus der Not geboren, und gegen den Willen seines Sohnes Paul, macht Rosso Wemba aufgrund seiner nigerianischen Herkunft zu seinem neuen Kurier. Nachdem der Deal zunächst erfolgreich verläuft, da sich Wemba als eiskalter Verhandlungspartner erweist, wird dieser hinterrücks überfallen. Dadurch wird der Kontakt zu Rosso für längere Zeit unterbrochen. Rosso und Paul machen sich nun auf die verzweifelte Suche nach Wemba und dem Geld. Paul verfolgt dabei weiterhin den Plan seinen Vater um das Geld zu betrügen und mit dessen Frau zu verschwinden. Die Story verläuft nach dem Verschwinden von Wemba weitestgehend im Sande. Rosso sucht in seiner Verzweiflung schließlich einen bekannten Wahrsager auf, der jedoch dermaßen moralisch ist, dass er die Zusammenarbeit mit einem Kriminellen verweigert. Paul, der Rosso beschatten lässt, schickt einen seiner Männer zum Wahrsager, um ihn gewaltsam zum Reden zu bringen. Als das nicht fruchtet befiehlt er seinem Schergen telefonisch dessen Hund zu erschießen.

Dies ist eine der Szenen in denen die Fehlbesetzung von Brendan Fraser ("L.A. Crash") als "Bad Guy" besonders zum Tragen kommt. Diese Rolle nimmt man dem "Publikumsliebling" niemals ab und auch schauspielerisch ist er völlig überfordert, was er durch hemmungsloses Overacting zu kompensieren sucht. Paul ist dabei einerseits als Charakter so fies angelegt, und andererseits von Fraser dabei so wenig überzeugend dargestellt, dass seine Handlungen eher unfreiwillig komisch wirken. Es fehlte eigentlich nur noch, dass er im Vorbeigehen einem Kind seinen Lolli klauen würde. Während Fraser an seiner tragenden Rolle darstellerisch scheitert, liefert Scott Glenn ("Training Day") eine relativ routinierte und abgeklärte Arbeit ab. Die Darstellung wirkt aber ein wenig kraftlos und riecht mehr nach Auftragsarbeit denn nach Schauspielkunst. Der widersprüchliche Charakter des ehemaligen Zuhälters und jetzigen Vorzeigefamilienoberhaupts wird dabei in keinster Weise drehbuchtechnisch ausgeleuchtet und auch die Ursachen der Spannungen zwischen Vater und Sohn bleiben weitestgehend im Dunkeln. Aus dieser Thematik entsteht dann auch die kitschigste Szene des gesamten Films, wenn Paul seinem Vater mit verheulten Augen vorwirft er habe die Krankenschwester seiner todkranken Mutter gebumst, während diese vor unmenschlichem Schmerz laut vernehmbar geschrieen habe.

Der zeitliche Rahmen des Films umfasst lediglich die Spanne eines einzigen Abends und spielt in der brasilianischen Metropole Sao Paulo. Die Location erscheint jedoch absolut austauschbar, zumal deren Charakter durch den massiven Einsatz von Kunstlicht und Filtern verfremdet wird. Anders als beworben gibt es in "Journey to the End of the Night" keinerlei knallharte und temporeiche Action zu entdecken. Der Film ist ein spannungsloser Thriller mit Elementen eines Dramas, vor allem im Hinblick auf das schwierige Vater-Sohn-Verhältnis und die Liebe beider zur gleichen Frau. Erschwerend kommt noch hinzu, dass einige Plotelemente lediglich die Handlung ausbremsen oder einfach nicht weiterverfolgt werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist insgesamt sehr gut gelungen, lediglich in einigen dunklen Szenen ist ein leichtes Rauschen erkennbar. Die extrem künstlich erscheinenden Lichtverhältnisse sind beabsichtigt.

Die DVD enthält den englischen und deutschen Trailer zum Film, eine Bildergalerie, Bio-/Filmographien zu Brendan Fraser, Scott Glenn und Mos Def, sowie ein Making Of. Das Making Of hat eine Laufzeit von rund 17 Minuten, ist aber sehr oberflächlich und erschöpft sich größtenteils in gegenseitigen Lobeshymnen.

Fazit:
"Journey to the End of the Night" ist der völlig missglückte Versuch eines Thrillers mit dramatischen Elementen. Die Story verfügt über keinerlei ordentlichen Spannungsaufbau, Actionszenen sind quasi nicht vorhanden und der Showdown ist völlig unspektakulär, vorhersehbar sowie bei großen Vorbildern schlecht abgekupfert. Die Darsteller sind entweder fehlbesetzt oder liefern bestenfalls uninspirierte Arbeit ab.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
84:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher + Englischer Trailer
  • Making Of
  • Bildergalerie
  • Bio-/Filmographien von Brendan Fraser, Scott Glenn und Mos Def
Journey to the End of the Night  - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Journey to the End of the Night
Journey to the End of the Night

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Unausgegorener und langweiliger Mix aus Thriller und Drama mit wenig überzeugenden Darstellern


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Eric Eason
Drehbuch:
Eric Eason
Darsteller:
Brendan Fraser, Scott Glenn, Mos Def, Catalina Sandino Moreno, Alice Braga

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
01.02.2007