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DVD-Besprechung - Mathilde - Eine große Liebe
Story:
Mathilde (Audrey Tautou) will nicht glauben, dass ihr geliebter Verlobter Manech (Gaspard Ulliel) im Krieg gefallen sein soll. So macht sie sich auf die Suche nach einem Lebenszeichen von ihm. Auch durch anfängliche Rückschläge lässt sich die liebende Frau nicht aufhalten und geht unbeirrt ihren Weg weiter, immer die Hoffnung im Herzen tragend, Manech wieder in ihre Arme schließen zu können.
Meinung zum Film:
Regisseur Jean-Pierre Jeunet und Hauptdarstellerin Audrey Tautou haben mit ihrem ersten gemeinsamen Projekt ein träumerisches Glanzstück für Freunde zuckersüßer Poesie geschaffen. Ihre "fabelhafte Welt der Amelie" war auf Grund ihrer zuckerwatte-süßen Art zwar nicht unbedingt jedermanns Geschmack, doch die Schar der begeisterten Anhänger dieses etwas anderen Liebesfilms war davon schier überwältigt. Wenn man sich "Mathilde" anschaut, muss man sich allerdings anfangs fast schon wie im falschen Film fühlen. Da ist nichts von den bunten und kitschigen Bildern zu sehen, stattdessen dominieren in farbarmen Aufnahmen Greuel- und Ekeleindrücke aus dem Krieg. Teilweise ist da schon recht harter Tobak mit dabei und die FSK-Freigabe ab 12 Jahren ist ein Witz. Szenen wie ein Regen aus Fleischfetzen auf einen Soldaten nach einer Granatenexplosion, oder herabfallende Spiegelscherben, die sich in Großaufnahme in den Leib eines Menschen einbohren, haben bei solch einer Freigabe nichts zu suchen.
Der künstlerische Aspekt in den Aufnahmen ist in gewohnter Form, wenn auch die Bilder diesmal jegliche Farbenfröhlichkeit vermissen lässt und in herbstlichen und erdenen Tönen, sowie unter dem teilweisen Gebrauch von starken Gelbfiltern daherkommt. Und auch diesmal gibt es wieder interessante Einstellungen und Spielereien zu erleben, allerdings teils mit weniger schönem Hintergrund. Ein paar eingestreute Heiterkeiten, deren Spannweite von witzig bis albern reicht, sind ebenfalls zu entdecken und lockern das vor allem anfänglich recht düstere Stimmungsbild immer weiter auf, das gegen Ende immer mehr einer voller Poesie steckenden Romantik weicht. Für zusätzlich verträumte Stimmung sorgt vor allem auch der gute Soundtrack von Angelo Badalamenti, der schon mit für das mystische Ambiente bei "Twin Peaks" sorgte.
Die Geschichte, die auf einem Roman von Sebastin Japrisot ("Ein mörderischer Sommer") basiert, bekommt durch immer wieder eingeschobene Rückblenden eine ganz eigenwillige Dynamik, die durch ihren fast surrealen Cahrakter in ähnlicher Weise unbeschreiblich wirkt wie bei "Amelie", allerdings doch auch irgendwie ganz anders ist. Eines muss man dem Fanzosen Jeunet eindeutig lassen - er weiß ganz genau, wie er seinem Publikum das Gefühl gibt, etwas ganz neues, noch nie dagewesenes zu erleben. Das Gefühl, dass die Bilder banal oder abgenutzt wirken, kommt bei ihm niemals auf und egal, was man über seine Art, eine Geschichte zu erzählen denkt, den künstlerischen Anspruch seiner Werke kann man auf gar keinen Fall leugnen. Das Publikum wird sich somit auch diesmal wieder in zwei Lager teilen - den einen wird der Film erneut etwas zu kitschig und zu wenig gradlinig erzählt sein, während die anderen erneut dem Charme, der verträumten Poesie und der künstlerischen Aufmachung verfallen werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht, soweit man dies auf Grund der ganzen verfremdenden Stilmittel überhaupt bewerten kann, einen guten Eindruck. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar und deutlich abgemischt und weist auch teilweise recht nette Surroundeffekte auf.
Als Bonusmaterial gibt es auf der Filmdisk einen Audiokommentar mit dem Regisseur, der auf Wunsch mit deutschen Untertiteln genossen werden kann. Das Bonusmaterial auf der 2. Disk fällt reichhaltig aus und schon alleine das rund 75-minütige Making Of bietet allerlei Eindrücke von der Entstehung des Films. Ein Bericht über die Ausarbeitung der Zepplin-Explosion und der Entstehung der Kulissen und Kostüme ergänzen den Hintergrundbericht. Es folgen noch insgesamt 14 nicht verwendete Szenen, die auf Wunsch einzeln oder am Stück, als auch mit oder ohne Kommentar des Regisseurs gesehen werden können. Den Abschluss bilden Trailer und Teaser. Das Material liegt komplett mit optionalen deutschen Untertiteln vor. Wer den Film mag, wird von der Fülle an Hintergrundinformationen begeistert sein.
Fazit:
"Mathilde" ist der gewohnte Kunstfilm für poetisch veranlagte Romantiker, ganz in der Tradition von "Amelie". Allerdings fallen die teils doch harten Szenen etwas negativ ins Bild und wollen nicht so recht zur Stimmung und der FSK-Freigabe ab 12 Jahren passen. Wer die "zauberhafte Welt" mochte, kann sicherlich auch hier bedenkenlos zugreifen. Das Bonusmaterial fällt sehr informativ aus.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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127:52 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Arabisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Hebräisch, Norwegisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Jean-Pierre Jeunet
- Ein Jahr an der Front: Hinter den Kulissen von "Mathilde - Eine große Liebe"
- Die Zeppelin-Explosion
- Das Paris der 20er Jahre
- Nicht verwendete Szenen
- Trailer & Teaser
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Mathilde - Eine große Liebe
Un long dimanche de fiançailles
Ob träumerisch und poetisch oder nur albern und langatmig liegt sehr stark im Auge des Betrachters
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / USA, 2004 Regie: Jean-Pierre Jeunet Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant (nach dem Roman von Sebastien Japrisot) Darsteller: Audrey Tautout, Gaspard Ulliel, Jean-Pierre Becker, Dominique Bettenfeld, Clovis Cornillac, Julie Depardieu, Jean-Claude Dreyfus
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 03.06.2005
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