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DVD-Besprechung - Die Jungfrauenbrücke
Story:
Die junge Pastorentochter Britt-Marie (Bibi Andersson) beschert dem Teufel (Stig Järrel) ein Gerstenkorn in seinem Auge. Alles deutet darauf hin, dass sie als Jungfrau in den Bund der Ehe eintreten wird. Um das Mädchen doch noch zu Fall zu bringen, schickt der Teufel seine letzte Trumpfkarte, den König der Verführer, Don Juan (Jarl Kulle) und seinen Diener Pablo (Sture Lagerwall), die beide ihre Strafe in der Hölle absitzen. Britt ist jedoch eine harte Nuss für Don Juan und ihrem Zukünftigen absolut treu ergeben. Sein Diener Pablo macht sich währenddessen vor den Augen des naiven Pastors (Nils Poppe) an seine Frau (Gertrud Fridh) heran.
Meinung zum Film:
Im Original hört "Die Jungfrauenbrücke" eigentlich auf den wesentlich passenderen Titel "Das Teufelsauge". Der deutsche Verleihtitel verfehlt völlig den Inhalt des Films und wird in den Produktionsnotizen auf der DVD auch abgelehnt. Umso unverständlicher, dass sich Arthaus doch wieder dieses Titels für die DVD-Veröffentlichung bediente. Als Vorlage für den Film diente ein Theaterstück des dänischen Schriftstellers Oluf Bang mit dem Titel "Don Juan kehrt zurück". Weil Bergmans nächstes Projekt, "Die Jungfrauenquelle", seinem Produzenten wenig publikumstauglich erschien, verpflichtete sich Bergman als Ausgleich zunächst, eine Komödie auf Basis dieses Stücks zu verfassen. Seine Deutschlandpremiere erlebte der Film erst im Jahr 1966.
"Das Teufelsauge" ist eine der wenigen Komödien des Dramenspezialisten Ingmar Bergman. Am ehesten kann man den Film wohl als augenzwinkernde Liebeskomödie bezeichnen, er entbehrt aber auch nicht einer gewissen Tragik und streift auch die menschlichen Abgründe und Qualen der Seele. Der Schauspieler Gunnar Björnstrand ("Wilde Erdbeeren") präsentiert die Komödie in drei Akten. Er tritt als Stimme Ingmar Bergmans auf, der sich eines Seitenhiebs auf die nicht ganz freiwillige Produktion des Films nicht enthalten kann. Einem alten irischen Sprichwort geschuldet klagt der Teufel über ein Gerstenkorn in seinem Auge, welches nur durch eine Jungfrau, die auf Erden wandelt, hervorgerufen werden konnte. Die Urheberin, die Pastorentochter Britt-Marie, gespielt von Bibi Andersson ("Das Siebente Siegel"), ist auch schnell ausgemacht. Don Juan, der bereits seit dreihundert Jahren in der Hölle schmort, wird vom Teufel beauftragt, dem Mädchen ihre Unschuld zu rauben und ihre Illusion von reiner Liebe zu zerstören. Im Falle des Erfolgs winkt ihm ein gnädiger Schlaf ohne Träume, sowie ein "Strafnachlass" von 300 Jahren. Don Juan und seinem Diener Pablo gelingt es mit ihrem Charme, sowie der Hilfe eines Dämons, der als ihr Aufpasser fungiert, das Vertrauen des Vaters von Britt, eines Pastors, zu erringen. Während sich Pablo der Pastorenfrau zuwendet, beginnt Don Juan damit, die vermeintlich hilflose Britt mit seinem Zynismus zu vergiften. Aber Britt ist schlauer, als Don Juan voraussehen konnte. Sie diagnostiziert sehr schnell "Sie sind ein Don Juan, nicht wahr?". Sie gewährt ihm zwar einen Kuss, für sie ist das jedoch nur ein Spiel. Die Liebe zu Jonas stellt sie nie zur Disposition. Als Britt aber ihrerseits Don Juan küsst, ist es um ihn geschehen. Der große Verführer wird selbst von Amors Pfeil getroffen. Britt erkennt aber auch die Gefahr, die ihr aus der Person von Don Juan erwächst, der von sich selbst meint "Genusssucht ist meine Askese, Gottlosigkeit meine Religion". Seine abwertenden, vor Zynismus triefenden Attacken gegen Jonas können sie jedoch nicht aus der Reserve locken, ihre Liebe ist rein und unerschütterlich.
Währenddessen befinden sich Renate, die Frau des Pastors, und ihr Mann in einer tiefen Ehekrise. Er ist ein sehr naiver Mensch und bewegt sich in seiner ganz eigenen Welt, in der nur Güte und kindliche Neugier existieren. Seine Frau kann kein Verständnis mehr für sein kindliches Gemüt aufbringen, sie sehnt sich nach einem Mann, der sie versteht und der mit offenen Augen durchs Leben geht. Pablo nutzt diese Krise, um Renate Avancen zu machen. Der Dämon versucht nun den Pastor an den Ort des Geschehens zu locken, um seine heile Traumwelt zu zerstören. Doch der Pastor, in seiner Einfalt doch mit einiger Bauernschläue gesegnet, lockt den Dämon mit Schnaps in einen Wandschrank, wo er ihn einsperrt. Zwischen den beiden entwickelt sich einer der amüsantesten Dialoge des Films, in dem der Dämon an der unerschütterlich gutgläubigen Weltsicht des Pastors verzweifelt. So meint dieser, er werde für ihn beten, damit er in den Himmel komme, worauf der Dämon fragt, wie man bloß so gemein sein könne und sich dann auch noch Pfarrer nennen dürfe.
Digitale Aufarbeitung:
Bild- und Tonqualität bieten keinen Anlass zur Klage. Sie sind für das Alter des Films sogar als sehr gelungen zu bezeichnen. Die schwedische Tonspur wird von deutschen Zwangsuntertiteln begleitet.
Auf der DVD befinden sich die Biographie von Ingmar Bergman im Umfang von 14 Bildschirmseiten, sowie Produktionsnotizen zum Film mit einer Länge von 15 Bildschirmseiten.
Fazit:
"Die Jungfrauenbrücke" ist eine äußerst amüsante, tiefgründige, mit messerscharfen Dialogen gespickte Komödie über die Liebe, den (Irr)glauben und die Versuchung des Bösen. Der Humor des Films speist sich aus einer gehörigen Portion Selbstironie, sarkastischen Spötteleien, skurrilen Charakteren und einer Anzahl gelungener Wortspielereien. Getragen wird der Film von den durchgehend exzellenten Darstellern, allen voran Jarl Kulle, an einen jungen Basil Rathbone gemahnend, und stellvertretend für den düsteren Aspekt des Films, sowie Nils Poppe, als Vertreter der heiteren Aspekte des Films.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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83:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Schwedisch (mit Zwangs- untertiteln) Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Biographie von Ingmar Bergman
- Produktionsnotizen
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Die Jungfrauenbrücke
Djävulens öga
Der Teufel hätte seinen Spaß an diesem Film
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweden, 1960 Regie: Ingmar Bergman Drehbuch: Ingmar Bergman (nach einem Theaterstück von Oluf Bang) Darsteller: Jarl Kulle, Bibi Andersson, Stig Järrel, Nils Poppe, Gertrud Fridh, Sture Lagerwall
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 05.01.2007
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