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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Memento Mori - Gedenke des Todes

Story:
Hyo-Shin (Yeh-jin Park) und Shi-Eun (Young-jin Lee) sind beste Freundinnen, deren Freundschaft weit über die üblichen Maße hinausgeht. Gleichzeitig sind die beiden durch ihre eigenbrötlerische Art aber auch Außenseiter bei ihren Mitschülerinnen, da diese mit der abgeschotteten Lebensweise der beiden Mädchen nichts anfangen können. Min-Ah (Min-sun Kim) kann als einzige die Verbindung zwischen den beiden Mädchen nachvollziehen, da sie das geheime Tagebuch der beiden gefunden hat und ihre Gedanken somit aus erster Hand erfährt und sie zu verstehen beginnt. Als Hyo-Shin durch einen Sturz vom Dach des Schulgebäudes ums Leben kommt, bricht für Shi-Eun eine Welt zusammen, da ihr mit einem Mal bewusst wird, was ihr Verhalten in letzten Zeit verursacht hat. Doch es gibt Freundschaft und Liebe, die über den Tod hinaus bestand hat.

Meinung zum Film:
Die Regisseure und Drehbuchautoren Tae-Yong Kim und Kyu-Dong Min haben mit ihrem "Momento Mori" einen Film geschaffen, der vor allem durch die Poesie seiner Bilder und der stimmungsvollen Musikuntermalung zu gefallen weiß. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Unruhe im Bild, die teilweise sehr deutlich zu sehen ist, da beim Filmen offensichtlich gern auf eine Handkamera zur Aufnahme zurückgegriffen wurde. Bei der Inszenierung wurde aber sehr viel Wert auf eine melancholische Stimmung gelegt, die den Zuschauer immer wieder einlullt. Manchmal fragt sich als dabei allerdings, welchen Weg der Film gerade nimmt und was am Ende dabei herauskommt. Denn ihn klar einzuordnen ist nicht immer gleich einfach.

Vor allem zu Beginn, während seiner endlosen, aber keineswegs langweiligen Einführung packt einen die Geschichte auf eine sehr eigenartige Weise. Gemeinsam mit den beiden Freundinnen erlebt der Zuschauer durch immer wieder eingestreute Rückblenden ihre Welt, ihre Gedanken und ihre Sehnsüchte. Merkwürdig erscheint zu diesem Zeitpunkt vor allem die Einleitung des Filmes, bei dem vom Tod verschiedener Mädchen die Rede ist, die auf verschiedenste Weise wegen unterschiedliches Wissen und unterschiedlichem Umgang mit einem Geheimnis ums Leben kamen. Hierbei wird wahrscheinlich auf "Yeogo goedam", der im englischen "Whispering Corridors" heißt, bezug genommen, da "Memento Mori" in Südkorea als Fortsetzung zu diesem Titel lief. Im Film selbst wird dann keine rechte Verbindung mehr dazu hergestellt und auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, gibt es trotz ein paar kleinerer, ungeklärter Frage keinen Unmut. Vor allem daher nicht, da der Film in einigen Bildern auf Poesie und Bildsprache setzt, die ohnehin nicht immer eindeutig zu erklären sind.

Nach dem Tod von Hyo-Shin wird die Stimmung dann ganz langsam ein wenig düsterer und die Spannung nimmt ebenfalls ein wenig langsam zu. Über Min-Ah erlebt der Zuschauer eine unheimliche Welt, in der nur sie die meiste Zeit über unheimlichen Vorgänge sehen und spüren kann. Die Stimmung des Filmes wird dadurch allerdings nicht gedreht, sondern es kommen lediglich Spannungsmomente zur melancholischen Poesie hinzu, die einen noch tiefer in die Welt der beiden Freundinnen zieht und die Tragik in ihrem Leben zum Vorschein bringt. Warum der Verleih es auf dem Cover so klingen lässt, als würden mit dem Tod Hyo-Shins "...seltsame Ereignisse die Schule heimsuchen [...] die von einer unheimlichen Macht ausgehen...", ist fraglich. Sicherlich, es gibt das Übernatürliche. Aber dieses erlebt meist nur Min-Ah und von einer Heimsuchung kann keinesfalls die Rede sein. Der Film ist ein Stück poetisches Mystery-Drama. Und als solches weiß er auch zu überzeugen. Wer allerdings den auf dem Cover angesprochenen Mystery-Thriller in ihm erwartet, wird zwangsläufig gelangweilt und enttäuscht werden.

Digitale Aufarbeitung:
Für eine kleinere Produktion aus Südkorea ist das Bild gut gelungen. Die Farben sind natürlich, der Kontrast gut gewählt und die Datails zwar nicht sehr vielfältig, aber immer noch ausreichend. Als störend werden in erster Linie die teils starken Nachzieheffekte wahrgenommen, die sehr wahrscheinlich dadurch entstanden sind, dass der Film von einem Videomaster übernommen wurde. Der Ton ist klar verständlich und bietet keinen Grund zum Klagen. Aber trotz Dolby Digital 5.1 sollte man nicht zu viel Töne aus dem hinteren Bereich erwarten.

Als Bonusmaterial gibt es ein Making Of zum Film, das in gut 25 Minuten Bilder vom Dreh und Interviews zeigt. Es folgt ein Musikvideo mit dem melancholischen Titelsong des Films, der Originaltrailer, so wie der komplette Soundtrack, der nach Wunsch komplett gehört werden kann oder bei dem die einzelnen Tracks direkt angehört werden können. Ein sehr schönes Extra.

Fazit:
"Memento Mori" ist ein poetisch gefilmtes Drama, das einen großen Touch Übernatürliches mit sich bringt. Wer auf Grund des Textes einen spannenden Mystery-Thriller erwartet, wird zweifelsohne enttäuscht werden. Wer allerdings ein poetisches Portrait über das Leben, das Lieben und das Leiden zweier Außenseiter sucht, sollte sich diesen Film auf jeden Fall ansehen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
98:48 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Surround
Dolby Surround
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Music Video
  • Original Soundtrack
  • Originaltrailer
Memento Mori - Gedenke des Todes - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Memento Mori - Gedenke des Todes
Yeogo goedam II

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein poetisches Mystery-Drama aus Fernost - aber nicht der auf dem Cover angepriesene Mystery-Thriller


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 1999
Regie:
Tae-Yong Kim, Kyu-Dong Min
Drehbuch:
Tae-Yong Kim, Kyu-Dong Min
Darsteller:
Min-sun Kim, Yeh-jin Park, Young-jin Lee, Jong-hak Baek, Min Han, Seung-Yeon Han, Min-hie Kim, Hyo-jin Kong

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
06.01.2005