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DVD-Besprechung - Metallica: Some kind of Monster
Story:
Nach einer langen Pause kehren die Bandmitglieder von Metallica zurück in die Studioräume, um ein neues Album aufzunehmen. Ohne fertige Songs und ein Treatment bereitliegen zu haben, schnappt sich jeder sein Instrument und es wird drauf los gejammt, bis sich geeignetes Material dabei findet. Doch der Weg bis zum fertigen, Grammy-prämierten Album "St. Anger" ist ein langer und beschwerlicher. Nach einigem Ärger unterzieht sich Leadsänger James Hetfield einem Alkoholentzug, wodurch die Arbeiten am neuen Album für mehrere Monate gestoppt werden, und die Band droht sogar daran zu zerbrechen. "Metallica: Some kind of Monster" hat die Zeit rund um die Entstehung des Albums ausführlich und schonungslos festgehalten und zeigt die harten Jungs von einer ganz anderen, menschlichen Seite.
Meinung zum Film:
In den 80er Jahren ging im Rahmen einer starken Metal-Bewegung unter der Bevölkerung der Stern von "Metallica" am Rock-Himmel auf. Dieser Glanz hat es bis heute geschafft, nicht zu verblassen, die Fans fiebern noch immer neuen Alben entgegen. Nach erfolgreichen, aber nicht die obere Popularitätsgrenze sprengenden Alben wie "...and justice for all" oder "Masters of Puppets" gab es 1991 mit "Metallica" den ganz großen Durchbruch. Das meist nur unter dem Namen "schwarzes Album" bekannte Werk beinhaltet neben Klassikern wie "Enter Sandman" und "The Unforgiven" den Metallica-Song überhaupt - "Nothing Else Matters". Dieser schafft es auch heute noch, harte Männer zum ruhen und innehalten zu bringen, egal wie hoch der Promillespiegel auch steht oder wieviel Adrenalin sich gerade in den Blutbahnen befindet.
"Metallica: Some kind of monster" zeigt die erfolgreichen Musiker nun von einer ganz anderen Seite. Was ein Bericht über die Entstehung eines Albums werden sollte, wurde ein tiefer Blick in die Seelen und Ängste einer der erfolgreichsten Rockgruppe aller Zeiten. Kannte man James, Lars und Kirk bislang nur als harte Rocker, erfährt man in der schonungslosen Dokumentation die Kehrseite der Medaille und lernt eine Menge über die Menschen hinter den Idolen. Man erfährt über Leadsänger Hetfields Alkoholprobleme und seine rigorose Abkehr von alten Gewohnheiten, hin zu dem Rehabilitanden, der nur von 12 Uhr - 16 Uhr im Studio ist und pünktlich wie der Maurer den Hammer fallen lässt. Man sieht, wie Drummer Lars Ulrich mit seinen Sorgen zu kämpfen hat und wie ihn u.a. auch der Aufschrei erboster Fans über die Napster-Klage mitnimmt. Am schlimmsten und emotionalsten packt es ihn, wenn es um ehemalige Bandmitglieder geht. Dabei fließt dann schon mal die ein oder andere Träne. Der letzte im Bunde der originalen Besetzung ist Leadgitarrist Kirk Hammett, der es genießt, im Hintergrund zu agieren und es den beiden starken Figuren Hetfield und Ulrich überlässt, die Geschicke der Band zu leiten. Zum Ende erlebt man dann auch noch die Verpflichtung des neuen Bassisten Robert Trujillo, der nicht unbedingt gleich mit offenen Armen empfangen wurde.
Was die Dokumentation aber auch zeigt, sind die Machtkämpfe innerhalb der Band und das Aufeindertreffen der Egos von James Hetfield und Kurt Ulrich. Beide wollen sie die Kontrolle über die Zeitpläne haben, und nach der Therapie und dem eingeführten 4-Stunden Tag geht es anfangs überhaupt nicht harmonisch zwischen den beiden Männern zu. Erst langsam gewöhnt man sich wieder aneinander und entdeckt die alte Freundschaft. Hilfe erhalten sie dabei von einem Psychologen, der gleich von Beginn an als Vollzeitbegleiter verpflichtet wurde, um die vielen Missstimmungen, die ein ständiger Begleiter beim Zusammensein war, zu analysieren und Wege zur Behebung dieser zu finden. Allein die Tatsache, dass die Band für die professionelle Hilfe monatlich 40.000 Dollar zahlte, ist Zeuge für die Notwendigkeit der Maßnahme. Und da die Kamera viele dieser Gespräche, viele Frustrationen, Wutausbrüche und Meinungsäußerungen über den jeweils anderen einfängt, ist "Metallica: Some kind of Monster" nicht nur für Fans der harten Musik zu empfehlen. Denn durch die ungeschminkte Darstellung der Probleme wird das ganze zu einer hochinteressanten Charakterstudie über eine Band, die sich im Umbruch befindet. Von wilden Rockern zu verantwortungsbewussten Männern und Familienvätern. Absolut empfehlenswert.
Digitale Aufarbeitung:
Für eine Dokumentation ist das Bild sehr gut geworden. Mal abgesehen von Archivmaterial und einigen Aufnahmen mit wenig Beleuchtung gibt keine Mängel zu beklagen. Der Ton ist klar, doch trotz 5.1-Kodierung kommt er fast ausschließlich von vorne.
Bonusmaterial ist einiges auf dem Doppelset zu finden. Auf der Hauptdisk gibt es gleich 2 Audiokommentare. Den einen sprachen die Bandmitglieder von Metallica, während die 2. Spur von den beiden Filmemachern besprochen wurde. Beide Kommentare sind mit deutschen Untertiteln versehen. Weitere Boni gibt es auf der 2. DVD. Insgesamt 28 nicht verwendete Szenen bieten noch reichlich Material für weitere informative Minuten. Unter dem Punkt "Festival & Premieren" gibt es einige Berichte über verschiedene Premierenfeiern und Interview-Termine zum Start von "Metallica: Some kind of Monster". "Das Monster lebt" bietet noch einmal 13 verlängerte Versionen von Szenen aus der Dokumentation, die noch tiefer in die Probleme führen. Den einzigen musikalischen Punkt der DVD bietet das Musik-Video, welches auch während des Abspanns zu sehen ist. Zur Abrundung gibt es noch 2 Trailer zu der Doku und Infotafeln zu den Filmemachern. Insgesamt ein sehr informativer Rahmen, der auf Wunsch komplett untertitelt gezeigt wird.
Fazit:
"Metallica: Some kind of Monster" zeigt die als harte Männer geltenden Mitglieder der Band von einer ganz neuen Seite. Schonungslos ungeschminkt im Verhalten gegeneinander, wie man es sonst nur aus den Containern von "Big Brother" kennt, konfrontieren sich die Bandmitglieder mit ihrem Frust und ihren Problemen. Selbst für Klassik-Freunde absolut empfehlenswert, da diese Dokumentation von Menschen im Umbruch handelt und nicht von Heavy Metal.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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140:27 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Arabisch, Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Polnisch, Rumänisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Metallica
- Audiokommentar von Joe Berlinger und Bruce Sinofsky
- Kinotrailer
- Konzerttrailer
- Geschnitttene Szenen
- Festivals und Premieren
- Dieses Monster lebt
- Musikvideo
- Biografien der Filmemacher
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Metallica: Some kind of Monster
Metallica: Some kind of Monster
Ein radikaler Seelenstrip über wilde Rocker, die zu nachdenklichen Musikern werden
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Joe Berlinger, Bruce Sinofsky Drehbuch: - Darsteller: James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett, Robert Trujillo
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 03.02.2005
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