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DVD-Besprechung - Miss Daisy und ihr Chauffeur (Special Edition)

Story:
Auch wenn es die exzentrische Miss Daisy (Jessica Tandy) nicht wahrhaben will, lassen ihre Fahrkünste so langsam zu wünschen übrig. Obwohl Geld kein Problem für sie darstellt - davon hat sie mehr als genug - gibt sie dem Drängen ihres Sohnes Boolie (Dan Aykroyd) nicht nach, einen Chauffeur zu engagieren. Aus diesem Grunde engagiert der Sohnemann mit dem farbigen Hook (Morgan Freeman) auf eigene Faust einen Fahrer, was natürlich zuerst auf deutlichen Widerstand bei der alten Dame trifft. Doch umso länger die beiden zusammen sind, umso mehr entwickelt sich eine echte Freundschaft zwischen Chauffeur und Passagier.

Meinung zum Film:
Wenn es Schauspielerinnen in Hollywood gibt oder gab, die ohne viel sagen zu müssen, eine natürliche Würde und Größe ausstrahlen, dann gehört Jessica Tandy ("Grüne Tomaten") ohne jeden Zweifel zu den Namen, die man auf gar keinen Fall vergessen darf. Mit "Miss Daisy und ihr Chauffeur" schuf sie sich selbst ein filmisches Denkmal, das sie auf ewig unvergesslich macht. Es ist unbeschreiblich, wie sie als verschrobene Südstaatlerin mit exzentrischer Art ihr Umfeld zusammenzucken lässt, wann immer sie die Szene betritt. In gleicher Weise schafft sie es aber auch, mit einer herzlichen Wärme und einer umsorgenden Art zu glänzen, ohne dass dies im Widerspruch zu ihrer anderen Seite steht. Ihre außerordentliche Leistung wurde 1990 zu Recht mit einem Oscar für die beste Hauptdarstellerin belohnt.

Nicht minder gelungen ist die Leistung von Morgan Freeman ("Million Dollar Baby"), der mit stoischer Ruhe und einer Engelsgeduld die verbalen Attacke seiner Chefin erträgt und versucht, ihre ablehnende Haltung teilweise zu verstehen. Wo es weniger talentierten Darstellern nicht gelungen wäre, den Stolz und die Würde zu erhalten, wodurch der Charakter zu einer Witzfigur verkommen würde, schafft er es, unterwürfig zu erscheinen, ohne dabei jedoch seine Persönlichkeit oder seine Ehre zu verlieren. Des Weiteren sind es vor allem seine spitzen Kommentare, die immer wieder für Schmunzeln beim Zuschauer sorgen. Für einen Oscar hat seine Leistung dann allerdings nichts ganz gereicht, aber immerhin wurde er mit einer Nominierung bedacht, musste sich dann aber gegenüber Daniel Day-Lewis ("Mein linker Fuß") geschlagen geben.

Wo es dann wieder für den Oscar reichte, war für das beste Drehbuch nach einer Vorlage von Alfred Uhry, der auch das zu Grunde liegende Theaterstück schrieb, sowie bei der Trophäe für den besten Film. Ein Grund dafür ist sicherlich die herzliche und natürliche Charakterisierung der beiden Hauptpersonen und vor allem die langsame und voller Tücken steckende Annäherung. Man könnte als Zuschauer stundenlang Miss Daisy und ihrem Chauffeur zuhören, ohne auch nur eine Sekunde dabei gelangweilt zu werden. Es würde reichen, Jessica Tandy und Morgan Freeman in einen kahlen Raum zu stecken und sie ihre Dialoge sprechen zu lassen, um beste Unterhaltung zu erfahren. Der Film erzählt von gegenseitigem Verständnis und dem Respektieren von unterschiedlichen Sichtweisen. Er ist ein Plädoyer für Akzeptanz und zeigt, dass mit ein bisschen Geduld und Einfühlungsvermögen Grenzen überwunden werden können. "Miss Daisy und ihr Chauffeur" ist ganz großes Kino mit noch größeren Darstellern, das zeitlos und ohne den Anflug von Langeweile daherkommt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut, weist allerdings kleinere Makel auf. Vor allem die etwas milchige Erscheinung und die weichen Konturen fallen störend ins Auge. Ansonsten finden sich allerdings keine Fehler. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich und hält auch im hinteren Bereich immer mal wieder Töne bereit.

Als Bonus gibt es zunächst einen sehr informativen Audiokommentar mit dem Regisseur, dem Autor und der Produzentin. Als äußerst interessant stellt sich der Bericht über den Weg vom Bühnenstück zum Kinofilm heraus, der ein kompaktes Making Of darstellt. Das Portrait über Jessica Tandy ist eine Hommage an eine große Darstellerin, die leider nicht mehr unter uns weilt. Abgerundet werden die Extras durch ein kurzes Featurette aus dem Jahre 1989, sowie dem Trailer zum Film. Sämtliche Beiträge sind in englischer Sprache, können aber mit deutschen Untertiteln gesehen werden.

Fazit:
"Miss Daisy und ihre Chauffeur" ist Pflichtprogramm für all jene, die Spaß an liebevoll gezeichneten Charakteren und guten Schauspielern haben. Er ist Kino mit Herz, das zu Recht mit Oscar- und Golden Globe-Auszeichnungen in den wichtigen Kategorien versehen wurde.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
94:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Bruce Beresford, Autor Alfred Uhry und Produzentin Lili Fini Zanuck
  • Miss Daisys Reise von der Bühne zum Film
  • Jesica Tandy - Theaterlegende und Filmstar
  • Original Featurette von 1989
  • Trailer
Miss Daisy und ihr Chauffeur (Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Miss Daisy und ihr Chauffeur
Driving Miss Daisy

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Jessica Tandy, eine der großen Damen Hollywoods, in ihrem besten Film


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1989
Regie:
Bruce Beresford
Drehbuch:
Alfred Uhry (basierend auf seinem Theaterstück)
Darsteller:
Jessica Tandy, Morgan Freeman, Dan Aykroyd, Patti Lupone, Esther Rolle

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
22.02.2005