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DVD-Besprechung - Mondbasis Alpha 1 - Episoden 1-12
Story:
John Koenig (Martin Landau) ist gerade erst zum neuen Commander der Mondbasis Alpha 1 berufen worden, als er schon ein großes Problem zu lösen hat: Der auf dem Mond endgelagerte Atommüll ist dabei, eine Katastrophe auszulösen, die Koenig in seiner kurzen Zeit auf dem Planeten allerdings auch nicht mehr verhindern kann. Mitten in den Versuch hinein, die Behälter umzulagern, lösen diese eine gigantische Explosion aus, die den Mond nicht nur aus seiner Umlaufbahn wirft, sondern gleich auf eine Reise in die unendlichen Weiten des Weltraums befördert. Eine Möglichkeit, auf die Erde zurückzukehren, gibt es nicht und so bleibt den Männern und Frauen in der Mondbasis nur eines - einen Weg zu finden, auf Dauer überleben zu können.
Meinung zum Film:
In den 70er Jahren grassierte ein Fieber, das Millionen Fans auf der ganzen Welt in den Bann zog und zu einem großen Merchandising-Markt wurde: "Star Trek", oder "Raumschiff Enterprise", wie die Serie im deutschen hieß. 1975 legte das britische Ehepaar Sylvia und Gerry Anderson, das sich kurze Zeit später scheiden ließ, mit "Space: 1999", die im deutschen "Mondbasis Alpha 1" hieß, eine europäische Version der unendlichen Weiten des Weltalls vor. Diese konnte allerdings nie auch nur annähernd an den Erfolg der Gene Roddenberry-Serie herankommen, doch es reichte immerhin so weit, dass genügend Merchandise-Artikel wie Klebebild-Sammelalben, Comics oder Modellbausätze produziert wurden. Die Serie selbst schaffte es auf insgesamt 2 Staffeln mit 48 Folgen, die man von 1975 bis 1977 produzieren ließ. Der Dortmunder DVD-Anbieter e-m-s veröffentlicht nun alle 48 Episoden in insgesamt 4 Boxen a 12 Einzelfolgen. Einige davon werden dabei erstmals in deutscher Sprache zu genießen sein.
Auf Grund der Tatsache, dass sämtliche Episoden bei ihrer TV-Ausstrahlung aus Gründen der Laufzeitanpassung auf die damals üblichen rund 45 Minuten für eine Episode heruntergekürzt und einige erst gar nicht ausgestrahlt wurden, waren Nachsynchronisationen unumgänglich. Dass nach fast 30 Jahren nicht mehr alle Originalsprecher verfügbar waren und selbst wenn, diese auch nicht mit dem gleichen Stimmklang zur Verfügung standen, dürfte selbsterklärend sein. Doch die renommierte TV+Synchron Berlin hat einen guten Job abgeliefert und alles angestellt, um das Gesamtbild harmonisch klingen zu lassen und den Filmgenuss nicht zu sehr zu unterbrechen. So fällt es z.B. zwar auf, wenn Commander Koenig in den alten Passagen mit der deutschen Stimme des 1982 verstorbenen Manfred Schotts spricht und in den neueren Fassungen ein paar Sekunden später durch Bernd Rumpf seine Gedanken zum besten gibt, aber es dringt nicht störend in das Bewusstsein des Betrachters ein. Durch die Synchronarbeiten muss man als Betrachter somit nicht mit einem ständigen Wechsel zwischen deutscher und englischer Sprache vorlieb nehmen, um die vollständigen Episoden ohne lästige Kürzungen genießen zu können. Der finanzielle Einsatz von e-m-s hat sich in dieser Hinsicht bezahlt gemacht und auch wenn es ein paar Euro mehr als eine Günstig-Synchro gekostet haben mag, werden es ihnen die Fans auf jeden Fall danken.
Inhaltlich spielt die Serie im Jahre 1999, was aus heutiger Sicht natürlich eher einem Historienfilm als einem Science Fiction-Spektakel gleicht. Aber immerhin war dadurch damals ein wesentlich näherer Bezug zur Realität gegeben, als beim offensichtlichem Vorbild, der "Star Trek"-Reihe, die ja in einer eigenen Zeitrechnung stattfand. Und auch ansonsten ist bei der Mondbasis einiges viel näher an der damaligen Zeit als die in ihrem eigenen Universum platzierte Enterprise. So haben die Hosen der Uniformen den für die 70er Jahre modisch angesagten Schlag oder ist radioaktiver Giftmüll der Auslöser für eine Katastrophe. Die Serie ist insgesamt sehr oberflächlich konstruiert und die Personen werden nicht allzu tief charakterisiert. Selbst Beziehungen zueinander sind eher formell und Freundschaften entstehen nur wenig. Wenn überhaupt, dann kann man lediglich zwischen Commander John Koenig und Dr. Helena Russell eine tiefere Freundschaft erkennen. Auch die Ereignisse, wie etwa der durch die Explosion raketenartig ins All beförderte Mond, der die Erde wahrscheinlich auch nicht als unbedingt wirtlichen Planeten zurücklässt, sind eher als absurd zu bezeichnen. Aber dem Unterhaltungswert von "Mondbasis Alpha 1" tut dies keinen Abbruch. Denn die Episoden sind allesamt spannend angelegt und haben durchaus ihren Unterhaltungswert. Mit ihrer weniger abgehobenen Handlung und der meist mehr auf Spannung ausgelegten Geschehnissen und den, wahrscheinlich aus Kostengründen weniger fantastischen Kulissen, ist die Reihe vor allem für die in den 70er Jahren Aufgewachsenen Nostalgie und Erinnerung pur. Aber auch, wer damals nicht live mit dabei war und darüber hinwegsehen kann, wenn mal ein Seil zu erkennen ist, das für die Illusion der Schwerelosigkeit bei einem Menschen montiert wurde, ist allerbestens bei Commander Koenig und seiner Mannschaft aufgehoben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist nicht immer gleich gut und mit heutigen Produktionen natürlich nicht zu vergleichen. Aber trotz mal mehr und mal weniger starkem Bildrauschens, eher matten Farben und immer wieder auftretenden kleineren Unruhen ist es für eine TV-Produktion aus den 70er Jahren sehr gut gelungen. Der Ton in Dolby Digital 2.0 Mono steht der verhältnismäßig guten Qualität des Bildes in nichts nach und so hinterlässt die Aufarbeitung insgesamt auch einen guten Eindruck.
Das Bonusmaterial zu der Serie ist auf die 4 DVDs in der Box verteilt. Dabei gibt es u.a. das Storyboard zu der Episode 1 (Breakaway), jeweils den alten deutschen Vor- und Abspann zu jeder Folge, genauso wie die jeweilige Schnittliste mit Szenenbeschreibungen, verschiedene Bio- und Filmografien, einen Episodenführer mit Erstausstrahlungsterminen, einen Trailer zu "Mondbasis Alpha 1", eine Slideshow mit verschiedenem Artwork, Texttafeln mit Infos zu der Mondbasis als Taschenbuchserie, sowie den Beweis für die liebevolle Nachsynchronisationen durch den Beitrag "Studio Alpha 1 - Eindrücke von den Synchronarbeiten". Insgesamt eine recht knappe, aber dafür informative Zusammenstellung. Ein schöner Service ist auch der Laufzeitvergleich zu jeder Episode, bei dem die alte TV-Spieldauer und die neue, ungekürzte Länge auf den Inlays angegeben werden.
Die 4 DVDs sind in Slimcase-Amarays verpackt, die in einer kleinen Pappschachtel gestellt und dann von einem Klarsichtschuber gehalten werden. Alle 4 Boxen aneinandergereiht ergeben ein durchgängiges Motiv der Crew.
Fazit:
"Mondbasis Alpha 1" war in den 70er Jahren das Kontrastprogramm zur erfolgreichen "Raumschiff Enterprise"-Reihe. Zwar konnte man den Erfolg des Vorbildes niemals erreichen, aber dennoch treue Anhänger und eine ansehnliche Anzahl an Merchandise-Artiekln sammeln. Wer damals schon Freude an der erdgebundenen Science-Fiction-Reihe hatte, sollte unbedingt zugreifen. Wer mit Commander Koenig und seiner verschollenen Crew noch keine Erfahrung hat, sollte zumindest einmal einen Blick riskieren.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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12 Episoden a ca. 50 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Storyboard zu Episode 1 (Breakaway)
- Alter deutscher Vor- und Abspann
- Schnittliste mit Szenenbeschreibung
- Bio- und Filmografien
- Episodenführer mit Erstausstrahlungs-
- termin
- Generischer Trailer: "Mondbasis Alpha 1"
- Artwork
- Mondstation Alpha 1 - Die Mondbasis als Taschebuchserie (Text und Bild)
- Studio Alpha 1 - Eindrücke von den Synchronarbeiten
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Mondbasis Alpha 1 - Staffel 1
Space: 1999 - Season 1
"Gilligans Island" wird zu "Koenigs Moon"
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 1975-1976 Regie: Diverse Drehbuch: Diverse Darsteller: Martin Landau, Barbara Bain, Barry Morse, Prentis Hancock, Clifton Jones, John Hug, Anton Phillips, Suzanne Roquette, Christopher Lee, Peter Cushing, Julian Glover, Catherine Schell
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 02.12.2004
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart : 02.12.2004
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