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DVD-Besprechung - Mord in der Rue Morgue

Story:
Zwei Frauen werden 1899 in der Rue Morgue in Paris auf brutalste Weise ermordet. Die Polizei steht vor einem unlösbaren Rätsel, da es nicht einen ersichtlichen Fluchtweg am Tatort gibt. Es scheint, als hätte sich der Täter in Luft aufgelöst. Die Bitte, dass Meisterdetektiv Auguste Dupin (George C. Scott) ihnen bei den Ermittlungen hilft, lehnt der mittlerweile im erzwungenen Ruhestand befindliche Mann ab. Erst als Adolphe Le Bon (Neil Dickson), der Verlobte von Dupins Tochter Claire (Rebecca De Mornay) der Tat beschuldigt und in Untersuchungshaft genommen wird, macht er sich gemeinsam mit Phillipe Huron (Val Kilmer) auf die Suche nach dem Täter.

Meinung zum Film:
Die Werke Edgar Allen Poes haben trotz ihres Alters bis heute nichts an ihrer Faszination verloren. "Das Haus Usher" ist der heutigen Generation noch genauso bekannt wie "Lebendig begraben" oder die "schwarze Katze". Auch Filmemacher erlagen immer wieder der Versuchung, die Kurzgeschichten auf die Leinwände und Bildschirme zu bringen. Vor allem die Hammer- und MGM-Studios beschäftigten sich immer wieder mit Themen des Schriftstellers und Darsteller Vincent Price verkörperte oftmals die zentrale Person in den Filmen.

"Mord in der Rue Morgue" gehört sicherlich ebenfalls zu den bekannteren Werken Poes und fällt vor allem durch die für die damalige Zeit explizite Schilderung des brutalen Mordes auf. Der Film hält sich in der Darstellung der Ermordung jedoch recht zurück und deutet noch nicht einmal annähernd an, was Poe in seiner Fantasie erdachte. Durch die fast schon Nebensächlichkeit der Tat hat der Film allerdings auch ein Stück seiner Stärke eingebüßt, die man als Kenner der Vorlage dramaturgisch eindeutig vermisst. Vor allem in Verbindung mit der Auflösung der Tat fehlt ein großer Aha-Effekt. Leider wurden auch bei der Motivation des Täters wesentliche Details unter den Tisch fallen gelassen, wodurch das ganze ein wenig willkürlich und weniger dramatisch erscheint. Was Regisseur Jeannot Szwarc ("Smallville", "Der weiße Hai 2") gut gelingt, ist der Aufbau des Mörder-Mysteriums um die Identität des Killers. Auch die eingefangenen Bilder sind stimmungsvoll und zeigen ein düsteres Paris kurz vor dem 20. Jahrhundert, das zum Gruseln einlädt.

Bei den Darstellern hat die TV-Produktion aus der Mitte der 80er Jahre eine erstklassige Besetzung vorzuweisen. Oscar-Preisträger George C. Scott ("Patton - Rebell in Uniform") spielt den Meisterdetektiv Auguste Dupin und stellt glaubhaft die Scharfsinnigkeit seiner Figur dar, ohne dabei einen gewissen Teil Altersschrulligkeit zu vergessen. Rebecca De Mornay ("Die Hand an der Wiege") spielt seine Tochter und kann in gewohnter Weise und ohne jeden Zweifel den weiblichen Glanzpunkt setzen. Darstellerisch verlangt die Rolle ohnehin nicht viel von ihr und ihr Liebesscharmützel wirkt zudem ein wenig aufgesetzt. Nennenswert ist auch der junge Val Kilmer ("Alexander") als interessierter Jung-Detektiv, der voller Bewunderung für den spitzen Verstands Dupins bei den Ermittlungen stets zugegen ist. Insgesamt ist "Mord in der Rue Morgue" ein gut gemachter und stimmungsvoller Thriller, der mit seiner guten Atmosphäre und ebensolchen Darstellern gut zu unterhalten weiß.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht keinen besonders guten Eindruck. Vor allem in Bezug auf starkes Bildrauschen, unzureichender Schärfe und Nachzieheffekten, reicht es, wenn überhaupt, nur ganz knapp minimalen Ansprüchen. Stellenweise ist der Kontrast so steil, dass die Farben relativ blass wirken und weiße Flächen alles zu überstrahlen scheinen. Es hat den Anschein, als wurde als Bildmaster ein einfaches VHS-NTSC-Tape verwendet. Das ist selbst für eine TV-Produktion nicht besonders ruhmreich. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 Mono ist klar verständlich, wirkt jedoch ein klein wenig zu dumpf und die Sprache hat zudem noch überdeutliche Verzerrungen in den Spitzen.

Bonusmaterial ist so gut wie gar nicht vorhanden. Außer dem Trailer und Bio- und Filmografien zu den Künstlern ist nichts in dieser Sektion zu finden. Die auf dem Cover versprochenen Informationen zu Edgar Allen Poe sucht man vergebens.

Fazit:
"Mord in der Rue Morgue" ist eine gelungene Umsetzung der bekannten Kurzgeschichte aus der Feder von Edgar Allen Poe, die vor allem durch seine guten Darsteller und die atmosphärische Umsetzung zu gefallen weiß. Überhaupt nicht gefallen will hingegen die Qualität der DVD, die mit einem schlechten Bild und einem nicht weniger schlechten Ton daherkommt. Aber Poe- und Mörder-Mystery-Fans sollten sich davon nicht abhalten lassen und zumindest einen Blick auf den gelungenen Film werfen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
92:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Bio- und Filmografien
Mord in der Rue Morgue - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mord in der Rue Morgue
The Murders in the Rue Morgue

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Mörder-Mysterium von Edgar Allen Poe in einer guten filmischen Umsetzung, aber schlechter DVD-Qualität


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1986
Regie:
Jeannot Szwarc
Drehbuch:
David Epstein (nach einer Geschichte von Edgar Allen Poe)
Darsteller:
Val Kilmer, Rebecca DeMornay, George C. Scott

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
12.05.2005