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DVD-Besprechung - Der Mythos
Story:
Der Archäologe Jack (Jackie Chan) wird von seinem alten Freund William (Tony Leung Ka Fai) dazu überredet, in Indien dem Mythos eines schwebenden Sarges nachzugehen, der das Heiligtum einer ganzen Region darstellt. Überreden lässt er sich dazu nur, da der Sarg in Verbindung mit seinen Träumen zu stehen scheint, in denen er sich selbst in der Rolle des heldenhaften Generals Meng-yi sieht, der das Leben von Prinzessin Ok-soo (Kim Hee-seon) mit seinem Leben beschützt. Hätte er schon vorher geahnt, welch gefährliche Abenteuer ihn dabei erwarten, er hätte es sich sicherlich zweimal überlegt, Williams Drängen nachzugeben.
Meinung zum Film:
Jackie Chan ("Police Story") ist neben Bruce Lee sicherlich der bekannteste Mensch im asiatischen Filmgeschäft. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht eine Handvoll neuer Filme mit dem akrobatischen Tausendsassa zu sehen sind. "Der Mythos" ist ein Beitrag von ihm, der sich von anderen Hong-Kong-Filmen abhebt. Mit einem Budget von rund $15.000.000 zählt dieser zu den Groß-Produktionen, vergleichbar mit "Tiger & Dragon". An den Kinokassen spiegelte sich der erhoffte Erfolg allerdings nicht wieder - weltweit konnten nur knapp $9.000.000 der Produktionskosten wieder eingespielt werden. Doch schon im Vorfeld gab es reichlich Probleme. So sollte in einem indischen Tempel gedreht werden, was mit verschiedenen indischen Behörden auch abgesprochen war, allerdings legte die Archäologische Behörde ihr Veto ein. Die Rolle der indischen Prinzessin sollte ursprünglich durch Bollywood-Superstar Aishwarya Rai ("Bride and Prejudice") besetzt werden, doch ihr Terminkalender liess dies nicht zu, wodurch das aufstrebende Sternchen Mallika Sherawat ("Kis Kis Ki Kismat") den Zuschlag bekam. Unruhe durch aufkeimende Gerüchte, diese hätte die Rolle nur auf Grund der Tatsache bekommen, dass sie sich nackt vor der Kamera zeigen würde, zwangen Jackie Chan und Regisseur Stanley Tong ("Rumble in the Bronx"), zu einer eigens einberufenen Pressekonferenz nach Indien zu reisen und dort zu versichern, dass Sherawat noch nicht einmal eine Kuss-Szene haben werde.
Es ist schwer zu sagen, woran es letzten Endes lag, dass der Film nicht den erhofften Erfolg hatte, aber die sehr laue Geschichte ist sicherlich nicht ganz unschuldig daran. Der historische Teil ist eine langatmige 08/15-Story, die bereits etliche Male in ähnlicher Form gezeigt wurde. Der Part in der Gegenwart erscheint da schon wesentlich interessanter, doch durch das ständige Wechseln zwischen den Zeitebenen wird der Erzählfluss immer wieder gehemmt und die Minuten mit General Meng-yi werden außerhalb der Schlachten schlichtweg als störend empfunden. Gegen Ende vermischen sich die beiden Ebenen ein wenig, dafür wird das Szenario in einem solch albernen Licht präsentiert, dass es keinen großen Spaß mehr macht der Geschichte zu folgen. Waren es bis dahin eher gelegentliche Aussetzer bei den CGIs, die für ungewolltes Schmunzeln sorgten, werden diese ab dem Sprung von einem Wasserfall durch fast ständiges Kopfschütteln ersetzt.
Aber schlecht ist "Der Mythos" ganz sicher nicht, obwohl doch einiges für reichlich Missstimmung sorgt. Ein Hauptgrund hierfür sind wie gewohnt die ideenreichen und unterhaltsamen Kampfeinlagen von und mit Jackie Chan. Seite an Seite mit Mallika Serawat kämpft er in den Straßen Indiens und endet dabei auf einem großen Laufband, dass Klebefallen für Ratten am Stück produziert. Wer hierbei nicht auf seine Kosten kommt, kann mit unterhaltsamer Action ganz sicher generell nichts anfangen. Die Abenteuer um Jack in der Gegenwart erscheinen weitestgehend wie eine Variation der Lara-Croft-Filme. Doch der gute Abenteuer-Teil wird immer wieder durch die Erlebnisse im alten China gestört, da helfen auch die teils prächtigen Aufnahmen und die herrliche Kostümpracht nicht drüber hinweg. Die letzte halbe Stunde gerät das Ganze dann so daneben, dass selbst die beiden Tomb-Raider-Filme wie große literarische Verfilmungen erscheinen. Wer Spaß an Jackie-Chan-Filmen hat, und nur am Rande Wert auf eine gut erzählte Geschichte legt, wird ganz sicher auch beim "Mythos" ordentlich unterhalten werden. Sollte der Wunsch aber in der Regel eher nach einem in allen Belangen gelungenen Kino-Abenteuer sinnen, wird dessen Erfüllung ganz sicher nicht hier liegen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht größtenteils einen guten bis sehr guten Eindruck, lediglich in wenigen Szenen erscheint die Schärfe ein klein wenig schwach und bei schnellen Kameraschwenks ist teilweise nur verschwommen etwas zu erkennen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr sauber abgemischt und bietet bei Gelegenheit auch Raumklang, der sich allerdings selten zu sehr in den Vordergrund schiebt.
Als einziges Extra liegt der Verleihversion von "Der Mythos" ein Audiokommentar von Regisseur Stanley Tong inkl. deutscher Untertitel bei. Als Verkaufsversion wird es auch ein 2-Disk-Set mit reichlich Bonusmaterial neben der Single-Disc-Variante geben.
Fazit:
"Der Mythos" ist ein von der Action und der Komik her betrachtet weitestgehend unterhaltsamer Film, der inhaltlich dafür aber deutliche Schwächen mit sich herumträgt und vor allem in den historischen Szenen oftmals deutliche Längen aufweist.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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115:45 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur Stanley Tong
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Der Mythos
San wa
Einige gute und witzige Actionszenen müssen gegen eine müde Story ankämpfen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
China / Hong Kong, 2005 Regie: Stanley Tong Drehbuch: Li Hai-shu, Stanley Tong, Wang Hui-Ling Darsteller: Jackie Chan, Kim Hee-seon, Tony Leung Ka Fai, Mallika Sherawat, Ken Lo, Choi Min-su, Sun Zhou
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 29.09.2006
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