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DVD-Besprechung - Kalter Schweiss
Story:
Joe Martin (Charles Bronson) lebt mit seiner Frau Fabienne (Liv Ullmann) und seiner Stieftochter an der Cote d`Azure. Er geniesst sein friedliches und angenehmes Leben als Bootsverleiher und Fischer. Joe heisst aber eigentlich Moran mit Nachnamen und ist ein ehemaliger Soldat. Er hat vor etlichen Jahren bei einem Fluchtversuch aus einem US-Militärgefängnis in Deutschland seine Kameraden im Stich gelassen. Sie wurden deshalb gefasst und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Direkt nach ihrer Entlassung statten sie ihm, unter Führung seines ehemaligen Vorgesetzten Captain Ross (James Mason), einen "Höflichkeitsbesuch" ab. Sie wollen ihn und sein Boot zunächst für ihre Zwecke einspannen und später mit ihm abrechnen. Um ihn gefügig zu machen, nehmen sie seine Frau und Stieftochter als Geiseln.
Meinung zum Film:
Der Regisseur von "Kalter Schweiss", Terence Young, hat vor allem durch "James Bond 007 jagt Dr. No" und zwei weitere Bond-Filme Bekanntheit erlangt. Nach "Kalter Schweiss" folgten noch zwei weitere Arbeiten mit Charles Bronson in der Hauptrolle, nämlich "Rivalen unter Roter Sonne" und "Die Valachi-Papiere". Charles Bronson hatte zwei Jahre zuvor, im Jahre 1968, mit "Spiel mir das Lied vom Tod" seinen Durchbruch geschafft und war nun, besonders in Europa, ein gefragter Mann, bzw. Actionheld. "Kalter Schweiss" wurde dann auch komplett auf Bronson zugeschnitten und sollte vor allem in Europa gutes Geld einspielen.
Der gesamte Film spielt an lediglich einem einzigen Tag. Nachdem zu Beginn kurz Joe Martin mit seinen augenblicklichen Lebensumständen, inklusive seiner Familie, eingeführt wird, zerstört schon kurze Zeit später ein Anruf diese Idylle. Joe wird von seiner Vergangenheit als Joe Moran, der er entkommen zu sein glaubte, eingeholt. Mit dem Auftreten seiner alten Kumpane beginnt ein sich über den gesamten Film fortsetzendes Katz-und-Maus-Spiel. Leider kommt in dessen Verlauf niemals wirklich Spannung auf, die Geschichte ist dafür viel zu vorhersehbar. Charles Bronson besitzt in diesem Film eine unglaublich dominante, beinahe physische Präsenz. Er trägt den Film ganz alleine. Körperlich präsentiert er sich hier in beeindruckender Form und der nächste Ausbruch in Form physischer Gewalt liegt regelmäßig in der Luft.
Leider hat Charles Bronson jedoch selten die Chance, sich auszutoben. Die Action im gesamten Film ist äußerst spärlich gesäht, es gibt weder großartige Schlägereien, noch Schiessereien. Joe Martin hat keinen Widersacher, der ihm wirklich gefährlich werden könnte und außerdem ist er seinen Gegnern gedanklich immer einen Schritt voraus. Schauspielerisch kann ansonsten James Mason ("Rommel, der Wüstenfuchs") den ein oder anderen Punkt sammeln. Leider wirkt aber seine Wandlung vom Saulus zum Paulus im weiteren Verlauf des Films weder inhaltlich überzeugend noch dramaturgisch hilfreich. Jill Ireland ("Der aus dem Regen kam"), in der Rolle der Moira hingegen bleibt in jeder Beziehung blass und wirkt völlig fehl am Platze. Liv Ullmann ("Die Stunde des Wolfs") müht sich in der Rolle der naiven Ehefrau von Joe Martin redlich und ist auch optisch ein Lichtblick. Sie bleibt jedoch schauspielerisch weit unter ihren Möglichkeiten und leidet darunter, daß ihr Charakter drehbuchtechnisch äußerst simpel gestrickt ist. Neben den beeindruckenden Landschaftsaufnahmen der Cote d`Azur ist das eigentliche Highlight des Films eine etwa 6 Minuten dauernde Verfolgungsjagd durch die Gebirgsstraßen Südfrankreichs. Charles Bronson muß hier gegen die Zeit, sowie zwei Motorradpolizisten, fahren und holt das letzte aus seinem Opel Commodore GS/E heraus. Diese Sequenz ist dabei exzellent gefilmt und bietet auch durch die mehrfachen Perspektivenwechsel und den tollen Motorensound jede Menge Dynamik und Action. Leider geht die Spannungskurve im Anschluss, also nach etwa 73 Minuten, völlig in den Keller. Der Film läuft jedoch noch mehr als 10 Minuten weiter. Hier stößt dann auch besonders das Fehlen eines echten Showdowns sauer auf.
Digitale Aufarbeitung:
Die Neuauflage von "Kalter Schweiss" durch Universal stellt die erste deutschsprachige und ungekürzte Veröffentlichung auf DVD dar. Die alte DVD von Eurovideo enthält den Film nur als ungekürzte englische und als gekürzte deutsche Version. Außerdem wurde das Master des Films neu abgetastet und die Bildqualität übertrifft die bisherigen Veröffentlichungen deutlich. So gibt es dann am Bild auch nicht wirklich etwas zu mäkeln und es ist für einen Film von 1970 hervorragend. Sowohl der deutsche Ton, als auch der englische Originalton, geben sich ebenfalls keine Blöße.
Weniger überzeugend sind die Extras auf der DVD. Neben einem Trailer in einer kurzen und einer längeren Fassung, sowie der üblichen Fotogalerie, Filmographien (Charles Bronson und Terence Young), sowie einer Biographie von Charles Bronson, findet sich lediglich eine Kurzdoku mit dem Titel "Unveröffentlichtes Dokument". Diese läuft lediglich 12 Minuten und beschäftigt sich allgemein mit Charles Bronson und spezieller mit dem Film selbst. Nicht zuletzt aufgrund der kurzen Laufzeit, die sich auch aus Filmszenen zusammensetzt, kann diese Kurzdoku keine tiefergehenden Erkenntnisse befördern.
Fazit:
Es handelt sich hier offensichtlich um einen der schwächeren Bronson-Filme, der besonders unter fehlender Action und einer zu flachen Spannungskurve leidet. "Kalter Schweiss" ist im Grunde nur für eiserne Charles-Bronson-Fans geeignet, weiterhin aufgrund der einen, aber dafür sehr überzeugenden Sequenz, eventuell für Freunde von Autoverfolgungsjagden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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89:41 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer - Kurze Fassung
- Trailer - Lange Fassung
- Unveröffentlichtes Dokument
- Fotogalerie
- Filmographien (Charles Bronson, Terence Young)
- Biographie von Charles Bronson
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Kalter Schweiss
De la part des copains
Müde Action mit einem überzeugenden Charles Bronson
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich/Italien/Belgien, 1970 Regie: Terence Young Drehbuch: Dorothea Bennett, Jo Eisinger Darsteller: Charles Bronson, James Mason, Liv Ullmann, Jill Ireland, Michael Constantin, Jean Topart
Label :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart : 04.05.2006
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