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DVD-Besprechung - Kill Bobby Z

Story:
Tim Kearney (Paul Walker) ist ein geborener Verlierer, der es trotz einiger Talente immer wieder geschafft hat kein Fettnäpfchen auszulassen und dessen Schicksal nach dem Mord an einem Mithäftling besiegelt scheint. In dieser Situation kontaktiert ihn jedoch der DEA-Agent Tad Grusza (Laurence Fishburne) und bietet ihm einen Deal an. Er soll in der Rolle des ihm ähnelnden Drogenbarons Bobby Z, bei einem Geiselaustausch dem mexikanischen Drogendealer Huertero ausgeliefert werden, welcher dafür den Partner von Grusza freigibt. Gelingt es ihm danach Huertero zu entkommen ist er frei. Der Austausch vollzieht sich jedoch völlig anders als erwartet.

Meinung zum Film:
"Kill Bobby Z" basiert auf der Romanvorlage von Don Winslow ("Close to Home"), mit dem Namen "Death and Life of Bobby Z", aus dem Jahr 1997. Trotz des Budgets von 23 Millionen Dollar, sowie der Mitwirkung der beiden momentan hoch im Kurs stehenden Stars Paul Walker ("Running Scared") und Laurence Fishburne ("Five Fingers") lief der Film bei uns nach einigem Hin und Her nicht mal im Kino und erlebt jetzt auf DVD seine Deutschlandpremiere. Die beiden Drehbuchautoren Bob Krakower und Allen Lawrence traten bisher kaum in Erscheinung, während Regisseur John Herzfeld im Kino zum letzten Mal im Jahr 2001 mit "15 Minuten Ruhm", in der Hauptrolle mit Robert De Niro besetzt, auf sich aufmerksam machte.

"Kill Bobby Z" präsentiert sich als relativ geradliniger Actionfilm, der drehbuchtechnisch versucht im Hintergrund die eine oder andere Verschwörung einzubauen, die dann geradewegs auf den armen Tim Kearney durchschlägt. Paul Walker gibt Tim Kearney ein äußerst sympathisches Gesicht und der "Loser" entfaltet im Verlauf des Films erstaunliche Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen sich aus jeder noch so ausweglosen Situation zu befreien. Wie auch Laurence Fishburne, der hier den finsteren Gegenspieler verkörpert, der ständig nach Tims Leben trachtet, und dessen Motive lange im Dunklen verbleiben, liefert Paul Walker hier eine äußerst überzeugende Performance ab, und das sowohl schauspielerisch, als auch körperlich in den Actionsequenzen. Auch die Nebenrollen sind durchaus ansprechend besetzt, u.a. hat Keith Carradine in einer kleineren Rolle einen sehr ansprechenden Auftritt als Handlanger Huerteros. Die Probleme des Films sind also nicht die Schuld der Darsteller. "Kill Bobby Z" wirkt leider trotzdem wie eine x-beliebige Direct-to-Video-Produktion, wo die 23 Millionen Dollar, abgesehen von den Gagen für die Darsteller, geblieben sind bleibt rätselhaft. Der Film sieht zwar nicht billig aus, die Actionsequenzen sind aber absolute Hausmannskost, die zwar handwerklich solide präsentiert werden, im Jahr 2007 aber niemanden mehr vor den Bildschirm locken können. Der Film wirkt ein wenig wie der vergebliche Versuch den Charme alter bleihaltiger B-Movies aus den 80er-Jahren in die heutige Zeit hinüberzuretten. Das misslingt jedoch völlig. Dem Film fehlt dazu schlichtweg die kompromisslose Härte und auch die Anflüge von Humor und Coolness verpuffen wirkungslos.

Die Actionsequenzen setzen sich vor allem aus einigen kleineren Schlägereien, mehreren Schießereien, sowie der ein oder anderen Verfolgungsjagd oder Explosion zusammen. Für einen Film mit diesem Budget sind diese jedoch sehr unspektakulär ausgefallen und auch nicht wirklich zahlreich. Das äußerst schwache Drehbuch reiht lediglich ideenlos die üblichen Versatzstücke, wie den heruntergekommenen Helden der verraten wird, die typische Lovestory mit einer geheimnisvollen, schönen Frau oder die Hetzjagd der verschiedensten Parteien auf den einen, unschuldigen Helden, aneinander. Der Film kommt dabei trotz einer Laufzeit von weniger als 93 Minuten niemals wirklich in die Gänge. Das Tempo ist einfach zu gering und wird durch die lächerlich wirkende Liebesgeschichte, in der Tim Kearney auch noch sein Herz für Kinder entdecken darf, noch weiter gemindert. Die klischeehaften Charaktere sind zudem flach wie Bierdeckel. Drehbuchtechnisch versucht der Film das auszugleichen indem er möglichst dick aufträgt, dadurch verstrickt sich die Geschichte jedoch in Unwahrscheinlichkeiten und ist gespickt mit Logikfehlern.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild überzeugt mit sehr guter Schärfe und Rauschen ist fast nicht feststellbar. Die Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit, Effekte wie Schießereien und Explosionen sind sehr frontlastig ausgefallen. Insgesamt kann die DVD technisch voll überzeugen.

Die Extras sind sehr bescheiden ausgefallen, neben dem deutschen und englischen Trailer, der Bildergalerie und den Bio-/Filmographien von John Herzfeld, Paul Walker, Laurence Fishburne und Olivia Wilde findet sich lediglich noch ein "Behind the Scenes"-Feature. Dieses läuft jedoch lediglich rund 11 Minuten, ist extrem oberflächlich ausgefallen, dient eher Werbezwecken und entbehrt im Grunde jeglichen Unterhaltungswertes und Informationsgehalts.

Fazit:
"Kill Bobby Z" ist ein Actionfilm von der Stange in dem einige wirklich sympathische und überzeugende Darsteller erfolglos versuchen gegen ein ideenloses und unlogisches Drehbuch anzuspielen, das kein Klischee auslässt und keinerlei Gefühl für Spannung oder Tempo entwickelt. Die Actionsequenzen sind solide, aber alles andere als innovativ, optisch punktet der Film da schon eher mit seinen schönen Landschaftsaufnahmen. Technisch ist die DVD sehr gut gelungen, die Extras sind allerdings entbehrlich.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
92:52 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Behind the Scenes
  • Deutscher + Englischer Trailer
  • Bildergalerie
  • Bio-/Filmographien von John Herzfeld, Paul Walker, Laurence Fishburne und Olivia Wilde
Kill Bobby Z - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Kill Bobby Z
The Death and Life of Bobby Z

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Trotz zweier gut aufgelegter Hauptdarsteller versetzen müde Actionsequenzen und ein schwaches Drehbuch Bobby Z den Todesstoß


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
John Herzfeld
Drehbuch:
Bob Krakower, Allen Lawrence, Don Winslow
Darsteller:
Paul Walker, Laurence Fishburne, Olivia Wilde, Jason Lewis, Keith Carradine

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
27.09.2007