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DVD-Besprechung - Kings of Rock - Tenacious D

Story:
Der junge Jack, alias JB (Jack Black) verlässt bereits früh sein religiöses Elternhaus, weil er dem Rock huldigt und eine eigene Karriere als Rockstar anvisiert. Bald stößt der Sänger JB auf den Gitarristen Kyle, alias KG (Kyle Gass) und nach anfänglichen Berührungsängsten von KG gründen beide die gemeinsame Band "Tenacious D". Da man finanziell am Abgrund wandelt muss ein musikalisches Meisterwerk her, mit dem der Wettbewerb in ihrem Stammlokal gewonnen werden soll. Dieser Hit fällt jedoch nicht vom Himmel und scheint nur mit dem mysteriösen Gitarren-Plektron des Schicksals realisierbar zu sein, das scheinbar alle großen Rockbands benutzt haben.

Meinung zum Film:
"Tenacious D", die titelgebende Band des Films, bestehend aus Jack Black ("Nacho Libre") und Kyle Gass ("Cake Boy"), existiert tatsächlich und gab im Jahre 1994 ihr erstes Live-Konzert. Im Jahre 1997 folgte dann die sechsteilige Fernsehserie "Tenacious D", in der die Band im Mittelpunkt stand und in deren Rahmen einige Premieren von Songs stattfanden. Diverse Charaktere des Films, wie z.B. der Sasquatch oder der debile Fan Lee, verdanken ebenfalls dieser Serie ihre Entstehung. Im Jahr 2001 veröffentlichte Tenacious D ihr erstes Album, "Tenacious D", passend zum Kinofilm folgte im Jahr 2006 das Album, "The Pick of Destiny". Jack Black dürfte den meisten Zuschauern vor allem als Komödiendarsteller aus Filmen wie "Schwer Verliebt" geläufig sein und ist nicht gerade für seinen subtilen Humor bekannt. In den US-Kinos erwies sich der Kinofilm als Flop.

"Kings of Rock" präsentiert sich als Komödie mit extrem hohem Rockmusikanteil, bzw. schon beinahe eher als Musical mit Comedyeinlagen. Normalerweise sollte man daher erwarten, dass entweder um bestimmte Musiknummern herum eine Story aufgebaut wird, oder die Stücke inhaltlich die Geschichte voranbringen, das ist bei "Kings of Rock" jedoch nicht der Fall. Im Grunde handelt es sich vor allem um ein riesiges, aufgeblasenes Musikvideo zu Promotionzwecken, nämlich um die eigene Band, Tenacious D, zu promoten, die sich hier auch ganz unbescheiden als größte Rockband aller Zeiten proklamiert. Anders als z.B. bei dem ähnlich angelegten "Wayne`s World" halten sich bei "Kings of Rock" die für einen solchen Film, der seine großen Vorbilder des Rocks huldigt, essentiellen Gastauftritte von Stars stark in Grenzen. Zu Beginn darf der junge JB noch gegen seinen gestrengen Vater, verkörpert von Meat Loaf, ansingen, danach weist ihm das zum Leben erwachte Poster von Ronnie James Dio, dem ehemaligen Sänger von Black Sabbath, musikalisch den Weg, damit hat der Film sein Pulver aber schon verschossen. Lediglich am Ende des kommt es noch zum rockigen Duell mit Satan höchstpersönlich, gespielt von Dave Grohl, dem Frontmann der Foo Fighters.

Weiterhin findet sich im Film eine Hommage an "Uhrwerk Orange", sowie zahlreiche misslungene und peinliche Parodien auf prominente Werke wie "Star Wars" oder "Karate Kid". Hinzu kommen Gastauftritte des Produzenten Ben Stiller ("Nachts im Museum") als langhaarigem Musikladenbesitzer und Tim Robbins ("The Player") als verkrüppeltem Möchtegernbösewicht, die zumindest optisch überzeugen können. Die Story selbst ist jedoch dünn wie Papier, hier erscheint sogar "Wayne`s World" im direkten Vergleich wie die reinste Hochliteratur, und dient lediglich als Alibi für die musikalischen Auftritte von "Tenacious D". Ihr Repertoire umspannt dabei Folk, Rock und Metal und dürfte durchaus ihre Fans finden. Die Texte hingegen wären gerne bissig und frivol, sind jedoch vor allem platt und niveaulos. Natürlich dürfen in einem Film von Jack Black auch massiver Drogenkonsum und platte, pubertäre Witzchen, Marke "Schwanzstützen", nicht fehlen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für einen ziemlich neuen Film leider nicht wirklich überragend, besonders nervt das omnipräsente Blockrauschen und auch die Schärfe ist nicht optimal. Die Dialoge des Films sind zu jeder Zeit gut verständlich, die Musik bietet durchaus ansprechenden und kräftigen Raumklang. Die englische Tonspur wirkt etwas voluminöser.

Die Extras zum Film sind sehr reichhaltig ausgefallen. Auf der DVD befinden sich gleich zwei deutsch untertitelte Audiokommentare, einmal von den beiden Hauptdarstellern Jack Black und Kyle Gass, in dem analog zum Film ein misslungener Gag den anderen jagt, ohne dass dabei Wissenswertes zum Film mitgeteilt wird, und einmal von Regisseur Liam Lynch, der einige interessante Details zum Film beizutragen hat. Weiterhin befinden sich auf der DVD etliche nicht verwendete, oder erweiterte, Szenen mit einer Laufzeit von rund 29 Minuten, die aber verzichtbar erscheinen. Das etwa 23-minütige Making Of ist sehr oberflächlich ausgefallen und verwendet extrem viele Filmszenen. "Im Studio" verfolgt in rund 22 Minuten Tonaufnahmen im Studio und ist ähnlich überflüssig wie das kurze "Making Of des Musikvideos". Abschließend gibt es auf der DVD noch das Musikvideo zum Film, den US-Kinotrailer, sowie US-Kinoteaser, und die Songauswahl "Jump to a Song", die die Szenen mit allen im Film vorkommenden Songs direkt ansteuerbar macht.

Fazit:
"Kings of Rock - Tenacious D" ist ein überlanges Musikvideo, das vor allem aus Selbstinszenierung und misslungenen Gags besteht, die sich endlos aneinander reihen. Die Gags sind platt, altbacken oder einfach derb und schauspielerisch sollte man ebenfalls keine Glanzleistungen erwarten. Die Story ist der einzige Witz in einem Feuerwerk des schlechten, komödiantischen Geschmacks, innerhalb eines Film ohne Sinn und Verstand. Technisch geht die DVD in Ordnung, ohne zu begeistern, dafür sind die Extras aber sehr reichhaltig ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
90:14 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial:
  • Nicht verwendete/Erweiterte Szenen
  • Audiokommentar von Jack Black und Kyle Gass
  • Audiokommentar von Regisseur Liam Lynch
  • Making Of
  • Im Studio
  • Making of des Musikvideos
  • Musikvideo
  • Songauswahl - "Jump to a Song"
  • US- Kinotrailer + US- Kinoteaser
Kings of Rock - Tenacious D - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Kings of Rock - Tenacious D
Tenacious D in "The Pick of Destiny"

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Wer sich hier amüsiert ist ein Masochist


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Liam Lynch
Drehbuch:
Jack Black, Kyle Gass, Liam Lynch
Darsteller:
Jack Black, Kyle Gass, Ronnie James Dio, Jason Reed, Tim Robbins, Ben Stiller, Meat Loaf

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
08.06.2007