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DVD-Besprechung - The Korean Job
Story:
Lam (Tony Leung) stiehlt für die US-Regierung zwei Dollar-Druckplatten, die dieser zuvor entwendet wurden. Bei der Rückgabe wird er jedoch von Owen Lee (Richie Ren) erneut ausgeraubt und dieser plant die Druckplatten an den größten Geldfälscher Asiens, "Polarbär", zu verkaufen. Lam verfolgt Owens Fährte bis nach Südkorea und versucht die Platten mit Hilfe seiner drei weiblichern Gehilfinnen wieder in seinen Besitz zu bringen. Aber auch die Diebin JJ (Shu Qi) ist hinter den Platten her und will sich damit finanziell sanieren.
Meinung zum Film:
"The Korean Job" ist eine lose Fortsetzung von "Tokyo Raiders" aus dem Jahre 2000. Regisseur Jingle Ma ist in Deutschland noch am ehesten für seinen actionlastigen VR-Thriller "Hot War", sowie den Superheldenfilm "Silver Hawk" mit Michelle Yeoh in der Hauptrolle bekannt. Er war allerdings auch als Kameramann bei den beiden Jackie-Chan-Filmen "Police Story 4" und "Rumble in the Bronx" aktiv. Shu Qi dürfte den meisten Europäern vor allem durch ihre weibliche Hauptrolle in "The Transporter" aufgefallen sein. Tony Leung wurde nicht zuletzt durch die "Infernal Affairs"-Reihe und "Hero" bekannt. Richie Ren ist regelmäßig in Produktionen von Johnny To vertreten, zuletzt in "Exiled".
"The Korean Job" versteht sich als humorige Actionkomödie aus Fernost mit Thrilleransätzen. Die gesamte Hintergrundgeschichte ist jedoch lediglich ein Alibi für halbgare Gags, hektische Kampfszenen, die Erinnerungen an frühere Jackie-Chan-Filme wachrufen, und ständige Verfolgungsjagden, bzw. Katz- und Maus-Spiele. Tony Leung ("Hero") in der Rolle des Lam ist eine Art fernöstlicher James Bond, der jedoch nicht alleine auftritt, sondern stets drei weibliche Sidekicks mit sich führt, die an "Charlies Engel" erinnern. Lam ist dabei stets bemüht, Coolness zu verbreiten und ist immer Herr der Lage. Seine weiblichen Sidekicks haben zwar kaum wahrnehmbare Funktionen für den Fortgang der Geschichte, sind aber wohl auch mal mehr als menschliche Deko gedacht, die außerdem ständig Lams Aktionen und Sprüche wohlwollend kommentieren. Ein absoluter Karrieretiefpunkt dürfte hingegen für Shu Qi ("The Transporter") die Rolle der Meisterdiebin JJ darstellen. Läuft zunächst noch alles auf ein gegenseitiges Überbieten in Sachen Verschlagenheit und Cleverness hinaus, tritt JJ zunehmend in den Hintergrund und kann Lam nicht das Wasser reichen. Der Charakter von Shu Qi wird dann im weiteren Verlauf des Films endgültig der Lächerlichkeit preisgegeben, Stichwort Verkleidung als Mann, um am Ende dann als x-beliebige Geisel zu enden. Die Synchronstimme auf Schulmädchenniveau degradiert JJ endgültig zum peinlichen Ärgernis. Richie Ren ("Exiled") als Owen Lee durchläuft zwar im Verlauf des Films eine Wandlung, seine Einführung als Unsympath und Verräter kann diese Tatsache aber auch nicht wieder gut machen. Zudem wird der eigentliche Gegenspieler von Lam, der Falschgeldkönig "Polarbär", frei nach dem Motto "Jeder Film braucht seinen eigenen Problembären" erst am Ende enthüllt. Somit verbleibt Lam als einzige mögliche Identifikationsfigur. Leider erweist sich Tony Leungs komödiantisches Talent hier als ähnlich beschränkt wie seine Kampfkünste, weshalb auch er als Sympathieträger durchfällt.
Die Kampfszenen, auf die sehr viel Spielzeit entfällt, sind ein ganz besonderes Problem von "The Korean Job". Es gelingt dem Film in keinster Weise zu kaschieren, dass die Opponenten über keinen wirklichen Kampfsporthintergrund verfügen. Die Kämpfe wurden deshalb möglichst hektisch geschnitten, mit einer sehr unruhigen Kameraführung versehen und um die Übersicht endgültig über Bord zu werfen noch zusätzlich mit vielen unfokussierten Zooms versehen. Als Gegenmaßnahme, um den Kämpfen trotzdem noch jede Dynamik rauben zu können, wurden diese dann mit zahlreichen Zeitraffer-, bzw. Zeitlupenaufnahmen versehen. Die Ergebnisse reichen dann auch von unterdurchschnittlich bis peinlich. Der absolute Tiefpunkt ist ein "Gerangel" in einem Schwimmbecken, das stilistisch eher an eine Planscherei im Kinderbecken erinnert, denn an eine ernsthafte Auseinandersetzung. Die Unterlegung mit für westliche Gemüter eher merkwürdig anmutendem Hongkong-Pop verstärkt diesen Eindruck sogar noch. Überhaupt ist die Musik, besonders in Form des bei Actionszenen ständig wiederkehrenden Hauptthemas, ein echtes Ärgernis. Der Humor des Films speist sich lediglich aus Klamauk und kindlichen Kalauern der übelsten Sorte.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ziemlich stark verrauscht. Außerdem wirkt es oft überbelichtet und die Farben machen, auch dadurch, einen häufig unnatürlichen Eindruck. Die Tonqualität kann hingegen überzeugen. Die DVD verfügt auch über deutsche Untertitel, die auf der Hülle nicht erwähnt werden.
Es gibt keine Extras.
Fazit:
"The Korean Job" funktioniert weder als Actionfilm noch als Komödie. Die Story ist ein Witz, die Charaktere sind Abziehbilder und die Leistungen der Darsteller können nicht so recht überzeugen, die schwache Synchronisation verstärkt diesen Eindruck noch zusätzlich. Zudem wiederholen sich die Hauptelemente des Films, Kämpfe und Verfolgungsjagden, ständig und sind auch noch ohne jedes Tempo inszeniert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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94:44 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Kantonesisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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The Korean Job
Hong Sing Gung Leuk
Ein asiatischer James Bond feiert sich selbst und der Zuschauer bleibt gelangweilt auf der Strecke!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong/Südkorea, 2005 Regie: Jingle Ma Chor-Sing Drehbuch: Brian Chung, Eric Lin Darsteller: Tony Leung Chiu Wai, Qi Shu, Richie Ren, Meme Tian, Choi Yeo-Jin, Cho Soo-Hyun
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 23.02.2007
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