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DVD-Besprechung - Lady Vengeance (Limited Deluxe Edition, 3 DVDs)
Story:
Lee Geum-Ja (Lee Yeong-Ae) wird nach dreizehneinhalb Jahren aus dem Frauengefängnis entlassen. Die Strafe verbüßte sie für den Mord an einem fünfjährigen, entführten Jungen, den sie jedoch gar nicht begangen hat. Während sie im Gefängnis als Engel der Barmherzigkeit galt, wandelt sie sich nach ihrer Entlassung in einen eiskalten Racheengel. Ihre Rache an dem wahren Schuldigen, dem Lehrer Mr. Baek (Choi Min-Sik), hat sie im Gefängnis jahrelang minutiös geplant und beginnt den Plan nach ihrer Entlassung mit ehemaligen Mitgefangenen, denen sie geholfen hat, präzise und erbarmungslos umzusetzen.
Meinung zum Film:
"Lady Vengeance" ist der dritte und letzte Teil der Rache-Trilogie von Regisseur Park Chan-Wook, die inhaltlich jedoch, bis auf das Motiv der Rache, vollkommen unabhängig voneinander sind. Im ersten Teil, "Sympathy for Mr. Vengeance", kam es genau konträr zu "Lady Vengeance" zur Rache eines Vaters an den Entführern und Mördern seines Sohnes. In "Old Boy" hingegen stand die Rache eines Mannes im Mittelpunkt, der von unbekannten Tätern, und scheinbar grundlos, 15 Jahre seines Lebens lang eingesperrt wurde. "Lady Vengeance" wurde mit etlichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem als bester Film bei den koreanischen Blue Dragon Awards 2006. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig im Jahr 2005 gewann er den "Cinema Avvenire"-Preis für den besten Film und Regisseur Park Chan-Wook erhielt den kleinen Goldenen Löwen.
In "Lady Vengeance" steht innerhalb der Rache-Trilogie von Park Chan-Wook erstmals eine Frau als Rächerin im Mittelpunkt. Der Film beginnt mit ihrer Entlassung aus dem Gefängnis, nach der sie augenblicklich ihre Engelsmaske fallen lässt, und für den Rest des Films die kalte Miene der unbarmherzigen Rächerin zur Schau stellt. In den ersten 60 Minuten greift der Film ständig auf Rückblenden aus ihrem Knastalltag zurück. Während sie bei der Durchführung ihrer lange geplanten Rache ehemalige Weggefährtinnen aufsucht, um deren Hilfe in Anspruch zu nehmen, schildern die Rückblenden, in welcher Weise diese Frauen in ihrer Schuld stehen, bzw. was Lee für sie getan hat, um ihnen das Leben im Gefängnis zu erleichtern. Der Erzählfluss des Films wirkt dadurch ein wenig abgehackt, worüber auch die künstlerisch wertvolle Optik nicht hinwegtäuschen kann, die sowohl opulent als auch stilistisch eindrucksvoll daherkommt. Immer wieder zeigt sich allerdings auch Parks Liebe für tricktechnische oder optische Spielereien, deren Wert für die Geschichte äußerst fraglich erscheint, erwähnt sei hier eine Traumsequenz, in der Lee Mr. Baek als Hundewesen mit Menschenkopf brutal erschießt. Überhaupt beginnt der Film, analog vor allem zu "Sympathy for Mr. Vengeance", eher ruhig, um sich dann aber zunehmend in Gefilde zu begeben, die man eher von einem asiatischen "Sicko" erwarten würde.
Allein die Verwendung einer antiken Pistole mit großer Durchschlagskraft auf kurze Entfernung scheint inhaltlich nicht zwingend, bzw. eher unpraktisch, jedoch unterstreicht das extravagante Design der Waffe einerseits noch die Poesie und Bildsprache des Films und bietet andererseits die Möglichkeit zur Darstellung einiger herber Effekte bei ihrer Verwendung, wie z.B. einen Kopfdurchschuss oder das Abschießen einer ganzen Hand. "Lady Vengeance" stellt somit insgesamt durch seine ausgeklügelte, stilsichere Bildsprache, interessante Kamerafahrten und tricktechnische Spielereien für das Auge einen Hochgenuss dar, der Inhalt kann da jedoch nicht ganz mithalten und die Optik erscheint oft zu selbstzweckhaft. Auch die Darstellung des Lehrers Mr. Baek muss auf vielfältige Facetten verzichten. Es wird jeder Versuch unternommen, diesen Menschen als das personifizierte Böse und einen hoffnungslosen Psychopathen darzustellen. Ausgerechnet diesem Menschen dann am Ende lediglich ein materielles Motiv unterzuschieben wirkt allerdings geradezu lächerlich. Überhaupt hat Park es mit dem Abschluss des Films mal wieder, wie schon bei "Oldboy", hemmungslos übertrieben. Im Grunde liegen für den Zuschauer nach spätestens 90 Minuten alle Fakten auf der Hand und man harrt auf das von Anfang an zu erwartende quälende Ende von Mr. Baek. Diese finale Abrechnung wird jedoch in einer Art und Weise hinausgezögert und zelebriert, die man nicht unbedingt erwarten würde. Sie bedeutet für Lee die Einbeziehung von Leidensgenossen, mit einer Art Tribunal, in ihre Rachepläne. Dieses Ende wirkt alles andere als glaubwürdig, regelrecht konstruiert, und die endgültige Rache wird schließlich in einer übertrieben menschenverachtenden Art und Weise vollzogen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist ein minimales Bildrauschen auf, ist aber ansonsten, was Kontrast, Schärfe, etc. angeht hervorragend. Einige Rückblenden wurden künstlich auf alt getrimmt, was jedoch ein Stilmittel darstellt. Alle Tonspuren des Films können ebenfalls voll überzeugen, ein Effektspektakel sollte man allerdings angesichts der Dialoglastigkeit und der eher klassischen Musikuntermalung nicht erwarten.
Auf der Film-DVD befindet sich lediglich der Kinotrailer, die anderen Extras befinden sich auf der Bonus-DVD. Das Making Of dauert etwa 11 Minuten und bietet vor allem oberflächliche Kommentare. Auch der Punkt "Characters of Lady Vengeance", mit einer Laufzeit von rund 26 Minuten, der die Akteure der Handlung vorstellt, besteht vor allem aus gegenseitigem Lob der Mitwirkenden und Promotion. Weit interessanter ist hingegen der Bereich "Style of Lady Vengeance" ausgefallen, der sich in 37 Minuten u.a. mit der Farbgebung des Films, den Besonderheiten des Director`s Cut, den Kostümen, dem Make-Up, sowie den handgemachten und den computergenerierten Spezialeffekten befasst. "Lady Vengeance in Venedig" bietet in rund 9 Minuten einige Impressionen zum Auftritt des Films bei den Filmfestspielen in Venedig. Auf der Bonus-DVD befinden sich weiterhin sieben "Alternative Szenen" mit einem Audiokommentar des Regisseurs Park Chan-Wook und der Hauptdarstellerin Lee Yeong-Ae, diverse Trailer und TV-Spots, mehrere Bildergalerien, sowie Bio- und Filmographien von Lee Yeong-Ae, Choi Min-Sik und Park Chan-Wook. Die "Deluxe Edition" des Films enthält zusätzliche eine dritte DVD mit dem Director`s Cut des Films. Nach rund einer Stunde Laufzeit beginnen darin die Farben zunehmend zu verblassen, bis sich das Bild am Ende dann komplett in Schwarz-Weiß transformiert hat. Einzelne Gegenstände mit besonderer Aussagekraft verbleiben allerdings farblich hervorgehoben.
Fazit:
"Lady Vengeance" ist ein Film mit faszinierender Optik und einigen sehr innovativen Einfällen, allerdings vor allem auf handwerklicher Ebene. Inhaltlich hat der Film mit einer durch zahlreiche Rückblenden abgehackt wirkenden Einführung sowie einem extrem herausgezögert und konstruiert wirkenden Ende zu kämpfen. Die Optik dominiert bei "Lady Vengeance" eindeutig den Inhalt und erscheint oft selbstzweckhaft, der Brückenschlag zur inhaltlichen Ebene gelingt nicht immer überzeugend. Aufgrund der extravaganten Inszenierung, der geradezu poetischen Bildsprache und der überzeugenden schauspielerischen Darbietungen fällt es dem Zuschauer jedoch relativ leicht, über einige inhaltliche Schwächen hinwegzusehen. Die Extras sind zwar quantitativ sehr umfangreich ausgefallen, qualitativ kann aber im Grunde nur der Bereich "Style of Lady Vengeance" überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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110:24 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Koreanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Kinotrailer
- Making Of Lady Vengeance
- Characters of Lady Vengeance
- Style of Lady Vengeance
- Lady Vengeance in Venedig
- Alternative Szenen
- Trailer/Spots (Koreanischer Originaltrailer, Koreanischer Teasertrailer, 3 koreanische TV-Spots)
- Bildergalerien (Szenenfotos, Artworks, Bei den Dreharbeiten)
- Bio-/Filmographien von Lee Yeong-Ae, Choi Min-Sik und Park Chan-Wook
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Lady Vengeance
Chinjeolhan geumjassi
Wenn der Engel der Rache zur Tat schreitet, bleibt kein Platz mehr für Mitleid
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2005 Regie: Park Chan-Wook Drehbuch: Jeong Seo-Gyeong Darsteller: Lee-Yeong Ae, Choi Min-Sik, Lee Seung-Shin, Bae Du-Na, Kang Hye-Jung, Kim Bu-Seon
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 07.06.2007
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